PS127 – Wochenbericht Nr. 4 | 26. Dezember - 01. Januar 2022

Überquerung des Wendekreises des Steinbocks zu Silvester

[05. Januar 2022] 

Nach unzähligen Stunden Datenverarbeitung und Korrektur der bathymetrischen Aufzeichnungen der letzten Wochen neigen die Tage dazu, ineinander überzugehen. Das Sedimentecholot-Trainingsprogramm wurde in Las Palmas beendet, aber die Daten werden immer noch gesammelt und auf interessante Untergrundstrukturen hin überprüft.

So wurden z. B. im 5500 m tiefen Angola Becken mehr als 70 m mächtige Sedimentschichten registriert, die vermutlich von Gas oder Flüssigkeiten, die aus der Tiefe aufsteigenden, durchdrungen werden. Als Teil der Bathymetrie-Arbeitsgruppe haben wir auch die regelmäßige Routine von zwei laufenden CTD-Messungen pro Tag um 10:00 und 16:00 Uhr, um den Tag mit einigen nicht computerorientierten Aktivitäten im Freien zu unterbrechen. Aber auch, und noch wichtiger, werden die laufenden CTD-Profile durchgeführt, um die genaue Schallgeschwindigkeit in der Wassersäule zu bestimmen. Wir haben auf dieser Expedition andere Schallgeschwindigkeits-Aufnehmer eingesetzt, um die neue Multibeam-Ersatzausrüstung zu überprüfen und zu kalibrieren, die am Schiffsrumpf installiert wurde. Zur Kalibrierung des Multibeam-Echolots führt das Schiff einen Patch-Test durch und die Daten werden dann auf Fehler durch Rollen, Stampfen oder Gieren am neu montierten Sonarkopf hin analysiert. 

Kenntnisse der Meeresbodentopographie und der Sedimente sind für die unterschiedlichsten Disziplinen notwendig. Für bestimmte Arbeitsgruppen ist es entscheidend, die Eigenschaften des Untergrundes zu kennen, z.B. ob weiche, dicke Sedimentschichten oder eine hügelige, harte Oberfläche zu erwarten ist. Die Bathymetrie-Arbeitsgruppe ist eine serviceorientierte Auskunftsstelle für Wissenschaftler und die Grundlage, um z.B. Lokationen für eine gute Bodenbeprobung zu identifizieren, für die Berechnung von Schiffsrouten und vor allem für die Erstellung von Seekarten.

In Zusammenarbeit mit den nautischen Offizieren an Bord ist es notwendig, routinemäßige Navigationsrouten zu verschieben, um nicht kartiertes Land zu erfassen und zu vermessen. Derzeit sind nur ca. 20 Prozent des Meeresbodens nach einem modernen Standard kartiert, daher ist es wichtig, diese Lücken mit der Polarstern Multibeam-Technologie zu schließen. Mit stetigem Dampfen haben wir diese Woche an Silvester den Wendekreis des Steinbocks überquert. Mit der Sonne, direkt 90 Grad über den Köpfen, waren alle draußen und genossen das sonnige Wetter. Dies ist die letzte Woche des Jahres 2021, die mit dem traditionellen Silvester Stück „Dinner For One“ endet! Festliche Feierlichkeiten, darunter der Klang des Typhons und der Sektgläser, markieren den Beginn des Jahres 2022. Auch ein erneut hervorragendes Grillbuffet und der unvergleichliche Einsatz und Service der Schiffsbesatzung bescherten uns einen unvergesslichen Übergang ins Neue Jahr.

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