Laufende Projekte

DynAMo 2017 - 2022

BMBF Projekt

Ziel ist der Aufbau einer interdisziplinären, trilateralen Forschergruppe für die gemeinsame Entwicklung dauerhafter Messstrukturen zur Beobachtung von Klimaänderungen und deren Folgen in der Umwelt der patagonischen Anden (Gletscher und Seen, WP1) und im Beagle Kanal (WP2, WP4). Ergänzend zur automatisierten Erfassung ozeanografischer und biogeochemischer Kenngrößen soll moderne Meerestechnologie wie bio-optische Messtechnik und molekulare Verfahren in das Küstenobservatorium integriert werden. In WP3 werden die mit Chile und Argentinien laufenden Untersuchungen zu Naturrisiken durch toxische Algenblüten ausgebaut. Aufbauphase: Workshop 1 (2017/10) - Bildung trilaterales Koordinatorenteam und der thematischen Gruppen (WP 1-4). Festlegung der Strategie für die Erreichung der wissenschaftlich-technischen Kooperationsziele und Planung der Antragstellung. Es wird ein Datenrepository erstellt, welches die vorhandenen Umweltdatensätze zusammenfasst und Datenlücken identifiziert. Antragstellung für gemeinsame Schiffsexpedition. 2018: Thematische Workshops für genauere Ausarbeitung der Zusammenarbeit in den WPs, Projektablauf und Infrastrukturplanung (z.B. Gerätebeschaffung, Arbeitsmethoden und Aufgabenteilung zwischen den Partnern). Die Drittmittel-Anträge werden vorbereitet und geschrieben. Das Koordinatorenteam bereitet die Aktivitäten mit den Partnern vor (z.B. ggf. Unterstützung „Partnering“, Publikations- und Metadatenbank, Vorbereitung der Workshops). Konsolidierungsphase: Durchführung gemeinsamer Forschungsprojekte (Drittmittel). Eine gemeinsame Schiffsausfahrt wird durchgeführt (Zeitraum: 2019/20). Ein Workshop mit Minisymposium für Nachwuchswissenschaftler ist für 2020 geplant. Das Koordinatorenteam veranstaltet in 2019 und 2021 Einzelworkshops mit WP-Teams. Der Abschlussworkshop des Projekts findet 2022 am CADIC (Ushuaia) statt. Neben der Sichtung der etablierten Forschungsstrukturen sollen dabei die Zukunftsperspektiven der Zusammenarbeit geprüft werden.
Förderzeitraum: 09/2017 - 08/2022

AWI-Kontakt
Dr. Bernd Krock

 

 

RiPAZA 2017 - 2021

Binationales Projekt des BMBF und SOA (State Oceanic Administration), China

Das übergeordnete Ziel dieser Studie ist es, die toxinproduzierende Dinophyceen-Gattung Azadinium und deren Reaktionen auf sich ändernde Umweltbedingungen zu untersuchen. Azaspirosäuren (AZA) sind eine neu entdeckte Gruppe von lipophilen Algentoxinen, die in Meeresfrüchten angereichert beim Menschen nach Verzehr das Azaspiracid Shellfish Poisoning (AZP) Syndrom auslösen und zu Gesundheitsproblemen führen können. Vor kurzen konnten wir die planktischen Produzenten dieser marinen Biotoxine mit der Gattung Azadinium identifizieren (Tillmann et al. 2009), so dass damit jetzt gezielte Untersuchungen zum Vorkommen und Gefährdungspotential dieser Organismen möglich sind. Das Ziel dieser Studie ist es, die toxinproduzierende Dinophyceen-Gattung Azadinium und deren Reaktion auf sich ändernde Umweltbedingungen zu untersuchen. Die Studien bilden die Grundlage für eine umfassende Risikobewertung der Blütenbildung dieser Arten und der damit verbundenen Gefahr von Muschelvergiftungen in chinesischen und deutschen Küstengewässern. Schwerpunkte sind zum einen die Ermittlung des aktuellen Zustandes in Bezug auf die Biodiversität der Gattung Azadinium, auf deren Vorkommen (Dichte und Saisonalität), und auf die Diversität der Azaspirosäuren (Strukturvarianten, Toxizität). Des Weiteren werden Laborexperimente durchgeführt, um die Reaktion von Arten der Gattung Azadinium auf klimabedingte Temperaturerhöhungen zu untersuchen. Diese Untersuchen umfassen sowohl das Zellwachstum und die Toxinproduktion, als auch mögliche Temperatureinflüsse auf verschiedene Lebenszyklus-Stadien.
Föderzeitzeitraum: 08/2017- 07/2021

AWI-Kontakt
Dr. Urban Tillmann

DAIMON – Decision Aid for Marine Munitions

Im Rahmen des EU Baltic Sea Region Interreg Programms wurde im August das Projekt DAIMON – Decision Aid for Marine Munitions gestartet. In diesem Projekt sollen unter anderem die Auswirkungen verklappter Weltkriegsaltlasten –konventionelle sowie chemische Waffen und Munition- und deren Effekte auf marine Organismen untersucht und für eine umfassende Risikobewertung verwendet werden. Einer von zwölf internationalen Partnern, des mit rund 4,75 Millionen Euro dotierten Projektes, ist das Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven.

Hintergrundinformation

Tausende von Tonnen chemischen Waffen und konventioneller Munition wurden nach Ende des zweiten Weltkrieges von den Alliierten in groß angelegten Operationen in der Nord- und Ostsee verklappt. Heute kollidieren die Verklappungspraktiken aus Weltkriegsepochen mit wirtschaftlichen Interessen den Meeresboden als Ressource zu nutzen. Viele dieser Aktivitäten werden in der Nähe von oder sogar in den gefährdeten Gebieten durchgeführt und vergrößern damit die Gefahren von Havarien mit verklappter Munition. Darüber hinaus sind in den letzten Jahrzehnten die Hüllen der Bomben, Granaten, Container und Fässer in denen die Kampfstoffe versenkt wurden so stark korrodiert, dass deren Inhalt in die marine Umwelt gelangt. Zunehmend stellt sich deswegen die Frage, wie mit diesem Risiko umgegangen werden soll, vor allem in den Gebieten, in denen neben der Fischerei auch andere offshore Aktivitäten wie Tunnelbauten, Kabel- oder Pipelineverlegungen oder die Errichtung von Windkraftanalgen geplant sind oder bereits durchgeführt werden.

Das Ziel von DAIMON ist es, Daten für eine möglichst umfassende Risikobewertung von verklappten Munitionsaltlasten zu generieren, um daraus nachhaltige und sinnvolle Management-Entscheidungen für die betroffenen Meeresgebiete ableiten zu können. Dazu werden vom DAIMON-Konsortium im Rahmen von Schiffsexpeditionen und Felduntersuchungen umfangreiche Analysen in Gebieten der Ostsee und im Skagerrak durchgeführt, in denen Munition bzw. chemischen Waffen verklappt wurden bzw. vermutet werden.

AWI-Projektinhalte

Das AWI konzentriert sich dabei auf die Analyse von biologischen Effekten, die die verklappten Munitionsbestandteile und deren Abbauprodukte auf Modellorganismen haben können. Dazu werden Zellen, Plattwürmer und Muscheln im Labor mit ausgewählten Substanzen aus der verklappten Munition in Kontakt gebracht, um Wirkmechanismen zu identifizieren und konkrete Dosis-Wirkungsbeziehungen ableiten zu können. Des Weiteren werden Muscheln und Fische direkt in den betroffenen Gebieten gesammelt und untersucht. Bei diesen Untersuchungen wird der Gesundheitszustand der Organismen aus den Verklappungsgebieten mit dem von Vertretern aus unbelasteten Gebieten verglichen. Abschließend wollen die AWI-Wissenschaftler die Ergebnisse aus den Labor – und Felduntersuchung vergleichen und überprüfen inwieweit die im Labor induzierten Effekte mit den potentiellen Gesundheitsbeeinträchtigungen der Organsimen im Feld übereinstimmen und wenn ja, ob auch dafür Substanzen aus der verklappten Munition als Ursache in Frage kommen.

EUSBSR Priority Area Secure

Das Konzept von DAIMON wurde von EUSBSR Priority Area Secure mit dem Flagship-Status ausgezeichnet:

Flexibility matters: Interplay between trait diversity and ecological dynamics using aquatic communities as model systems (DynaTrait) 2015-2018

DFG Schwerpunktprogramm 1704

Merkmale, die zwischenartliche Interaktionen beeinflussen, sind von großer Bedeutung für die Stabilität von Populationen und die Koexistenz von Arten innerhalb von Gemeinschaften. Variabilität in diesen Merkmalen beeinflusst die Fitness der Art nicht nur direkt, sondern auch indirekt über die Fitness der gekoppelten, interagierenden Partner. Im Falle von antagonistischen Interaktionen wie z.B. Prädation und Konkurrenz ist daher anzunehmen, dass Variation in diesen Merkmalen selektiv aufrechterhalten wird. Daher sollte jeder Versuch Diversitäts-Stabilitäts-Zusammenhänge zu verstehen, funktionelle Variation dieser Merkmale in ökologischen Schlüsselarten als mechanistische Basis beinhalten. Mit diesem Projekt schlagen wir nun vor, die selektive Aufrecherhaltung der Diversität von allelochemischer Aktivität, einem weitverbreiteten Merkmal in Blüten von Alexandrium ostenfeldii zur Reduktion von Prädation und Konkurrenz, im Zusammenhang mit abiotischen (Nährstofflimitierung und Temperatur) und biotischen (Konkurrenz und Prädation) Stressoren zu untersuchen. Durch die Kombination von Feldbeobachtungen und Mikrokosmos- und Chemostaten-Experimenten mit der Charakterisierung der Zystenbank und experimenteller Evolution verbinden wir die Populationsdynamik innerhalb von Blüten mit der Populationsdynamik zwischen Blüten. Unsere Hypothesen sagen voraus, dass die wechselnde Selektionsdrücke und mutualistische Interaktionen zwischen allelochemisch aktiven und nicht-aktiven Linien die Populations- und Merkmalsdynamiken während der Blüte bestimmen und deren Diversität aufrechterhalten. Zwischen den Blüten ist die hohe Anzahl an kompatiblen und inkompatiblen Linien mit allelochemischer Altivität ein effizienter Mechanismus, um die Diversität und Stabilität mutulistischer Interaktionen aufrecht zu erhalten. Die Verbindung von Merkmalsvielfalt mit Populationsdynamiken in entscheidenden Phasen des Lebenszyklus erlaubt es uns daher, das Verständnis von Biodiversität und Ökosystemstabilität zu vertiefen.

Weitere Informationen: www.dynatrait.de

AWI Kontakt:
Dr. Sylke Wohlrab
Dr. Uwe John

IMCONet 2013-2017

EU: FP7-people-2012-IRSES

IMCONet ist ein internationales Forschungsnetzwerk, das einem interdisziplinären Ansatz verfolgt um die Folgen des Klimawandels an den Küsten der Westantarktis zu verstehen. Ein Netzwerk für Austausch und Training. Das Projekt bringt Europäische, Südamerikanische und US Wissenschaftler zusammen um Fortschritte in Klimawandel- und Ökosystemwandel an der Westantarktischen Halbinsel (WAP), einer Region schneller Erwärmung zu erzielen.

Weitere Informationen: www.imconet.eu

RETCEL 2015-2017

BMBF-MINCyT

Dieses Projekt versucht das Auftreten und die Verteilung toxischer Planktonarten zwischen dem subpolaren Südatlantik und dem Südozean in Abhängigkeit von ozeanographischen und hydrodynamischen Parametern zu klären.

 

 

FAABulous 2015-2017

Weitere Informationen finden Sie auf der englischen Version dieser Seite

PEACE 2015-2017

Weitere Informationen finden Sie auf der englischen Version dieser Seite.