Methoden der Arktischen Seenforschung

Süsswasser in hohen Breiten bieten wichtige Ökosystemdienstleistungen für nördlichen Gemeinden. Seen sind in verschiedenen Zeitskalen variabel. Wir kombinieren Beobachtungen des modernen Ökosystemzustands mit Untersuchungen der Seedynamik während vergangener Umwelteigenschaften.

Wir verwenden ein breites Methodenspektrum:

  • Feldarbeit - wir unternehmen jedes Jahr Expeditionen in die Polargebiete mit Schwerpunkt in der russischen Arktis. Im Winter nutzen wir spezielle Kraftfahrzeuge auf Winter-Straßen, d.h. gefrorenen Flüssen und Seen, um abgelegene Standorte zu erreichen. Im Sommer, wenn das Fehlen von Winter-Straßen die Benutzung von Autos auf dem oberflächig getautem Permafrost nicht erlaubt nutzen wir Hubschrauber.
  • Bohrtechnik - wir verwenden hauptsächlich die UWITEC Kerntechnik: Kolbenlot-System zur Gewinnung von langen Sedimentkernen, Schwerelot zur Gewinnung von kurzen Kernen mit intakten Oberflächenschichten. Lange Kerne werden bevorzugt in Winter-Eis-Bedingungen genommen um eine stabile Position über Grund zu gewährleisten. Dann wird durch Eislöcher operiert. Im Sommer wird von einer schwimmenden Plattform aus gearbeitet.
  • Wasserchemie - wir verwenden tragbare Wasserchemie-Analysatoren zur Messung von Temperatur, pH-Wert, Sauerstoff und Leitfühigkeit vor Ort. Die Proben werden zu unseren Laboratorien in Potsdam/Deutschland oder Partnerinstituten transportiert, um Ionen, Kationen und Wasserisotope zu messen.
  • Sedimentkerne werden bei 4°C zu den AWI-Laboratorien transportiert, um Elemente mittels XRF-Kern-Scanning zu analysieren, Mineralstoffzusammensetzung mittels XRD-Analyse, Korngrößenverteilung mittels Laser-Partikelgrößenbestimmung, organische Gehalte mittels VarioMAX. Wir analysieren Pollen, Kieselalgen und Chironomiden und alte DNS.

Kontakt:

Dr. Boris K. Biskaborn