02. März 2026. 67°11′S 55°56′ W. Die Wissenschaft des Schneeballs - und des Schneeengels
Auf vielen unserer bisher untersuchten Eisschollen war der Schnee auf den ebenen Flächen ziemlich dünn. Ein Teil ist im Laufe des Sommers weggeschmolzen, ein anderer Teil hat sich durch Umformungsprozesse sogar in Meereis umgewandelt. Das eigentlich strahlend weiße Meereis wirkte deshalb oft eher grau und fleckig.
Doch in den letzten zwei Tagen hat sich das Bild komplett verändert: Ein kräftiger Schwall feuchter Luft wurde in unser Forschungsgebiet im nordwestlichen Weddellmeer transportiert – und mit ihm jede Menge Schnee. Am Ende lagen 15 cm und mehr Neuschnee auf dem Eis. Und das bei vergleichsweise milden Temperaturen! Der Schnee war dadurch richtig schön feucht und „pappig“ – perfekt zum Schneemannbauen. Ihr lacht? Tatsächlich ist das gar nicht so unwissenschaftlich: Die sogenannte “Handprobe” gibt uns einen schnellen Hinweis auf die Schneefeuchte. Lässt sich der Schnee gut zu Schneebällen formen und hält stabil zusammen, liegt die Feuchte typischerweise bei etwa 3 bis 8 Prozent.
Bei der nächsten Schneeballschlacht könnt ihr also mit gutem Gewissen sagen, dass ihr eine kleine Schneefeuchte-Analyse durchführt.
Und noch etwas funktionierte heute hervorragend: ein Schneeengel. Das war allerdings keine Messmethode – sondern Steffis ganz persönliche Art, die Freude nach getaner Arbeit auszudrücken. Erkennt ihr den Engel?