Komm an Bord!

Wir machen uns auf den Weg in die Antarktis - und IHR seid virtuell mit dabei. In diesem Sinne: Komm(t) an Bord!

Wir sind Sandra und Steffi und werden auf der kommenden Polarstern-Expedition in die Antarktis nicht nur die Kammer (= unser Zimmer an Bord) teilen, sondern auch unsere Erlebnisse und wissenschaftliche Arbeit mit euch. Zieht euch also warm an, kocht euch einen Tee, macht's euch gemütlich - und kommt mit uns an Bord. 

Wir werden euch hier über regelmäßige Blog-Einträge aus dem Eis Einblicke geben, wie wir an Bord und auf dem Meereis arbeiten - und wie es ist über viele Wochen auf einem Forschungseisbrecher in der Antarktis zu leben. 

Und das sind wir

Wo geht's eigentlich hin?

Leinen los: 06. Februar 2026 in Punta Arenas (Chile)

Zurück im Hafen: 09. April 2026 Port Stanley (Falklandinseln)

Name der Expedition: PS153 - Summer Weddell Outflow Study (SWOS) 

Forschungsgebiet: Unser Forschungsgebiet liegt östlich der antarktischen Halbinsel - im nordwestlichen Weddellmeer. Das Gebiet ist in der Regel ganzjährig mit Meereis bedeckt. Es wird also spannend, wie weit uns unser deutscher Forschungseisbrecher RV Polarstern hier wirklich bringen kann.

Aktuelle Eiskarte und Position der Polarstern: Wir erwarten sehr viel und sehr dickes Eis auf unserer Expedition. Unsere tägliche Position, sowie Links zum Wetter und dem Polarstern-Blog von Bord findet ihr hier

Und woran genau werden Sandra und Steffi an Bord so arbeiten?

Blog

09. Februar 2026. 54° 23'S 63° 59'W. Drake Passage.

Seit zwei Tagen heißt es nun wirklich: Hallo von Bord der Polarstern! Endlich. Und das nicht nur, weil nach wochen-, monate- und zum Teil jahrelanger Vorbereitung diese Expedition nun tatsächlich beginnt, sondern auch, weil unsere Anreise nach Punta Arenas in Chile – dem Hafen, in dem Polarstern auf uns gewartet hat – länger gedauert hat als geplant. Wegen Schneefalls am Frankfurter Flughafen wurde unser Flug am Dienstag gestrichen, sodass sich die ohnehin schon lange Reise an die Südspitze Südamerikas um zwei weitere Tage verlängerte.

Nun aber sind alle an Bord, und seit zwei Tagen dürfen wir Polarstern unser Zuhause und unsere Forschungsheimat für die kommenden zwei Monate nennen. Damit sich das auch wirklich so anfühlt, waren die letzten Tage gut gefüllt: Koffer wurden ausgepackt und unsere Kammern eingerichtet. Außerdem hat sich der Kapitän gemeinsam mit seinem nautischen Team vorgestellt, und wir haben bereits eine erste Sicherheitseinweisung erhalten – denn bei aller Vorfreude gilt an Bord vor allem eines: Sicherheit ist wichtig.

Erst danach konnte es dann richtig an die Arbeit gehen. Die wissenschaftliche Ausrüstung, die in mehreren großen Frachtcontainern auf uns gewartet hat, wurde in die Labore an Bord gebracht und für den Einsatz vorbereitet.

Für Sandra bedeutete das vor allem, die CTD-Sonde und die Wasserschöpfer, sowie alle dazugehörigen Geräte aufzubauen, zu testen und die spätere Datenauswertung bereits jetzt vorzubereiten. Denn: die erste echte Messung soll schon in wenigen Tagen stattfinden. 
Steffi wiederum hat zusammen mit ihrem Team ihre gesamte Eisstationsausrüstung gesichtet – von kleinen Schneelupen über Maßbänder und Akkuschrauber bis hin zum eigenen Eislaborcontainer an Bord – und für die erste Eisstation ist fast alles bereits gepackt. Bis der Ozean dann wirklich gefroren ist, wird zwar noch etwas Zeit vergehen, aber eine erste wichtige „Eisstation“ fand gestern dennoch schon statt: Zum Mittagessen gab es Eis zum Nachtisch. Wie jeden Sonntag – und Donnerstag, dem Seemanns-Sonntag. Wir mögen diese Tage super gern! Was wäre eure Lieblings-Eissorte? 

Eure Frage: Warum muss in der Antarktis geforscht werden?

Die Antarktis ist wie ein riesiger Kühlschrank für unsere Erde. Sie hält unseren Planeten kühl und sorgt dafür, dass das Wetter und das Klima im Gleichgewicht bleiben. Aber dieser Kühlschrank verändert sich gerade – und wir müssen verstehen, warum.In der Antarktis gibt es ganz viel Eis, kaltes Meer und starke Winde. Dort entstehen wichtige Strömungen im Ozean, die beeinflussen, wie warm oder kalt es auch bei uns zu Hause ist. Wenn sich dort etwas verändert, merken wir das oft auch an anderen Orten auf der Welt. Kurz gesagt: Wir forschen in der Antarktis, damit wir die Erde besser verstehen – und sie schützen können. Denn obwohl sie so wichtig ist, wissen wir über die Antarktis ganz schön wenig!

01. Februar 2026. Bremerhaven

In zwei Tagen geht es los in Richtung Polarstern – das heißt: langsam wird es ernst mit dem Packen. Wie viele T-Shirts nehme ich für zehn Wochen Expedition mit? Und habe ich eigentlich noch genug Zahnpasta? Mit genau solchen Fragen haben wir uns in den vergangenen Tagen beschäftigt, denn viel Zeit bleibt nicht mehr. 

Da unsere Expedition auf der Polarstern in Punta Arenas (Chile) startet, beginnt unsere Reise dorthin bereits am Dienstag. Unsere wissenschaftliche Ausrüstung hingegen musste schon deutlich früher bereit sein: Bereits im Oktober wurde in unseren Lagerräumen und Werkstätten in Bremerhaven alles sorgfältig vorbereitet, getestet und verpackt. Anschließend wurde das Material in Containern verstaut, an Bord der Polarstern geladen und sicher untergebracht.
Mitte November hat sich die Polarstern auf den Weg nach Süden gemacht und seitdem bereits zwei Expeditionen durchgeführt. Wenn alles nach Plan läuft, werden wir am 6. Februar an Bord gehen und zur nächsten Expedition aufbrechen – diesmal in das nordwestliche Weddellmeer, östlich der Antarktischen Halbinsel (siehe Karte oben). 

Sobald wir an Bord sind, heißt es dann: Alles, was wir in Bremerhaven eingepackt haben – sowohl unsere T-Shirts als auch unsere wissenschaftliche Ausrüstung – wird wieder ausgepackt, aufgebaut und einsatzbereit gemacht. Was genau das bedeutet, erzählen wir euch später.

24. Januar 2026. Rückblick September 2025. Bekleidungslager

Aktuell herrschen auch bei uns in (Nord-)Deutschland schönste winterliche Bedingungen: Kalte, klare Luft und immer wieder fallen Schneeflocken vom Himmel. Da stellt sich schnell die Frage: Wenn es hier schon kalt ist – was ziehen wir dann erst in der Antarktis an? Eine berechtigte Frage, der wir hier auf den Grund gehen wollen. Und tatsächlich ist sie gar nicht so schwer zu beantworten. 

Am Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, gibt es ein Bekleidungslager, das uns für unsere Expeditionen von Kopf bis Fuß mit warmer und arbeitstauglicher Kleidung ausstattet. Dort waren wir bereits im September 2025, um sicherzustellen, dass alles passt: von der Polarmütze über den Overall und die dicken Polarfäustlinge bis hin zu wasserfesten Handschuhen und all den Schichten, die man dazwischen braucht. 

Sind alle Teile zusammengestellt, werden sie im sogenannten Polarsack verpackt und an Bord der Polarstern in Bremerhaven verstaut. Von dort ist die „alte Dame“ bereits im November gen Süden aufgebrochen. Aktuell befindet sie sich auf einer Expedition im Südpolarmeer, bei der unter anderem unsere deutsche Überwinterungsstation Neumayer Station III versorgt wurde. Aktuelle Einblicke in diese Reise findet ihr im Polarstern-Blog.

EURE FRAGEN

Wir freuen uns über alle Fragen, die ihr schon immer mal in Bezug auf die Polarforschung und alles, was dazu gehört, stellen wolltet. 

Wir haben vielleicht nicht die Antwort auf jede Frage - aber wir haben ein Schiff voller Expert*innen und werden keine Kosten und Mühen scheuen auch den Kapitän (Wie wird man eigentlich Kapitän?), Schiffsarzt (Was hilft am besten gegen Seekrankheit?) und andere Fachkolleg*innen (Wieso haben Pinguine einen weißen Bauch?) in die Beantwortung eurer Fragen miteinzubeziehen!

Also: Spitzt die Bleistifte und teilt eure Fragen hier mit uns.