09. Februar 2026. 54° 23'S 63° 59'W. Drake Passage.
Seit zwei Tagen heißt es nun wirklich: Hallo von Bord der Polarstern! Endlich. Und das nicht nur, weil nach wochen-, monate- und zum Teil jahrelanger Vorbereitung diese Expedition nun tatsächlich beginnt, sondern auch, weil unsere Anreise nach Punta Arenas in Chile – dem Hafen, in dem Polarstern auf uns gewartet hat – länger gedauert hat als geplant. Wegen Schneefalls am Frankfurter Flughafen wurde unser Flug am Dienstag gestrichen, sodass sich die ohnehin schon lange Reise an die Südspitze Südamerikas um zwei weitere Tage verlängerte.
Nun aber sind alle an Bord, und seit zwei Tagen dürfen wir Polarstern unser Zuhause und unsere Forschungsheimat für die kommenden zwei Monate nennen. Damit sich das auch wirklich so anfühlt, waren die letzten Tage gut gefüllt: Koffer wurden ausgepackt und unsere Kammern eingerichtet. Außerdem hat sich der Kapitän gemeinsam mit seinem nautischen Team vorgestellt, und wir haben bereits eine erste Sicherheitseinweisung erhalten – denn bei aller Vorfreude gilt an Bord vor allem eines: Sicherheit ist wichtig.
Erst danach konnte es dann richtig an die Arbeit gehen. Die wissenschaftliche Ausrüstung, die in mehreren großen Frachtcontainern auf uns gewartet hat, wurde in die Labore an Bord gebracht und für den Einsatz vorbereitet.
Für Sandra bedeutete das vor allem, die CTD-Sonde und die Wasserschöpfer, sowie alle dazugehörigen Geräte aufzubauen, zu testen und die spätere Datenauswertung bereits jetzt vorzubereiten. Denn: die erste echte Messung soll schon in wenigen Tagen stattfinden.
Steffi wiederum hat zusammen mit ihrem Team ihre gesamte Eisstationsausrüstung gesichtet – von kleinen Schneelupen über Maßbänder und Akkuschrauber bis hin zum eigenen Eislaborcontainer an Bord – und für die erste Eisstation ist fast alles bereits gepackt. Bis der Ozean dann wirklich gefroren ist, wird zwar noch etwas Zeit vergehen, aber eine erste wichtige „Eisstation“ fand gestern dennoch schon statt: Zum Mittagessen gab es Eis zum Nachtisch. Wie jeden Sonntag – und Donnerstag, dem Seemanns-Sonntag. Wir mögen diese Tage super gern! Was wäre eure Lieblings-Eissorte?
Eure Frage: Warum muss in der Antarktis geforscht werden?
Die Antarktis ist wie ein riesiger Kühlschrank für unsere Erde. Sie hält unseren Planeten kühl und sorgt dafür, dass das Wetter und das Klima im Gleichgewicht bleiben. Aber dieser Kühlschrank verändert sich gerade – und wir müssen verstehen, warum.In der Antarktis gibt es ganz viel Eis, kaltes Meer und starke Winde. Dort entstehen wichtige Strömungen im Ozean, die beeinflussen, wie warm oder kalt es auch bei uns zu Hause ist. Wenn sich dort etwas verändert, merken wir das oft auch an anderen Orten auf der Welt. Kurz gesagt: Wir forschen in der Antarktis, damit wir die Erde besser verstehen – und sie schützen können. Denn obwohl sie so wichtig ist, wissen wir über die Antarktis ganz schön wenig!