AWI-Nachhaltigkeitsrichtlinie

Präambel

Gemäß dem Brundtland-Bericht von 1987 gilt eine Entwicklung als nachhaltig, wenn sie den Be­dürfnissen der heutigen Generation entspricht und dabei nicht die Möglichkeiten künftiger Ge­nerationen gefährdet, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen („Sustainable development meets the needs of the present without compromising the ability of future generations to meet their own needs“). Um dem Prinzip und Kern der Nachhaltigkeit ge­recht zu werden, sollten die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit, d.h. Umwelt, Soziales und Wirtschaft, gleichermaßen beachtet und – wo es möglich ist – zusammengeführt werden.

Der Brundtland-Bericht hat wesentlich dazu beigetragen, dass das Leitbild der Nachhaltigkeit ge­sellschaftlich und politisch breite Anerkennung findet. Auch die Wissenschaft hat viele gute Grün­de für den Wert nachhaltigen Handelns im ökologischen, sozialen und ökonomischen Bereich ermittelt. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, die Ressourcen der Erde schonend zu nut­zen. Grundlage dafür ist das Erreichen eines hohen Systemverständnisses für mittel- und langfristige Wechselwirkungen.

Das Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) hat seine Schwerpunkte in der Klima-, Biodiversitäts- und Erdsystemforschung und findet in diesem Be­reich weltweit Anerkennung. Dabei erforschen wir auch den Zusammenhang zwischen Mensch und Umwelt und stehen mit der Gesellschaft im Dialog zu verschiedenen Aspekten der Wirkungen menschlichen Handelns. Wir leisten mit unserer Forschung einen wissenschaftlichen Beitrag zu den internationalen Nachhaltigkeitszielen und zeigen gesellschaftliche Wege zur Nachhaltigkeit auf. Daraus ergibt sich eine besondere Vorbildfunktion für Mitarbeiter, Politik und Gesellschaft.

Als Großforschungszentrum unterhält das AWI unter anderem Stationen in Arktis und Antarktis, Forschungsschiffe und Polarflugzeuge. Dies ist mit vergleichsweise großen Ressourcenverbräuchen verbunden. Daher streben wir bei unserer Forschung eine möglichst geringe Einflussnahme auf unsere Untersuchungsobjekte und -orte unter Einhaltung hoher Standards an.

Das AWI hat als Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft gemeinsam mit der Leibniz-Ge­meinschaft und der Fraunhofer-Gesellschaft einen Beitrag zur Handreichung „Nachhaltigkeitsmanagement in außeruniversitären Forschungsorganisationen“ (LeNa) geleistet und bekennt sich zu den sich daraus ableitenden Leitlinien, an deren Umsetzung wir arbeiten.

  

Organisationsführung

Das AWI legt großen Wert auf eine nachhaltige Organisationsführung. Dazu gehört, die Dynamik der Forschung vor dem Hintergrund rechtlicher, finanzieller und ethischer Rahmenbedingungen bestmöglich zu unterstützen. Dies umfasst eine auf kurz-, mittel- und langfristige Ziele orientierte Strategieplanung unter Beteiligung aller relevanten Funktionsbereiche. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden in verschiedenen dialogorientierten Formaten an der Organisationsentwicklung beteiligt. Für uns sind Offenheit, gute Kommunikation und gegenseitiges Vertrauen sowie die Anerkennung der Vielfalt von Leistungen zentrale Werte. Ein herausragender Beitrag zur internationalen Forschung, eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit und ein gutes Betriebsklima sind wichtige Faktoren, um die Motivation und Identifikation der Mitarbeiter mit dem AWI zu stärken.

  

Forschung

Das AWI trägt durch die Entschlüsselung von komplexen Prozessen im System Erde zum Verständnis der Wirkung zwischen Natur, Mensch und Technik bei. Dies ist die erste Voraussetzung zur Entwicklung von Lösungsbeiträgen für große gesellschaftliche Herausforderungen. Zudem leisten wir konkrete Beiträge zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (UN). Dazu gehört zum Beispiel, die Forschung an Ursachen und Wirkungen von Klimawandel und Umweltverschmutzung sowie von Risiken für die Artenvielfalt, aber auch von Chancen durch Naturschutz zu verbessern. Auf diese Weise generieren wir wissenschaftliches Wissen für die Gesellschaft, das die übergreifende Grundlage zur Entwicklung von Zukunftsszenarien und zur Ableitung gesellschaftlicher Handlungsoptionen bildet.

Mit unserer Forschung zu Veränderungen in der Atmosphäre, der Kryosphäre, dem Ozean und der Küste, entsprechenden Rückkopplungsmechanismen sowie den Konsequenzen des Klimawandels für polare und marine Ökosysteme und Biodiversität tragen wir zu einer Vielzahl von Sachstandsberichten bei. Dazu zählen neben internationalen Berichten (z.B. von IPCC1, IPBES2, OSPAR3, HELCOM4, SCAR5) auch Berichte von verschiedenen Bundesämtern. Ferner sind AWI-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler in die Grundlagenforschung und in die Datenbereitstellung zu Fragen des marinen Naturschutzes involviert, u.a. im Rahmen der Nordseeforschung, der Forschung in der Antarktis (CCAMLR), aber auch des Helmholtz-Institutes für Funktionelle Marine Biodiversität an der Universität Oldenburg (HIFMB) sowie der Aktivitäten der Deutschen Allianz Meeresforschung. Unsere ökologischen Langzeitbeobachtungen (longterm ecological time series, LTER) spielen eine wichtige Rolle, um Änderungen in Umweltbedingungen frühzeitig identifizieren und deren Konsequenzen beispielsweise in Hinblick auf Biodiversität beschreiben zu können. In geeigneten Bereichen forscht das AWI zu umweltfreundlichen bioökonomischen Technologien und Verfahren, wie etwa zu bionischem Leichtbau und Aquakultur, welche die Forschungsleistung verbessern und wo möglich direkt zur Reduktion von Emissionen und dem Schutz natürlicher Ressourcen beitragen.

Risiken aus Wissensunsicherheiten werden ebenso reflektiert wie die angewendeten Methoden und Ergebnisse sowie deren mögliche gesellschaftliche und ökologische Folgen. Die offene Bereitstellung von Daten, Wissen und Informationen wird als strategisches Ziel vom AWI unterstützt. Dabei finden die „Grundsätze zum Umgang mit Forschungsdaten der Allianz der Wissenschaftsorganisationen“ und das „Positionspapier der Helmholtz-Gemeinschaft zum Umgang mit Forschungsdaten“ ebenso Anwendung wie die Vorschläge der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zur „Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis“ und die AWI-intern erarbeitete „Richtlinie für Publikation und Datenarchivierung“. Wichtige Impulse geben unter anderem die „Leitlinien für verantwortungsvolle Wissenschaft am AWI“, zu deren Umsetzung ein „Risk Assessment Committee“ eingerichtet worden ist, das gemeinsam mit der Wissenschaft kontinuierlich mögliche gesellschaftliche und ökologische Risiken von Forschungsprojekten bereits im Zuge der Antragstellung identifiziert und analysiert. Um die Spuren unserer eigenen Forschung für die Umwelt so gering wie möglich zu halten, verpflichten wir uns ebenso wie alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Expeditionen unter Leitung des AWI zur „Erklärung zu einer verantwortungsvollen Meeresforschung“ der Senatskommission für Ozeanographie der DFG und des Konsortiums Deutsche Meeresforschung (KDM). Ferner ist die „Altonaer Erklärung“ des KDM mit zahlreichen Zielen für verstärkte Nachhaltigkeit in der Küsten- und Meeresforschung für das AWI leitend.

  

Wissenskommunikation und Transfer

Nachhaltiger Dialog und Austausch mit Politik, Gesellschaft und Wirtschaft haben für das AWI einen hohen Stellenwert. Der Wissenstransfer einschließlich des Technologietransfers wird daher strategisch entwickelt und reflektiert. Hierbei sind zunächst unsere umfassenden Beiträge zu Ausbildung, Lehre und Weiterbildung zu nennen, darunter insbesondere unser Schulprogramm HIGHSEA, die Schülerlabore SEASIDE und OPENSEA, die Berufsausbildung zahlreicher junger Menschen, die Beiträge der Wissenschaft zur Lehre an Hochschulen und ein breites Spektrum an Angeboten zur Personalentwicklung. Darüber hinaus spielen auch die direkte Verknüpfung von Forschung mit Wissenskommunikation sowie anderen Säulen des Wissens- und Technologietransfer eine entscheidende Rolle.

Über vielfältige Kommunikationsformate von klassischen Pressemitteilungen über Fernseh- und Radiointerviews bis zu eigenen AWI-Kanälen bei sozialen Medien informieren wir die Fach- wie die breite Öffentlichkeit kontinuierlich über unsere Arbeit und Forschungsergebnisse. Dabei gewinnen wir langfristig Partner, ohne Flexibilität zu verlieren. Die dadurch erreichte hohe öffentliche Sichtbarkeit der AWI-Forschung trägt mit dazu bei, die besondere Herausforderung des Klimawandels, des drohenden Verlusts von Lebensräumen und Arten und insgesamt die Bedeutung der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung für Meere bzw. Polarregionen deutlich zu machen und im öffentlichen Bewusstsein präsent zu halten.

Eine besondere Herausforderung ist für uns der zielgerichtete Wissenstransfer zur Lösung wichtiger gesellschaftlicher Fragen im Bereich Nachhaltigkeit. Hierbei geht es nicht allein um die Aufbereitung bereits vorhandener Erkenntnisse, sondern auch um neue Forschungsprozesse, die u.a. über die Synthese- und Kommunikationsplattform des Forschungsbereichs Erde und Umwelt der Helmholtz-Gemeinschaft (SynCom) sowie gemeinsam mit relevanten Stakeholdern aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft initiiert, konzipiert und durchgeführt werden. So können wir Forschungsansätze und -Erkenntnisse zielgerichtet und auf Grundlage integrierter Kommunikationsprozesse adressatengerecht aufbereiten und in gezielte Produkte umsetzen. Eine wichtige Funktion übernehmen dabei etwa das Nordseebüro, das Klimabüro oder das Arktis-Büro. Im Gegenzug können durch erkannte Stakeholder-Bedarfe wiederum Forschungsfragen geschärft und sogar neu identifiziert werden.

Mit Hilfe des Technologietransfers trägt das AWI dazu bei, auch mittels technischer Lösungen die Balance zwischen Nutzung und Bewahrung natürlicher Lebensräume zu verbessern, indem Knowhow und Innovationsansätze in eine nachhaltige wirtschaftliche Nutzung übertragen werden.

  

Personalentwicklung

Für das AWI ist die Rekrutierung von neuen qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ebenso essentiell wie die Schaffung attraktiver Arbeitsbedingungen und beruflicher Perspektiven für das Personal, das bereits länger beschäftigt ist. Wir legen deshalb großen Wert darauf, unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kontinuierlich Chancen zur Weiterbildung und Karriereentwicklung zu bieten. Das AWI fühlt sich zudem einer ganzheitlichen Nachwuchsförderung und einem verantwortungsvollen Umgang mit der Be- und Entfristung von Arbeitsverträgen verpflichtet. Zu den herausragenden Beispielen für die Nachwuchsförderung zählen unsere Graduiertenschule POLMAR, die unseren Doktorandinnen und Doktoranden neben einem umfangreichen Aus- und Weiterbildungsprogramm zahlreiche Beratungs- und Unterstützungsangebote rund um die Promotion bietet, sowie das Postdoc-Büro PROCEED, mit dem wir Karrierewege in beide Richtungen sowohl in eine hochkarätige wissenschaftliche Laufbahn als auch in sehr erfolgreiche Karrieren außerhalb der Wissenschaft unterstützen. In Hinblick auf die Be- und Entfristung von Arbeitsverträgen insbesondere im wissenschaftlichen Bereich entwickeln wir u.a. unser systematisches Verfahren für Tenure Track-Stellen kontinuierlich weiter. Zusätzlich wird unser Status Quo regelmäßig gemonitort und mit strategischen Zielen abgeglichen sowie darüber in den AWI-Gremien berichtet.

Generell sind Vielfalt und Chancengleichheit prägende Elemente unseres Selbstverständnisses. Wir bekennen uns daher zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Das AWI führt seit 2005 das Zertifikat „Beruf und Familie“, unterhält eine betriebseigene Krippe und hält zahlreiche Unterstützungsleistungen für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesem Bereich vor. Ferner fördern wir die Gesundheit unseres Personals und streben eine Kultur des Vertrauens und der Anerkennung basierend auf freundlichem Umgang und wechselseitigem Respekt an. Unsere internationalen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen wir mit Angeboten zum Erwerb von Sprachkenntnissen und pflegen wo möglich und nötig einen Informationsaustausch in der Wissenschaftssprache Englisch. Niemand soll aufgrund seiner Herkunft, seines Geschlechtes oder seiner Religion am Arbeitsplatz benachteiligt sein.

  

Arbeitsumfeld

Ein gesunder, sicherer Arbeitsplatz ist ein wesentliches Element unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Dazu gehören hohe Standards in der Arbeitssicherheit einschließlich des Umgangs mit Chemikalien und anderen Materialien, aber auch die Schaffung bestmöglicher Bedingungen für nachhaltige Forschung wie zum Beispiel der gute Umgang mit Proben, Geräten und Einrichtungen. Die Stabsstelle Health, Safety and Environment (HSE) unterstützt das Direktorium bei der Wahrnehmung seiner Verantwortung für Sicherheit und Gesundheitsschutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des AWI. Ferner berät sie in Fragen des Arbeits-, Gesundheits- und Brandschutzes sowie in Fragen der Unfallverhütung.

  

Bereitstellung von Gebäuden und Forschungsplattformen

Die Planung der Weiterentwicklung von Liegenschaften und Gebäudebeständen sowie Vorbereitung von Neubau-, Erweiterungs- und Modernisierungsmaßnahmen bei Gebäuden und baulichen Anlagen liefert die Grundlage für eine bedarfsgerechte und zukunftsfähige Bereitstellung benötigter Flächen, Infrastrukturen und Ressourcen. Sie reicht von der Master- und Bedarfsplanung bis zur Ausführungsplanung. Die bauliche Gestaltung nimmt Einfluss auf die Qualität der gebauten Umwelt, der sie umgebenden Umwelt wie auch auf die Akzeptanz von (Bau-)Maßnahmen.

Forschung in maritimen und polaren Systemen erfordert zudem eine robuste und leistungsfähige Infrastruktur. Das AWI ist bestrebt, betriebsbedingte schädliche Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit so gering wie möglich zu halten. Bei Planung, Bau und Betrieb sowie Instandsetzung, Unterhalt und Rückbau von Gebäuden und Forschungsplattformen inkl. der zugehörigen technischen Anlagen sowie Außenanlagen erfolgt eine Bewertung der ökologischen, ökonomischen, sozialen, funktionalen und technischen Aspekte. 

Sofern wirtschaftlich vertretbar, bevorzugen wir bei Investitionsentscheidungen unter zusätzlicher Berücksichtigung sozialer Aspekte die umweltfreundlichste Option. Bei der Betrachtung der Wirtschaftlichkeit von Investitionen ist immer auch das Verhältnis von Investitions- und Betriebskosten in Form von Lebenszyklusanalysen zu betrachten.

Wir lasten unsere Gebäude und Forschungsplattformen während ihrer Nutzungszeit optimal aus. Um dies zu erreichen, müssen eine strategische Planung von Investitionen, flexible Nutzung sowie eine hohe Betriebssicherheit der technischen Anlagen gewährleistet werden.

  

Digitale Infrastruktur

Die Bereitstellung von IT-Infrastruktur für Rechner und digitale Medien einschließlich Forschungsdaten trägt dazu bei, dass die Nachhaltigkeitsziele aus anderen Bereichen erfüllt werden können. Hierzu gehören die Bereitstellung und Betreuung von Kommunikations- und Zusammenarbeitstechnik ebenso wie komplexe Datenbankanwendungen oder Mechanismen zur Datensicherung und Bereitstellung von Informationen. Insbesondere im Hinblick auf den energieaufwändigen Betrieb von Hochleistungsrechnern trägt das AWI besondere Verantwortung für die Optimierung der Ressourcennutzung. 

Die Absicherung der Forschungsdaten und Kommunikationsdienste gegenüber Verlust, Ausfall und Angriffen ist definiertes Ziel des AWI. Der sichere und ressourceneffiziente Betrieb zahlreicher IT-Dienste wird durch Virtualisierungskonzepte und redundante Auslegung der Systeme garantiert. Eine langfristige und somit nachhaltige Nutzbarkeit von Forschungsdaten wird gesichert.

Darüber hinaus ermöglicht die Bibliothek den Zugang zu Publikationen und stellt Informationen zu Entwicklungen im Bereich des wissenschaftlichen Veröffentlichens bereit.

   

Mobilität und Transporte

Das AWI bewegt durch dienstlich veranlasste Reisen und Expeditionen viele Menschen von Ort zu Ort. Zudem pendeln täglich viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Region an ihren Arbeitsplatz am AWI.

Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, im Zuge einer nachhaltigen Mobilität, aber auch im Bereich der Transportabwicklung die Umweltbelastungen so gering wie möglich zu halten. Dazu zählt nicht nur die Stärkung von emissionsarmem Individualverkehr und ÖPNV-Nutzung, sondern auch der Ausgleich des CO2-Footprints bei Flügen.

Neuartige nachhaltige Mobilitätskonzepte sollen auf ihre technische, organisatorische sowie wirtschaftliche Machbarkeit geprüft und nach Möglichkeit eingesetzt werden. Ebenso sollen verstärkt technische Entwicklungen, die zur Reduktion von beispielsweise dienstlichen Reisen führen können, angeboten und genutzt werden.

  

Beschaffung

Das AWI ist ein relevanter Akteur in der Nachfrage von Dienstleistungen und Gütern. Wir wollen mit unserem Nachfragepotential zur Verbesserung des Angebots an nachhaltigen Gütern und Dienstleistungen beitragen. Hierbei ermöglicht es die Gesetzeslage, neben der Wirtschaftlichkeit in allen Phasen des Vergabeverfahrens die sozialen und umweltbezogenen Aspekte zu berücksichtigen (z.B. Lebenszykluskosten, Umweltprüfsiegel, Einhaltung von Sozialstandards etc.) und über die gesamte Wertschöpfungskette im Beschaffungsprozess zu etablieren und einzufordern. Dazu vermitteln wir Lieferanten mit Hilfe der Leistungsbeschreibung sowie den Eignungs- und Wertungskriterien die vom AWI verfolgten Ziele.

   

Ziele, Rahmenbedingungen und Kontrollmechanismen

Wir wollen im Sinne der Nachhaltigkeit durchgängig Strategien für einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess implementieren, um die Leistungen des AWI auf diesem Feld auch über gesetzliche Anforderungen hinaus zu verbessern. Soweit möglich sollen die Entwicklungen und die Erfolge in Bezug auf Nachhaltigkeit messbar gemacht werden. Darüber hinaus soll eine Orientierung an gängigen Standards und Managementsystemen erfolgen.

Zur Information über Nachhaltigkeitsthemen betreibt das AWI dauerhaft, gut sichtbare, möglichst elektronische Informationskanäle. Für die Umsetzung dieser Nachhaltigkeitsrichtlinie erhalten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller relevanten Bereiche Unterstützung durch die entsprechenden Fachabteilungen. Darüber hinaus werden Möglichkeiten eröffnet, an entsprechenden Weiterbildungen und Netzwerkveranstaltungen teilzunehmen.

Die Leistung des AWI in Bezug auf seine Nachhaltigkeitsaspekte soll mit relevanten Stakeholdern (Mitarbeiterschaft, Partner in Wissenschaft und Wirtschaft sowie interessierte Öffentlichkeit) in regelmäßigen Abständen transparent kommuniziert werden. Hierzu werden wir regelmäßig interne Informationsveranstaltungen anbieten und unser Berichtswesen sichtbar um Aspekte der Nachhaltigkeit ergänzen.

 

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Stand: 12.06.2019

 



1 IPCC – Intergovernmental Panel on Climate Change

2 IPBES – Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services

3 OSPAR – Oslo-Paris-Übereinkommen zum Schutz der Meeresumwelt des Nordost-Atlantiks

4 HELCOM - Helsinki-Kommission Ostseeaktionsplan

5 SCAR - Scientific Committee on Antarctic Research