Hier berichten wir über aktuelle und kürzlich beendete Expeditionen.

MSM 81 Falkland sediment drifts - mit FS Maria S Merian zum Falkland Plateau

Durch die Öffnung der Drake Passage und der Scotia See wurde ein Wassermassenaustausch zwischen dem südlichen Pazifik und dem Südatlantik ermöglicht. Auf diese Weise kam es zu einem Transfer von Wärme und Energie zwischen den beiden Ozeanen. In Kombination mit der Öffnung des Tasman Gateways wurde so die Entwicklung des Antarktischen Zirkumpolarstroms (ACC) und somit eine thermische Isolation der Antarktis möglich, was als eine Hauptursache für den Einsatz weitreichender Vereisungen diskutiert wird. Sowohl die tektonischen Bewegungen in der Drake Passage und der Scotia See als auch klimatische Veränderungen haben zu Modifizierungen in Intensität und Pfad des ACCs und der Wassermassen, welche der ACC umfasst, geführt. Das Einsetzen des ACCs sowie diese Modifizierungen sind in sedimentären Strukturen dokumentiert, die auf dem Falkland Plateau abgelagert wurden. Eine Untersuchung dieser Sedimentdrifts, welche durch Zirkumpolares Tiefenwasser, Weddell See Tiefenwasser und Antarktisches Bodenwasser geformt wurden, mit hochauflösender reflexionsseismischen Methoden wird zu Information über Veränderungen der ozeanischen Zirkulation als Folge tektonischer Bewegungen und Klimaänderungen führen.

Hinweis

Dieser Inhalt steht nur in englischer Sprache zur Verfügung, bitte wechseln Sie über den Sprachschalter rechts oben zur englischen Sprachversion.

MSM 84 'LABRADOR-GLACIALS' - mit FS Maria S. Merian auf den Labradorschelf und in den Melvillesee

Der Labradorschelf, welcher der östlichen kanadischen Küste vorgelagert ist, ist ein wichtiges Gebiet für die Forschung im Bereich der Paläoklimatologie und Paläozeanographie. Das kanadische Hinterland war während der Eiszeiten vom sogenannten Laurentidischen Eisschild bedeckt. Während der Abschmelzphasen am Übergang zu den Warmzeiten werden durch die Fjorde und die den Fjorden vorgelagerten, durch Eisströme ausgehobelten Trogsysteme große Mengen an Süßwasser in die Labradorsee und den Nordatlantik entlassen. Das Süßwasser hat einen signifikanten Einfluß auf die Meeresströmungen in der Labradorsee. Dies wirkt sich wiederum entscheidend auf das Klima der Nordhalbkugel aus. Während das größte solche Abflusssystem, die Hudson Bay im nördlichsten Teil des Labradorschelfs, und auch die Gebiete um Neufundland und Nova Scotia in vielen Detailstudien bisher sehr gut untersucht wurden, ist der Bereich direkt vor Labrador noch weitgehend unerforscht. Bisherige Studien stützen sich auf Analysen von Sedimentkernen, die weit entfernt von der Küste genommen wurden, also in einem Bereich, über dem der Laurentidische Eisstrom gar nie zu liegen kam.

Aus diesem Grund untersuchen die Wissenschaftler der Expedition MSM84 die glaziale Geschichte des Labradorschelfes und damit auch die glaziale Geschichte des östlichen Randes des Laurentidischen Eisschildes. Dabei wird neben dem Schelfbereich auch der Melvillesee befahren und untersucht, der in einem engen Fjord der kanadischen Labrador-Küste liegt. Dafür werden verschiedene Methoden angewandt:

- Die Geophysiker (Kooperation zwischen dem AWI und der Universität Kiel) wenden seismische hydro- und geoakustische Methoden an. Mit Bathymetrie wird die Meeresbodentopographie hochauflösend abgetastet, um Rückschlüsse auf Strukturen zu erhalten, die durch den Eisschild bzw. dessen Rückzug am Ende der Eiszeit verursacht wurden. Dies können zum Beispiel Moränen oder Eisbergkratzer sein. Mit Sedimentechographie und Seismik wird tiefer in die Sedimentschichten geschaut, um dort ähnliche Strukturen zu finden, die von früheren Eiszeiten zeugen.

- Die Geologen (Kooperation zwischen AWI, Universität Bremen und Universität Kiel) entnehmen Kerne vom Schelf und vom Melvillesee. Anhand von physikalischen und geochemischen Messungen an den Kernen können sie in der Zeit zurückschauen und rekonstruieren, wie sich das Klima und die Umweltbedingungen mit der Zeit - also auch mit den Eis- bzw. Kaltzeiten - verändert haben. Einige Kerne werden auch gezielt von glazialen Strukturen (Moränen, Eisbergkratzer) entnommen, um diese Strukturen zu datieren und in eine zeitliche Abfolge bringen zu können.

Im Expedition MSM84 findet von Mitte Juni bis Mitte Juli 2019 mit dem Forschungsschiff Maria S. Merian statt. 

 

Ansprechpartner:

Dr. Catalina Gebhardt

Dr. Jens Matthiessen

 

Nationale Kooperationspartner:

University of Bremen:

Dr. Christian Ohlendorf

University of Kiel:

Prof Dr. Sebastian Krastel

Dr. Felix Gross

Prof. Dr. Ralph Schneider

Dr. Henriette Kolling

 

Internationale Kooperationspartner:

Université Laval, Québec, Canada:

Prof. Dr. Patrick Lajeunesse

Université du Québec à Montréal, Canada:

Prof. Dr. Anne de Vernal

Université du Québec à Rimouski, Canada:

Prof. Dr. Guillaume St-Onge

Danksagung

Dieses Projekt wird durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft im Rahmen der Schiffsanträge gefördert.

Impressionen aus der Messe :-)

 

 

 


        seltsame Dinge geschehen an der Neumayer Station...