Unsere Forschungsschwerpunkte
Unser Ziel ist es, die marinen Stoffflüsse auf der Ebene von Organismen, Ökosystemen und auf globaler Ebene zu verstehen. Zu diesem Zweck stellen wir Hypothesen auf der Grundlage ozeanographischer Feldbeobachtungen auf, testen sie in kontrollierten Phytoplankton-Laborexperimenten und nutzen die Ergebnisse zur Entwicklung mathematischer Modelle. Auf diese Weise gewinnen wir nicht nur Erkenntnisse über Einschränkungen und ‘Trade-Offs’ bei physiologischen Schlüsselprozessen von Meeresalgen, sondern auch über veränderte ökologische Prozesse im Zuge des Klimawandels. Der enge Austausch zwischen Biologen und Modellierern hat die Entwicklung unseres marinen biogeochemischen Modells REcoM stark unterstützt. Eingebettet in ein großskaliges Ozeanzirkulationsmodell können wir damit die Zukunft der ozeanischen Kohlenstoffsenke und die Bedingungen für marines Leben projizieren und einen besonderen Fokus auf die Polarregionen legen. Die Arbeitsgruppe Proxy Forschung rekonstruiert vergangene Klima- und Umweltbedingungen, um besser zu verstehen, wie sich unser Erdsystem verändert – und verändert hat. Dafür liest und interpretiert sie chemische Signale in biologischen Archiven wie Foraminiferenschalen oder arktischen Kalkalgen, deren Kalkstrukturen Informationen über vergangene Ozean- und Klimabedingungen speichern. In enger Zusammenarbeit mit Paläoklima- und Geowissenschaftlern trägt die Gruppe dazu bei, zentrale Fragen über die langfristige Dynamik des Erdsystems zu beantworten. Mit diesem Fachwissen und Ansatz positioniert sich unsere Sektion am Schnittpunkt der drei wichtigsten AWI-Abteilungen: Bio, Geo und Klima.