Ice-Tethered Profiler

Ice-Tethered Profiler (ITP) sind autonome, frei driftende Messplattformen, die Vertikalprofile von Wassermasseneigen - schaften im eisbedeckten Ozean erfassen. Die Systeme werden im Eis verankert und messen Temperatur, Salzgehalt und Druck in den oberen 800 bis 1000 m der Wassersäule. Dazu bewegt sich ein Sensorträger vertikal an einem Kabel ein oder mehrmals täglich auf oder ab, um die Messungen vorzunehmen.

Die Bewegung entlang des Kabels funktioniert entweder mit einem motorisierten Rad oder mit einem Ölblase, der den Auftrieb ändert wie bei einem Float. Die Daten werden über elektromagnetische Induktion vom Messgerät im Kabel an die Oberflächeneinheit übertragen. Von dort aus werden die Daten zusammen mit Positionsmessungen (GPS-Empfänger) über Satellitenkommunikation (IRIDIUM) gesendet, und sind somit täglich für Wissenschaftler an Land zugänglich.
Mit den gemessenen Daten können z.B. Veränderungen im Süßwassergehalt des oberen Arktischen Ozeans untersucht werden wie im Projekt NORTHATLANTIC.Zusammen mit Daten höherer Genauigkeit von Schiffsexpeditionen erlauben die Daten der autonom messenden Systeme ganzjährige wissenschaftliche Analysen der oberen Wassersäule, welche mit Messungen von Schiffsexpeditionen allein nicht möglich wären.
Die Daten der Ice-Tethered Profiler von Woods Hole Oceanographic Institution sind online verfügbar. Der Einsatz der autonomen Messsysteme wird über das International Arctic Buoy Programme koordiniert.

Abb. 1: Schematische Darstellung des Ice-Tethered Profilers, der in der Woods Hole Oceanographic Institution (WHOI) entwickelt wurde und gebaut wird (Zeichnung von Rick Krishfield (WHOI)).

Abb. 2: Ice-Tethered Profiler der Firma Metocean: Polar Ocean Profiling System POP

Abb. 3: Positionen der Profilmessungen von ITPs, die 2011 (rot) und 2006-2010 (schwarz) ausgeführt wurden. Die Meerestiefe ist der IBCAO entnommen und blau schattiert dargestellt (in m von der Wasseroberfläche).