Die heimische Austernart - Ostrea edulis

Europäische Auster gilt in ihrer typischen Artengemeinschaft als Schlüsselart mit besonderer ökologischer Funktion. Aufgrund ihrer globalen und regionalen Bedeutung wurde sie in die OSPAR-Liste stark im Bestand bedrohter und schützenswerter Tierarten aufgenommen. Austernriffe zeichnen sich als Hot Spots der biologischen Vielfalt aus. Sie bieten Nahrung, Schutz, Siedlungssubstrat und fungieren als Kinderstube u.a. für viele Fischarten. Insgesamt leisten Austernbänke wertvolle Ecosystem Services, wie Erhöhung der Biodiversität, Futter und Schutzraum für viele Tierarten, eine Verbesserung der Wasserqualität durch Filtrationsleistung, Verringerung toxischer Algenblüten, Festigung loser Sedimente, Küstenschutz und damit insgesamt eine Wertsteigerung des umliegenden Ökosystems (Ecosystem Value) gehören.

Die Bestände der Europäischen Auster sind in ganz Europa als stark gefährdet eingestuft. Durch einen über Jahrhunderte andauernden, massiven Fischereidruck kam es im Laufe des 20. Jahrhunderts europaweit zu einem Zusammenbruch der Austernpopulationen. Für die deutschen Meeresgebiete ist belegt, dass die ursprünglich großen Austernbestände auch hier durch Überfischung vernichtet wurden. Austernbänke der Europäischen Auster bestehen heute nur noch vereinzelt z.B. in Großbritannien, Irland und Dänemark.

Machbarkeitsstudien und Restaurationsexperimente in Großbritannien haben gezeigt, dass Instandsetzungsmaßnahmen von Austernbänken, die auf Langzeitkonzepten beruhen, Erfolg versprechend sind, und der Wiederaufbau von Austernbänken möglich ist.

Wissenswertes über die Auster

Wissenschaftlicher Name:  Ostrea edulis
Deutscher Name: Europäische Auster
Größe: 12 bis 20 Zentimeter
Alter bei Geschlechtsreife: 3 bis 4 Jahre
Verbreitungsgebiet: Atlantik von Norwegen bis Portugal und Mittelmeer; in Deutschland und Belgien gilt die Art als ausgestorben
Lebensraum:            Niedrigwasserlinie bis in 40 Meter Tiefe
Biologie: Frei schwimmende Austernlarven siedeln nach einigen Tagen bis wenigen Wochen. Haben sie sich einmal auf geeignetem Hartsubstrat (bevorzugt Austern- und Muschelschalen) niedergelassen, bleiben sie als sessile Organismen dort haften.
Ernährungsweise: filtriert Planktonorganismen aus dem Meerwasser