OMAP

Austern und Muscheln unter anthropogenem Druck: Limitiert Mikroplastik die Toleranz ökologisch und ökonomisch wichtiger Muschelarten gegenüber dem Klimawandel?

OMAP wird im Rahmen des „AWI-Strategiefonds“ gefördert (Laufzeit: 3 Jahre).

Seit den 1950er Jahren führte die zunehmende Produktion von Kunststoffen zu einer fortschreitenden Ansammlung von Plastikmüll in den Ozeanen mit vielfältigen Folgen für das marine Leben. Die Aufnahme von Mikroplastik (MP) ist besorgniserregend, insbesondere für filtrierende Tiere, da sie zu tödlichen Verletzungen wie Verstopfungen des Verdauungstraktes, aber auch zu entzündlichen Prozessen oder zu einer Verringerung der Reproduktionsrate führen kann. Aufgrund ihrer geringen Größe besteht bei MP das Risiko, dass sie marine Nahrungsnetze in niedrigen trophischen Ebenen erreichen. Fütterungsexperimente mit Mäusen zeigten veränderte metabolische und transkriptionelle Reaktionen, die auf tiefgreifende Effekte von MP hinwiesen, mit Risiken für Top-Räuber, einschließlich des Menschen.  Studien die den physiologischen Einfluss von MP auf Muscheln untersuchten, ignorierten sein potenzielles Risiko unter Klimaänderungen, da MP die thermische Toleranz der Tiere einschränken kann und die Anfälligkeit für Erwärmung erhöhen. Dies gibt Anlass zu der Befürchtung, dass biologische Wechselwirkungen, die kaum verstanden sind, eine kritische Rolle bei der Festlegung physiologischer Grenzen für die globale Erwärmung spielen können. Umgekehrt kann die Erwärmung die Aufnahmerate von MP in filtrierenden Tieren erhöhen. Aus ökologischen, ökonomischen und gesundheitlichen Gründen ist es dringend notwendig, die MP-Auswirkungen auf wichtige Muschelarten wie Austern und Miesmuscheln unter den vorhergesagten Klimaveränderungen zu beurteilen.

Ziele des Projekts:

  1. Quantifizierung der natürlichen MP-Aufnahme wichtiger Muschelarten (Ostrea edulis, Crassostrea gigas und Mytilus edulis) unter heutigen und zukünftigen klimatischen Bedingungen.
  2. Bewertung der physiologischen Auswirkungen von MP auf das Genom der drei Muschelarten unter heutigen und zukünftigen klimatischen Bedingungen.
  3. Untersuchung der artspezifischen Anfälligkeiten gegenüber MP und Klimawandel, um ökologische und ökonomische Konsequenzen aufzuzeigen.