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BlackHAB

Das Schwarze Meer stellt durch seine Isolierung von den Weltozeanen ein einzigartiges marines System dar. Es wird durch ein großes Entwässerungsbassin gespeist, was in einer geringen Salinität und vertikaler Stratifizierung der Wassersäule resultiert. Vor allem letzteres stellt eine ideale Bedingung für das Wachstum und die Vermehrung von marinen Dinoflagellaten dar, zu denen auch viele toxische Arten gehören. Die Phytoplanktondiversität des Schwarzen Meeres wird seit Mitte des 20. Jahrhundert anhand morphologischer Charakteristika studiert. Ca. 1600 Arten sind in der Black Sea phytoplankton check-list verzeichnet, von denen 49 in anderen Meeresgegenden als toxisch beschrieben sind. Über das tatsächliche Vorkommen toxischer Phytoplanktonarten und deren Toxine im Schwarzen Meer ist bis heute fast nichts bekannt. Dieses Informationsdefizit wird für die junge Muschelaquakultur zunehmend zum Problem, weil Muscheln als Filterfresser marine Biotoxine aus dem Plankton aufnehmen und anreichern können und somit ein Gesundheitsrisiko für Konsumenten darstellen. Ziel dieses Forschungsvorhabens ist es das Vorkommen giftiger Algen und deren Toxine im westlichen Schwarzen Meer zu bestimmen sowie deren Verteilung in Abhängigkeit bio-optischer, biogeochemischer und ozeanographischer Parameter zu untersuchen.

CHL-A-HAB

Auf der beantragten Expeditionsfahrt mit FS Sonne II soll das südchilenische Fjord- und Kanalsystem vor dem Hintergrund zweier verheerender schädlicher Algenblüten (harmful algal bloom, HAB) untersucht werden. Im Rahmen des globalen Klimawandels wird im Allgemeinen eine Erweiterung von Habitaten in Richtung höherer Breiten erwartet, in Chile passiert allerdings das Gegenteil, indem sich HABs nach Norden ausbreiten. Im Rahmen der Expedition sollen zwei Hypothesen getestet werden: 1) HAB-Arten erleben eine nördliche Verteilungserweiterung aufgrund des vorhandener Zystenbetten (Ruhestadien) und sich ändernden Umgebungsbedingungen 2) HAB-Arten erleben eine nördliche Verteilungs-erweiterung aufgrund der Einführung neuer Arten entweder durch Migration durch den Humboldt-Strom oder durch anthropogene Aktivitäten. Zur Überprüfung dieser Hypothesen wird ein fachübergreifendes Forschungsprogramm vorgeschlagen.

HE516

R/V Heincke Bremerhaven-Bremerhaven (11.07.2018-12.08.2018)
Muschelvergiftungen durch Azaspirsäuren (AZA) sind ein relativ junges Phänomen, das zum ersten Mal 1995 beschrieben wurde, nachdem in den Niederlanden 8 Personen nach dem Verzehr irischer Muscheln erkrankten. Diese Muschelvergiftungen werden durch verschiedene nanoplanktonische Arten der Familie Amphidomataceae verursacht. Obwohl jüngere Forschungsergebnisse belegen, daß diese Arten eine weltweite Verbreitung haben, bleibt Irland bis heute das am meisten von diesen Muschelvergiftungen betroffene Land der Erde. Eine Auswertung aller punktuell zur Verfügung stehenden Daten führt zur Hypothese, daß es sich bei Amphidomataceen, im Gegensatz zu anderen giftigen Algen, um pelagische Plankter des offenen Meeres handeln könnte, die sich in speziellen Fällen durch Strömungen und Winde an Westküsten akkumulieren. Mit dem vorliegenden Antrag soll diese Hypothese anhand eines integrierten Datensatzes aus ozeanographischen, bio-optischen und meteorologischen Daten begleitet von Sedimentproben, taxonomischen Bestimmungen, Toxinmessungen und irischen Monitoringdaten überprüft werden.

GreenHAB II

R/V Maria S. Merian: St. John’s, Kanada-Nuuk, Grönland (25.06.2017-19.07.2017)
Das Projekt „GreenHAB II Expedition“ wird sich mit den Wechselbeziehungen von Hydrografie, Bio-Optik und Planktonzusammensetzung (insbesondere toxische Algen und deren Toxine) gekoppelt mit metagenomischen Ansätzen sowohl in den westgrönländischen Fjorden als auch einem latitudinalen Gradienten entlang der westgrönländischen Küste befassen. Diese Fjorde unterscheiden sich aufgrund von Eisbedeckung, Schmelzwasserzufluss von den Gletschern und ihrer Vorgeschichte. Die Ergebnisse sollen dazu dienen, um Effekte auf das Ökosystem abschätzen und quantifizieren zu können, die durch einen beschleunigten Süßwasserabfluss von den Gletschern hergerufen werden. Das Auftreten von toxischen Algenarten, das durch eine Verringerung des Salzgehalts und steigende Temperaturen verstärkt werden kann, soll mit analytisch-chemischen, metagenomischen und bio-optischen Methoden untersucht werden. Ergänzend sollen Sedimente auf das Vorkommen von Ruhestadien (Zysten) toxischer Planktonarten untersucht werden um künftige Populationsentwicklungen abschätzen zu können. Der Gehalt an Toxinen soll im Algenmaterial und im Wasser bestimmt werden, teilweise direkt an Bord.
In Kooperation mit dem ICBM, Universität Kopenhagen, WHOI, Universidad Mayor und PUC Santiago de Chile.

UTH16

Ziel der Expedition in den Limfjord (Juni 2016) war es die Planktongemeinschaft in dem Fjordsystem zu studieren, das einerseits einen abgetrennten Wasserkörper darstellt, andererseits aber über Kanäle Verbindung sowohl mit der Nordsee im Westen als auch zur Ostsee im Osten hat. Es wurden Wasser-, Plankton und Sedimentproben während der ganzen Expedition genommen um nicht nur die Planktonzusammensetzung in der Wassersäule zu untersuchen, sondern auch Ruhestadien (Zysten) im Sediment. Diese Expedition war ein Kooperationsprojekt mit Wissenschaftlern der Universität Kopenhagen in Dänemark und Teilnahme von Forschern aus Argentinien, Bulgarien und Finnland.

LightHAB

Untersuchung der Dynamik von schädlichen Algenblüten durch die Ermittlung der ozeanographischen und hydrographischen Bedingungen, bioptischen Detektionsmethoden. Bestimmung der Biodiversität giftigen Planktons und trophischen Transfers toxischer Dinoflagellaten zu deren protistischen Predatoren. Vergleich verschiedener Fjordsysteme.

In Kooperation mit dem ICBM.

AWIPEV-KOP117

Untersuchung von Pteropoden im Kongsfjord: Verteilungsmuster und Lipidstoffwechsel.

In Kooperation mit GEOMAR & UNIS