Der Boden unter dem antarktischen Thwaites-Gletscher zeigt eine komplexe Untergrundstruktur mit steilen Gesteinsrücken und großräumig wasser-gefüllten Sedimenten, berichten AWI-Forschende in einer aktuellen Studie in der Fachzeitschrift Communications Earth & Environment.
Erstautor Dr. Ole Zeising aus der Glaziologie am Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) und Kolleg:innen publizieren erstmals großräumig die Beschaffenheit des Bodens unterhalb des Thwaites Gletschers in der Westantarktis, der bereits heute erheblich zum globalen Meeresspiegelanstieg beiträgt. Ole Zeising erklärt: „Wir zeigen, dass der Boden sehr heterogen ist und maßgeblich die Gletscherdynamik beeinflusst. Darüber hinaus haben wir zum ersten Mal den Nachweis von weit verbreitetem subglazialem Wasser gebracht, das in hoch-porösem Sedimenten gebunden ist und sowohl in Senken als auch auf Bergrücken vorkommt. Dabei hat sich herausgestellt, dass die Wassermenge in einem postulierten subglazialen See um ein Vielfaches größer ist als bisher vermutet.“ Die neuen Ergebnisse zeigen, dass bisherige Computermodelle die komplexen Bedingungen nicht ausreichend berücksichtigen, obwohl diese den Rückzug des Gletschers entscheidend beeinflussen.
Weitere Informationen über die Ergebnisse der International Thwaites Glacier Collaboration (ITGC) gibt es in dieser Meldung sowie auf der Projektwebseite. In diesem (englischen) Behind-The-Paper Blog-Post beschreibt Ole Zeising die Antarktis-Kampagne.
Originalpublikation
Ole Zeising, Olaf Eisen, Coen Hofstede, Ronan Agnew, Alex Brisbourne, Andrew O. Hoffman & Sridhar Anandakrishnan, On behalf of the GHOST Team: Hard rocks and deep wetlands beneath Thwaites Glacier in Antarctica, Communications Earth & Environment (2026). DOI: https://doi.org/10.1038/s43247-026-03502-2