Populationsgenetik für Taiga und Tiundra

Populationsgenetische Analysen von Bäumen in hohen Breiten

Wir untersuchen die genetische Struktur und Anpassungsfähigkeit von Lärchenpopulationen im Taiga–Tundra-Übergang Sibiriens und Nordamerika, um Migrationsrouten seit dem Letzten Glazialen Maximum und die Dynamik der Baumgrenze besser zu verstehen. Mithilfe genomweiter Einzelbasenpolymorphismen (SNPs) aus Genotyping-by-Sequencing sowie nuklearer, plastidärer und mitochondrialer Marker erfassen wir feinräumige Muster des Genflusses und identifizieren genetische Cluster über große Distanzen.

Unsere Studien zeigen, dass geographische Barrieren, historische Refugien und langfristige Umweltveränderungen die heutige Verteilung genetischer Linien prägen und dass langlebige Klone lokale Anpassungen konservieren können. In landschaftsgenomischen Analysen verknüpfen wir genetische Variation mit Klimagradienten, um die Prozesse genetischer Anpassung an kalte und trockene Winterbedingungen zu charakterisieren und daraus Rückschlüsse auf die Reaktionsfähigkeit borealer Wälder auf den Klimawandel zu ziehen.