Anfang September trafen sich im kanadischen Inuvik Forschende aus Deutschland, Kanada und der Schweiz mit Vertreter:innen der Inuvialuit-Gemeinschaften, um gemeinsam Forschungsbedarfe und Kooperationsmöglichkeiten bei dem Projekt BeauPAIR in der Beaufortsee zu erörtern.
Im Sommer 2027 werden das AWI, Amundsen Science (Kanada) und die Forel Heritage Association (Schweiz) mit ihren Forschungsschiffen in der kanadischen Beaufortsee unterwegs sein, um besser zu verstehen, wie der Klimawandel die arktischen Land-Meer-Systeme verändert. Die Region und das angrenzende arktische Festland gehören zu den Gebieten, die weltweit die schnellsten klimabedingten Veränderungen erleben. Das betrifft vor allem die Inuvialuit-Gemeinschaften, die in dieser Region leben. Ein wichtiger Fokus von BeauPAIR liegt daher auf der engen Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort.
Der Workshop Anfang September brachte deshalb erneut Forschende und Vertreter:innen der Inuvialuit-Gemeinschaften zusammen, um herauszufinden, was konkrete Forschungsbedarfe und Möglichkeiten zur Zusammenarbeit sind. Wichtige Fragen ergeben sich zum Beispiel zu Fischpopulationen, Auswirkungen von Mikroplastik oder zu den Veränderungen von Meeresökosystemen. Auf der anderen Seite konnten die Forschenden viel vom Austausch mit den Inuvialuit lernen, etwa darüber, welche Orte der Beaufortsee zu welchen Zeiträumen wichtige Hotspots sein könnten oder auch gemieden werden sollten.
Begleitet werden die Forschungsarbeiten von BeauPAIR unter anderem von der Kampagne REVISIT: Mit den AWI-Fliegern Polar 5 und Polar 6 sowie an Land untersuchen die Wissenschaftler:innen die Wechselwirkungen zwischen Meereis, Schneebedeckung, Permafrost und Atmosphäre während des Übergangs vom Winter über die Schmelzsaison bis zum Sommer. Beide Projekte tragen zu Arctic Pulse bei, einer von Kanada geleiteten Initiative, die bestehende, internationale Forschungsprojekte in kanadischen Gebieten miteinander verknüpft. Ziel dieser internationalen Forschungsprojekte ist es zu verstehen, wie der rasche Umweltwandel die Wechselwirkungen zwischen Land und Meer in der Arktis verändert.
In seinen digitalen Grußworten betonte AWI-Direktor Hajo Eicken, dass aus dem Projekt in 2027 eine langfristige Zusammenarbeit entstehen soll. „Dass so viele Vertreter unterschiedlicher Organisationen und Gruppen, die alle auf ihre Art Teil dieser Projekte sein werden, an diesem Workshop teilgenommen und Interesse an unserer Forschung gezeigt haben, ist ein großer Erfolg und Grundstein für langfristige vertrauensvolle Zusammenarbeit“, sagt Bennet Juhls, der das Treffen organisiert hat und den ersten Fahrtabschnitt von BeauPAIR stellvertretend leiten wird. „Jetzt geht es darum, diese Verbindungen über die nächsten Monate und Jahre weiterzutragen und in konkrete gemeinsame Forschung zu übersetzen.“
Weitere Informationen zu Arctic Pulse: https://www.awi.de/im-fokus/arctic-pulse.html