Pressemitteilung

Larsen-C-Schelfeis wahrt sein Geheimnis

Meereissituation verhindert Vorstoß des Forschungseisbrechers Polarstern zum Larsen-C-Eisschelf und dem Abbruchgebiet des Eisbergs A68
Das deutsche Forschungsschiff Polarstern während einer Eisstation im Weddellmeer.

Polarsternexpedition ANT-XXIX/6; 8. Juni - 12. August 2013; Kapstadt-Punta Arenas
Ziel der Expedition: Ein interdisziplinäres Forschungsprogramm in Atmosphäre, Meereis, Ozean und Ökosystem im antarktischen Winter, um die physikalischen und biogeochemischen Eigenschaften und Prozesse während der Wachstumsphase des Meereises besser zu verstehen. Fahrt war die erste antarktische Winterexpedition seit dem Jahr 2006. (Kurs wie im Winterexperiment 1992) 


English

The German research vessel Polarstern during an ice station in the Weddell Sea.

Polarsternexpedition ANT-XXIX/6; 8. June - 12. August 2013; Cape Town -Punta Arenas (Chile); The aim of the cruise is to carry out an interdisciplinary research programm on atmosphere, sea ice, ocean, and ecosystem during winter to obtain an understanding of physical and biogeochemical properties and processes during the sea ice growth season. It was the first Antarctic winter expedition since the year 2006.
Polarstern im Weddellmeer (Foto: Alfred-Wegener-Institut / Mario Hoppmann)

Vor wenigen Tagen haben Kapitän und wissenschaftlicher Fahrtleiter der aktuellen Polarstern-Expedition entschieden, den Versuch abzubrechen, zum Larsen-C-Schelfeisgebiet vorzudringen. Dickes Meereis mit Presseisrücken behinderten die Weiterfahrt, so dass das Schiff jetzt alternative Untersuchungsgebiete weiter nördlich ansteuert.

Gemeinsam haben Kapitän und Expeditionsleiter die Entscheidung getroffen, es aufzugeben ins tief im Süden liegende Larsen-C-Schelfeisgebiet vordringen zu wollen. „Dichtes Meereis hat sich zu bis zu zehn Meter dicken Presseisrücken übereinandergeschoben“, sagt Polarstern-Kapitän Thomas Wunderlich. „Wir haben sieben Tage versucht, uns einen Weg durch das Eis zu brechen, mussten aber einsehen, dass die Eisbedingungen keine andere Entscheidung zuließen, als weiter im Norden bessere Meereis- und Arbeitsbedingungen zu suchen“, so Wunderlich weiter.

Zwar erreicht die Meereisausdehung in der Antarktis Ende Dezember mit 4,94 Millionen Quadratkilometern den für diesen Monat niedrigsten Wert seit Beginn der kontinuierlichen Satellitenmessungen (zur Meldung im Meereisportal). Tief im Süden des westlichen Weddellmeeres jedoch profitierte die Expedition nicht von der geringen Meereisbedeckung, die dieses Jahr im Südozean auftrat.

„Die vorab definierten alternativen Arbeitsregionen Larsen A- und Larsen-B-Schelfeisgebiet kamen nicht in Frage, denn dort hätten wir genauso in der Mausefalle gesteckt wie im eigentlichen Zielgebiet Larsen-C“, sagt Dr. Boris Dorschel vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), der die Expedition leitet. Stattdessen hat er - nach ausführlichen Gesprächen mit allen Forschungsteams an Bord - festgelegt, dass sich die wissenschaftlichen Arbeiten jetzt auf eine Region im nordwestlichen Weddellmeer konzentrieren sollen. Entlang eines sogenannten Transekts aus Beprobungsstationen wollen die Wissenschaftler untersuchen, wie sich unterschiedliche Umweltbedingungen, beispielsweise die Meereisbedeckung und die biologische Produktivität in den oberen Wasserschichten, auf die Ökosystemen am Meeresboden und in der Wassersäule auswirken. Die Ergebnisse dieser Arbeiten werden unter anderem dazu beitragen, die Reaktionen des antarktische Ökosystem auf den Klimawandel besser zu verstehen. „Mittlerweile konnten wir etliche Probennahmegeräte in der Wassersäule und am Meeresboden einsetzen, so dass die Labore voller Wissenschaftler sind, die eifrig die Mikroalgen sowie die am Boden und in der Wassersäule lebenden Tiere untersuchen“, sagt Boris Dorschel.

Außerdem wird das Expeditionsteam, wenn irgend möglich, entstehende Kanäle im Meereis nutzen, um nach Osten weiter in das Weddellmeer vorzustoßen. Jenseits des Kontinentalschelfs fällt der Meeresboden rasch von etwa 400 Meter auf runde 3000 Meter ab. „Wenn sich ein Fenster ergibt, wollen wir Gebiete ansteuern, da dort der Meeresboden wie in vielen anderen Bereichen des Südozeans noch weitgehend unkartiert ist“, erläutert Boris Dorschel. Neben diesen bathymetrischen Arbeiten sind auch die Ozeanographen daran interessiert, in diesem Meeresbereich Wassermassen und Strömungsverhältnisse zu untersuchen, denn die hier stattfinden Umwälzprozesse treiben die globalen Ozeanströmungen an. Auch wenn das Larsen-C-Schelfeisgebiet außer Reichweite bleibt, werden durch die Expedition PS118 viele spannende Forschungsfragen beantwortet. „Trotz der schwierigen Eisbedingungen ist die Stimmung an Bord gut und wir haben viel zu tun“, resümiert der Fahrtleiter.

 

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Pressestelle

Folke Mehrtens
+49(0)471 4831-2007

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Das deutsche Forschungsschiff Polarstern während einer Eisstation im Weddellmeer.

Polarsternexpedition ANT-XXIX/6; 8. Juni - 12. August 2013; Kapstadt-Punta Arenas
Ziel der Expedition: Ein interdisziplinäres Forschungsprogramm in Atmosphäre, Meereis, Ozean und Ökosystem im antarktischen Winter, um die physikalischen und biogeochemischen Eigenschaften und Prozesse während der Wachstumsphase des Meereises besser zu verstehen. Fahrt war die erste antarktische Winterexpedition seit dem Jahr 2006. (Kurs wie im Winterexperiment 1992) 


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The German research vessel Polarstern during an ice station in the Weddell Sea.

Polarsternexpedition ANT-XXIX/6; 8. June - 12. August 2013; Cape Town -Punta Arenas (Chile); The aim of the cruise is to carry out an interdisciplinary research programm on atmosphere, sea ice, ocean, and ecosystem during winter to obtain an understanding of physical and biogeochemical properties and processes during the sea ice growth season. It was the first Antarctic winter expedition since the year 2006.
Das deutsche Forschungsschiff Polarstern während einer Eisstation im Weddellmeer. (Foto: Alfred-Wegener-Institut / Mario Hoppmann)
Polarstern umgeben von dichtem Meereis in der Antarktis. Das Forschungsschiff konnte wegen der Meereisbedingungen das Larsen-C-Schelfeis nicht erreichen, von dem im Juli 2017 ein rieiger Eisberg namens A68 abgebrochen war. 

Polarstern in thick sea ice. The icebreaker was not able to reach the Larsen C ice shelf due to sea ice conditions.
Polarstern in thick sea ice. The icebreaker was not able to reach the Larsen C ice shelf due to sea ice conditions. (Foto: Alfred-Wegener-Institut / Stefanie Arndt)
Polarstern umgeben von dichtem Meereis in der Antarktis. Das Forschungsschiff konnte wegen der Meereisbedingungen das Larsen-C-Schelfeis nicht erreichen, von dem im Juli 2017 ein rieiger Eisberg namens A68 abgebrochen war. 

Polarstern in thick sea ice. The icebreaker was not able to reach the Larsen C ice shelf due to sea ice conditions.
Polarstern umgeben von dichtem Meereis in der Antarktis. Das Forschungsschiff konnte wegen der Meereisbedingungen das Larsen-C-Schelfeis nicht erreichen, von dem im Juli 2017 ein rieiger Eisberg namens A68 abgebrochen war. (Foto: Alfred-Wegener-Institut / Stefanie Arndt)
Aktuelle Luftaufnahme des Eisbergs A68, der im Juli 2017 vom Larsen-C-Schelfeis abgebrochen war. Meereisphysiker des Alfred-Wegener-Instituts sind im Rahmen eines Messflugs zur Meereisdicke mit einem Bordhelikopter am Eisberg vorbei geflogen. Das Forschungsschiff Polarstern selbst konnte wegen der Meereisbedingungen das Schelfeis nicht erreichen. Unebene Strukturen: Meereis (Vordergrund und links), gallte Strukturen: A68 mit einem Inlet, das von schneebedecktem Meereis ausgefüllt ist.

Current aerial of iceberg A68, which calved from Larsen C iceshelf in Antarctica in July 2017. Sea ice physicists from the Alfred Wegener Institute passed it via a helicopter survey conducting sea ice thickness measurements. The helicopter belongs to RV Polarstern, the icebreaker itself was not able to reach the ice shelf due to sea ice conditions. Rough structures (front left): sea ice; flat: A68 with an inlet of snow covered sea ice (right)
Aktuelle Luftaufnahme des Eisbergs A68, der im Juli 2017 vom Larsen-C-Schelfeis abgebrochen war. Meereisphysiker des Alfred-Wegener-Instituts sind im Rahmen eines Messflugs zur Meereisdicke mit einem Bordhelikopter am Eisberg vorbei geflogen. Das Forschungsschiff Polars... (Foto: Alfred-Wegener-Institut / Stefanie Arndt)
Luftaufnahme: Polarstern bei seiner Fahrt durch antarktisches Meereis, Weddellmeer.


Polarsternexpedition ANT-XXIX/6; 8. Juni - 12. August 2013; Kapstadt-Punta Arenas
Ziel der Expedition: Ein interdisziplinäres Forschungsprogramm in Atmosphäre, Meereis, Ozean und Ökosystem im antarktischen Winter, um die physikalischen und biogeochemischen Eigenschaften und Prozesse während der Wachstumsphase des Meereises besser zu verstehen. Fahrt war die erste antarktische Winterexpedition seit dem Jahr 2006. (Kurs wie im Winterexperiment 1992) 


English

Aerial photo: Polarstern breaking its way through Antarctic sea ice, Weddell Sea.

Polarsternexpedition ANT-XXIX/6; 8. June - 12. August 2013; Cape Town -Punta Arenas (Chile); The aim of the cruise is to carry out an interdisciplinary research programm on atmosphere, sea ice, ocean, and ecosystem during winter to obtain an understanding of physical and biogeochemical properties and processes during the sea ice growth season. It was the first Antarctic winter expedition since the year 2006.
Luftaufnahme: Polarstern bei seiner Fahrt durch antarktisches Meereis, Weddellmeer. Polarsternexpedition ANT-XXIX/6; 8. Juni - 12. August 2013; Kapstadt-Punta Arenas Ziel der Expedition: Ein interdisziplinäres Forschungsprogramm in Atmosphäre, Meereis, Ozean und Ö... (Foto: Alfred-Wegener-Institut / Mario Hoppmann)
Aktuelle Luftaufnahme des Eisbergs A68, der im Juli 2017 vom Larsen-C-Schelfeis abgebrochen war. Meereisphysiker des Alfred-Wegener-Instituts sind im Rahmen eines Messflugs zur Meereisdicke mit einem Bordhelikopter am Eisberg vorbei geflogen. Das Forschungsschiff Polarstern selbst konnte wegen der Meereisbedingungen das Schelfeis nicht erreichen. Unebene Strukturen: Meereis (Vordergrund und links), gallte Strukturen: A68 mit einem Inlet, das von schneebedecktem Meereis ausgefüllt ist.

Current aerial of iceberg A68, which calved from Larsen C iceshelf in Antarctica in July 2017. Sea ice physicists from the Alfred Wegener Institute passed it via a helicopter survey conducting sea ice thickness measurements. The helicopter belongs to RV Polarstern, the icebreaker itself was not able to reach the ice shelf due to sea ice conditions. Rough structures (front left): sea ice; flat: A68 with an inlet of snow covered sea ice (right)
Aktuelle Luftaufnahme des Eisbergs A68, der im Juli 2017 vom Larsen-C-Schelfeis abgebrochen war. Meereisphysiker des Alfred-Wegener-Instituts sind im Rahmen eines Messflugs zur Meereisdicke mit einem Bordhelikopter am Eisberg vorbei geflogen. Das Forschungsschiff Polars... (Foto: Alfred-Wegener-Institut / Stefanie Arndt)
Luftaufnahme: Polarstern bei seiner Fahrt durch antarktisches Meereis, Weddellmeer.


Polarsternexpedition ANT-XXIX/6; 8. Juni - 12. August 2013; Kapstadt-Punta Arenas
Ziel der Expedition: Ein interdisziplinäres Forschungsprogramm in Atmosphäre, Meereis, Ozean und Ökosystem im antarktischen Winter, um die physikalischen und biogeochemischen Eigenschaften und Prozesse während der Wachstumsphase des Meereises besser zu verstehen. Fahrt war die erste antarktische Winterexpedition seit dem Jahr 2006. (Kurs wie im Winterexperiment 1992) 


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Aerial photo: Polarstern breaking its way through Antarctic sea ice, Weddell Sea.

Polarsternexpedition ANT-XXIX/6; 8. June - 12. August 2013; Cape Town -Punta Arenas (Chile); The aim of the cruise is to carry out an interdisciplinary research programm on atmosphere, sea ice, ocean, and ecosystem during winter to obtain an understanding of physical and biogeochemical properties and processes during the sea ice growth season. It was the first Antarctic winter expedition since the year 2006.
Luftaufnahme: Polarstern bei seiner Fahrt durch antarktisches Meereis, Weddellmeer. (Foto: Alfred-Wegener-Institut / Mario Hoppmann)
Das Forschungsschiff Polarstern während einer Eisstation im Weddellmeer. 

Polarsternexpedition ANT-XXIX/6; 8. Juni - 12. August 2013; Kapstadt-Punta Arenas
Ziel der Expedition: Ein interdisziplinäres Forschungsprogramm in Atmosphäre, Meereis, Ozean und Ökosystem im antarktischen Winter, um die physikalischen und biogeochemischen Eigenschaften und Prozesse während der Wachstumsphase des Meereises besser zu verstehen. Fahrt war die erste antarktische Winterexpedition seit dem Jahr 2006. (Kurs wie im Winterexperiment 1992) 


English
The German research vessel Polarstern during an icestation in the Weddell Sea. 

Polarsternexpedition ANT-XXIX/6; 8. June - 12. August 2013; Cape Town -Punta Arenas (Chile); The aim of the cruise is to carry out an interdisciplinary research programm on atmosphere, sea ice, ocean, and ecosystem during winter to obtain an understanding of physical and biogeochemical properties and processes during the sea ice growth season. It was the first Antarctic winter expedition since the year 2006.
Das Forschungsschiff Polarstern während einer Eisstation im Weddellmeer. (Foto: Alfred-Wegener-Institut / Mario Hoppmann)
Seesterne (Foto: Alfred-Wegener-Institut / Griffiths, Huw J.)