Online-Meldung

Aufbruch zum Großen Atlantischen Sargassum-Gürtel mit den neuem Forschungsschiff „REV Ocean“

AWI-Forscherin wird 2027 eine Mission zur Erforschung der schwimmenden Algenart Sargassum mitleiten, um entscheidende Wissenslücken in unserem Verständnis der Ozeane zu schließen.
Die marine Ökologin Mar Fernández-Méndez vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) und Prof. Linda Amaral Zettel vom Königlichen Niederländischen Institut für Meeresforschung (NIOZ) leiten ein Projekt auf der Expedition, das den Großen Atlantischen Sargassum-Gürtel zwischen Fortaleza (Brasilien) und Port of Spain (Trinidad und Tobago) untersucht.
Großer Atlantischer Sargassum-Gürtel (Foto: Alfred-Wegener-Institut / Julia Schnetzer)

2027 wird die norwegische Initiative REV Oceans ihr neues Schiff auf seine erste Expedition schicken: Im April startet die schwimmende Forschungsplattform in Rio de Janeiro am Rande der Hauptkonferenz zur UN-Ozeandekade. Für ein Jahr wird die REV Ocean im Südatlantik, in der Karibik, der Sargassosee und dem östlichen tropischen Pazifik unterwegs sein. An Bord sind 10 Projekte von internationalen Forschenden, die unter anderem Ökosysteme von Unterwasserbergen, die Artenvielfalt an Korallenriffen, Wanderrouten von Haien und Walen sowie unerforschte Ökosysteme der Tiefsee erkunden werden. Jede der Missionen wird gemeinsam mit regionalen Partnern entworfen und umgesetzt.

Die marine Ökologin Prof. Mar Fernández-Méndez vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) und Prof. Linda Amaral Zettel vom Königlichen Niederländischen Institut für Meeresforschung (NIOZ) leiten ein Projekt auf der Expedition, das den Großen Atlantischen Sargassum-Gürtel zwischen Fortaleza (Brasilien) und Port of Spain (Trinidad und Tobago) untersucht. „Die pelagische Braunalge Sargassum wächst an der Meeresoberfläche im gesamten subtropischen Atlantik und bindet während ihres Wachstums dank der Photosynthese große Mengen an Kohlenstoff“, erklärt Mar Fernández. „Wenn sie absinkt, kann sie einen Teil des Kohlenstoffs dauerhaft binden und zum Klimaschutz beitragen. Bislang hat jedoch noch niemand genau gemessen, wie genau diese wildwachsenden Sargassum-Matten zum globalen Kohlenstoffkreislauf beitragen. Zudem gibt es viele Unbekannte hinsichtlich ihres Verbleibs in der Tiefsee.“ Seit 2011 steht Sargassum weltweit im Fokus, da große Mengen die Küsten der Karibik erreichen und sowohl ökologische als auch sozioökonomische Schäden verursachen. „Seitdem versuchen mehrere Initiativen, darunter unser AWI-Spin-off ‚Macrocarbon‘, diese nützliche Biomasse zu verwerten und in Produkte umzuwandeln, die fossile Brennstoffe ersetzen und den Klimawandel abmildern können.“ Die Expedition, die im August 2027 stattfindet, wird den Großen Atlantischen Sargassum-Gürtel nördlich von Brasilien ansteuern.

„Mit unserem Projekt wollen wir den Sargassum-Gürtel untersuchen und Erkenntnisse gewinnen, über die damit verbundene Artenvielfalt, seine Rolle im Kohlenstoffkreislauf von der Meeresoberfläche bis zum Meeresboden sowie die Anreicherung von Mikroplastik“, erklärt Mar Fernández. Das Besondere: „Wir nutzen die Mission als Ausbildungsmöglichkeit für angehende Ozeanexpertinnen und -experten aus Inselstaaten, die von der Sargassum-Flut betroffen sind.“

Über die The Maiden Voyage 2027–2028

„Dieses Programm bringt führende regionale Meereswissenschaftler zusammen, die sich mit Fragen befassen, die für unser Verständnis und unseren Umgang mit dem Ozean von unmittelbarer Bedeutung sind. Im Rahmen von zehn Missionen werden die Teams Ökosysteme der Tiefsee, Lebensräume mit ‚Blue Carbon‘ sowie Ansätze zur Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlern untersuchen. Die wissenschaftliche Arbeit ist anspruchsvoll, die Partnerschaften basieren auf langfristigen Beziehungen, und die von uns gewonnenen Daten werden weit über die Zeit hinaus, die wir auf See verbringen, praktischen Nutzen haben“, erklärt Dr. Eva Ramirez-Llodra, wissenschaftliche Leiterin bei REV Ocean. 

Alle Daten aus dem Forschungsprogramm werden über die Ocean Data Platform (ODP) und andere relevante Plattformen bereitgestellt, damit die Ergebnisse auch nach Abschluss jeder Mission zugänglich bleiben. Die Initiative wurde 2017 in Oslo, Norwegen, gegründet und konzentriert sich auf Meeresschutzgebiete, Plastikverschmutzung und Meeresbildung. 

Kontakt

Wissenschaft

Mar Fernandez Mendez
+49(471)4831-1895

Pressestelle

Sarah Werner
+49 471 4831 2008

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Die marine Ökologin Mar Fernández-Méndez vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) und Prof. Linda Amaral Zettel vom Königlichen Niederländischen Institut für Meeresforschung (NIOZ) leiten ein Projekt auf der Expedition, das den Großen Atlantischen Sargassum-Gürtel zwischen Fortaleza (Brasilien) und Port of Spain (Trinidad und Tobago) untersucht.
Die marine Ökologin Mar Fernández-Méndez vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) und Prof. Linda Amaral Zettel vom Königlichen Niederländischen Institut für Meeresforschung (NIOZ) leiten ein Projekt auf der Expedition, das den Großen Atlantischen Sargassum-Gürtel zwischen For... (Foto: Alfred-Wegener-Institut / Julia Schnetzer)
Die pelagische Braunalge Sargassum wächst an der Meeresoberfläche im gesamten subtropischen Atlantik und bindet während ihres Wachstums dank der Photosynthese große Mengen an Kohlenstoff. Seit 2011 steht sie weltweit im Fokus, da große Mengen die Küsten der Karibik erreichen und sowohl ökologische als auch sozioökonomische Schäden verursachen.
Die pelagische Braunalge Sargassum wächst an der Meeresoberfläche im gesamten subtropischen Atlantik und bindet während ihres Wachstums dank der Photosynthese große Mengen an Kohlenstoff. Seit 2011 steht sie weltweit im Fokus, da große Mengen die Küsten der Karibik erre... (Foto: Alfred-Wegener-Institut / Julia Schnetzer)
Seit 2011 steht die pelagische Braunalge Sargassum weltweit im Fokus, da große Mengen die Küsten der Karibik erreichen und sowohl ökologische als auch sozioökonomische Schäden verursachen.
Seit 2011 steht die pelagische Braunalge Sargassum weltweit im Fokus, da große Mengen die Küsten der Karibik erreichen und sowohl ökologische als auch sozioökonomische Schäden verursachen. (Foto: Alfred-Wegener-Institut / Julia Schnetzer)