Wochenberichte Polarstern

Die Expedition PS117 Kapstadt - Punta Arenas

Auf der Polarstern -Expedition PS117 sollen Beiträge zu wissenschaftlichen Projekten aus den Bereichen physikalische Ozeanographie, Meeresbiologie und Meteorologie gewonnen werden, die gemeinsam darauf abzielen, die Entwicklung der Wassermassen des Weddellmeers und seiner ökologischen und chemischen Kreisläufe zu verstehen. Die Projekte im Einzelnen sind:

HAFOS (Hybrid Antarctic Float Observing System) untersucht mittels ozeanographischer Tiefseeverankerungen, hydrographischen Schnitten und autonomen Floats die Zirkulation und Entwicklung des warmen Tiefenwassers und Bodenwassers des Weddellmeeres.  Biologische Aspekte von HAFOS betreffen die akustische Ökologie des Weddellmeeres und seiner Fauna, wofür Verankerungen mit autonomen Unterwasserrekordern ausgestattet werden.

FePhyrus wird die Quellen und Senken von Spurenmetallen und Isotopen im Weddellmeer und der Lazarev See sowie die Wechselwirkung zwischen Eisen und dem mikrobiellen Nahrungsnetz untersuchen.

SOCCOM (Southern Ocean Carbon and Climate Observations and Modelling) beobachtet und modelliert biogeochemische Kreisläufe des Südpolarmeeres mit dem Zweck Klimamodelle zu verbessern; die Beobachtungen werden mittels biogeochemischer, profilierender Treibbojen durchgeführt, die über das gesamte Südpolarmeer hinweg verteilt, ausgelegt werden.

Im Projekt Microplastics wird das Vorkommen und die Verteilung von Mikroplastik im Wasser und den Lebewesen des Südlichen Ozeans untersucht.

SIPES 2 (Sea Ice Production and Ecology Study) untersucht die Bedeutung des Meereises für pelagische Nahrungsnetze und für den Kohlenstofffluss zu Toppredatoren (Seevögel und –Säugetiere).

ALGENOM-2 untersucht ökologische und evolutionäre Differenzierung entlang meridionalen Umweltgradienten im Südozean auf molekularer Ebene, in Gemeinschaften von einzelligen Eukaryoten sowie in ausgewählten Mikroalgentaxathe.

Das Projekt CombiBac soll zu einem besseren Verständnis von Remineralisierungsprozessen unter besonderer Berücksichtigung von Temperaturauswirkungen und Substratverfügbarkeit im Weddell Meer beitragen. Zu diesem Zweck werden Parameter der bakteriellen Aktivität, die Zusammensetzung der Bakterioplankton Gemeinschaft und Konzentrationen des organischen Materials in Feldproben und Experimenten an Bord bestimmt.

Das Projekt “Molecular ecology, physiology and life history tools to monitor the population of Dissostichus mawsoni over time and in relation to protection measures in the Weddell Sea” zielt darauf ab, lebenden schwarzen Seehecht und weitere endemische Fischarten der Antarktis (Notothenioidei) mittels beköderter Reusenfallen zu fangen, um deren Physiologie, Genetik, Populationsstruktur und –dynamik näher zu untersuchen.

Das Pilot-Vorhaben "Einsatz von vertikalen Langleinen zur Erhaltung und nachhaltigen Bewirtschaftung des antarktischen Seehechts (Dissostichus mawsoni) im Weddellmeer unter CCAMLR" testet einen neuartigen, gezielten Ansatz, um eine begrenzte Menge (max. 5 Tonnen) dieser Art für biologische, genomische und ökophysiologische Forschungen zu gewinnen.

YoPP AWImet-PS wird, als Beitrag zum „Year of Polar Prediction“ (YOPP) die Häufigkeit von Radiosondenaufstiegen von Bord Polarstern von 1 auf 2 bis 4 pro Tag erhöhen.

Um diese Vorhaben umzusetzen wird das Forschungsschiff Polarstern am 15. Dezember 2018 von Kapstadt, Südafrika, aus zur Expedition PS117 auslaufen. Diese führt durch den Südozean zur Antarktis und zurück, um am 7. Februar in Punta Arenas, Chile, zu enden. Kapstadt wird gegen Abend mit südwestlichem Kurs verlassen werden um wenige Tage später den Greenwich Meridian bei etwa 51°S zu erreichen.  Diesem wird südlich bis zum Erreichen des Antarktischen Kontinents gefolgt und daraufhin der Atka Seaport angelaufen um kurz nach Jahreswechsel die deutsche Neumayer Station III zu versorgen.  Hieran schließt sich eine Querung des Weddellmeeres im Zickzackkurs von Kap Norvegia zur Nordspitze der Antarktischen Halbinsel an, bevor wir, die Elefanteninsel passierend, die Drakestraße queren, um über den östlichen Teil der Magellanstraße in Punta Arenas, Chile, als Zielhafen unserer Expedition am 7. Februar 2019 einzulaufen.

PS116 - Wochenbericht Nr. 3 | 26. November - 7. Dezember 2018

Satellitenumlaufbahnen und Laserstrahlen

[07. Dezember 2018] 

Unsere Weiterreise nach Süden zeichnet sich durch wechselnde Kurse und verschiedenste Geschwindigkeiten aus.


PS116 - Wochenbericht Nr. 2 | 19. - 25. November 2018

Polarstern in 3D

[28. November 2018] 

Die Ankunft von Polarstern im Hafen von Las Palmas gestaltete sich etwas zäh. Der angepeilte Liegeplatz an der Bunkerpier war deutlich länger besetzt als erwartet, so dass Polarstern erst nach dem Mittag fest war.


PS116 - Wochenbericht Nr. 1 | 11. - 18. November 2018

Die Antarktissaison beginnt

[22. November 2018] 

Polarstern hat am 11.11. den Heimathafen Bremerhaven mit dem Mittagshochwasser verlassen. Aufgrund umfangreicher Werftarbeiten hatte sich die Abfahrt um einen Tag verzögert, was allen Mitfahrenden einen ersten ruhigen Tag an Bord bescherte, der ein schaukelfreies Eingewöhnen und Orientieren auf dem Schiff ermöglichte.


PS115/2 - Wochenbericht Nr. 6 | 08. - 14.10.2018

Abbauen, Packen, Aufräumen, Schreiben – und ein Dankeschön zum Schluss

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[15. Oktober 2018] 

Das eigentliche Forschungsprogramm haben wir ja bereits letzte Woche am Donnerstag 10:00 beendet und mit unserer Rückreise begonnen. In dieser letzten Polarstern-Woche bestimmen jetzt – wie am Ende einer jeden Expedition – andere Aktivitäten unseren Tagesablauf. Es geht in erster Linie um Abbauen, Einpacken und Aufräumen! Geräte müssen abgebaut werden, Kisten gepackt werden, Labors gereinigt und aufgeräumt werden.


PS115/2 - Wochenbericht Nr. 5 | 01. - 07.10.2018

Von alten Gesteinen über’s Wetter und Abschied aus der Arktis bis hin zu Heinz Rühmann

[09. Oktober 2018] 

Montag (01.10.18). Die letzte Forschungswoche beginnt. Für heute und auch morgen (Dienstag 02.10.18) ist für die Geologen noch einmal volles Programm angesetzt (dann sollte es aber auch reichen, denkt so sicherlich der eine oder andere). Zunächst werden an sechs nach einem Parasound-Profil ausgewählten Stationen im Zwei-Stunden-Takt Schwerelotkerne gezogen.


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