Wochenberichte Polarstern

Die Expedition PS118 Punta Arenas - Punta Arenas

Die Antarktische Halbinsel ist eine der sich am schnellsten erwärmenden Regionen dieser Welt (Bentley et al., 2009; Rignot et al., 2008; Scambos et al., 2000; Vaughan et al., 2003). Als mögliche Folge sind in den Jahren 1995 und 2002 erst der Larsen A Eisschelf und später der Larsen B Eisschelf fast vollständig zerfallen (De Angelis and Skvarca, 2003; Domack et al., 2005; Gutt et al., 2011; Pudsey et al., 2001; Rebesco et al., 2014; Rott et al., 1996; Shepherd et al., 2003; Skvarca and De Angelis, 2003; Wendel and Kumar, 2017). Dadurch verbleibt nur noch der Larsen C Eisschelf als letzter großer Eisschelf im westlichen Weddellmeer. Im Juli 2017 hat der Larsen C Eisshelf den Eisberg A68 gekalbt. Mit ca. 5.800 km2 ist A68 einer der größten Eisberge die jemals erfasst worden sind (Abb. 1).

Durch den Abbruch von A68 hat sich die Schelfeiskante landwärts verlagert. Dieser Rückzug der Schelfeiskante hat einen erheblichen Einfluss auf die Umweltfaktoren und Ökosysteme in dem ehemals vom Schelfeis bedeckten Gebiet. Durch den Eischelf war dieses Gebiet von der Atmosphäre und dem Einfluss von Sonnenlicht entkoppelt. In Folge der Veränderungen kommt es nun zu Austauschprozessen zwischen Ozean und Atmosphäre und zur Primärproduktion in der oberen Wassersäule in dem Gebiet das vormals von A68 bedeckt gewesen ist. Diese Veränderungen finden in einem sehr kurzen Zeitraum statt, was die Ökosysteme zwingt, sehr schnell zu reagieren und sich anzupassen. Um die Veränderungen, Anpassungsmechanismen und Widerstandsfähigkeit der Ökosysteme in Folge derartig abrupter Veränderungen zu verstehen, ist es nötig möglichst früh Basisparameter für Umweltfaktoren und biologische Prozesse zu erfassen. Diese beschreiben auch den Ursprungszustand für spätere Wiederholungsuntersuchungen. Auf Grund der Abgeschiedenheit gibt es derzeit nur begrenzt wissenschaftliche Daten aus dem Gebiet von Larsen A und B. Larsen C ist fast vollständig unerforscht. Die Expedition PS118 mit Polarstern ist daher sehr interdisziplinär angelegt mit dem Ziel, möglichst viele Grundlageninformationen zu erfassen.

Ein Arbeitsschwerpunkt für PS118 ist die Erfassung von Daten, die zu einem besseren Verständnis von Umweltprozessen und biologischen Prozesen im Zusammenhag mit dem Rückzug eines Eisschelfes führen. Des Weiteren sollen Daten vom wenig untersuchten Larsen C Kontinentalschelf und –hang gewonnen werden.

Folgende übergeordnete Forschungsgebiete sollen während PS118 bearbeitet werden: Eisschilddynamik, Ozean – Cryosphärenwechselwirkungen, Ozeanzirkulation und eine Vielzahl biologischer und Umweltprozesse, wie z.B. die Funktion von Ökosystemen, Habitatverteilungen, Populationsdynamiken und –verbreitungen. Diese Diversität und Disziplinen wird auch durch 13 Arbeitsgruppen an Bord widergespiegelt. Sie kommen aus den Wissenschaftsbereichen Bathymetrie/Hydroakustik, Biologie, Geologie, Geophysik, Ozeanographie und Meereisphysik. Außerdem wird eine Person an Bord Filmaufnahmen für eine TV-Dokumentation aufnehmen.

Expedition PS118 mit Polarstern beginnt am 9. Februar 2019 in Punta Arenas (Chile) und endet am 10. April 2019 ebenfalls in Punta Arenas. Das Hauptzielgebiet der Expedition ist der Larsen C Schelf. Durch den Abbruch von A68 ist das kürzlich von Eisschelf befreite Gebiet vor dem Larsen C Eisschelf ein zusätzliches Interessengebiet für PS118 geworden. Weitere Zielgebiete sind die vormals von den Larsen A und B Eisschelfen bedeckten Bereiche und eine Region des Larsen Kontinentalhangs die von tiefen Canyons durchzogen ist. Das alternative Arbeitsgebiet umfasst das Powell- und das Janebecken (Abb. 1).

PS118 - Wochenbericht Nr. 1 | 9. - 17. Februar 2019

Start mit Hindernissen

[18. Februar 2019] 

Wir befinden uns noch immer in Punta Arenas und bunkern Treibstoff an der Pier in Cabo Negro. Danach werden wir noch Kerosin für die Helikopter aufnehmen und letzte Ladearbeiten abschließen. Wenn alles glatt läuft, sind wir hoffentlich am Montagmorgen auf dem Weg in die Antarktis. Aber alles der Reihe nach…


PS 117 - Wochenbericht Nr. 6 | 28. Januar - 03. Februar 2019.

Antarktis bye-bye

[06. Februar 2019] 

Eine letzte große Anstrengung steht Wissenschaft und Schiff bevor.  Eine viertägige, dichte Abfolge von CTD - und Ultra Clean CTD (Abb. 1) Stationen, sowie Verankerungsaufnahmen und –auslagen ist geplant.


PS 117 - Wochenbericht Nr. 5 | 21. - 27. Januar 2019.

Business as usual.

[31. Januar 2019] 

Business as usual.  Polarstern schiebt sich durch das offene Wasser des Weddellmeeres – die Eisbedeckung hat zumindest gefühlt ein Allzeit‑Minimum erreicht – und läuft eine Verankerungsposition nach der anderen an.


PS117 - Wochenbericht Nr. 4 | 13. - 20. Januar 2019.

Anlauf bei Neumayer

[21. Januar 2019] 

Neumayer, endlich!  Polarstern liegt etwa 20 km nördlich der deutschen Antarktis-Station (offizieller Name Neumayer-Station III) am äußersten Rand des Schelfeises (Abb. 1) und beginnt einen Container nach dem anderen aus ihren Laderäumen auf Schlitten zu heben, auf denen diese dann per Pistenbully über das Schelfeis zur Station gezogen werden. 


PS117 - Wochenbericht Nr. 3 | 6. - 12. Januar 2019

Auf dem Weg zu Neumayer-Station III

[14. Januar 2019] 

Nachdem Anfang der Woche alle ozeanographische Verankerungen des östlichen Weddellmeeres erfolgreich ausgetauscht worden sind (Abb. 1), kann sich das Schiff endlich vermehrt den biologischen Projekten widmen. 


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