Wochenberichte Polarstern

Die Expedition PS108 in die Arktis (Tromsø - Tromsø)

Das Forschungsschiff Polarsternwird am 22. August von Tromsø aus zur Expedition PS108 auslaufen. Das Arbeitsprogramm dient vornehmlich zwei Themen: (I) Verifikation der Einsatzmöglichkeiten neuer, innovativer Technologien, die im Rahmen der HGF Allianz ROBEX entwickelt wurde, für die Exploration extremer Lebensräume und der kontinuierlichen Untersuchung in der Tiefsee sowie (II) Durchführung von Messungen und Probenahmen an den Tiefsee-Experimenten am LTER Observatorium HAUSGARTEN mit Hilfe des ROV KIEL 6000 (Geomar). Polarstern wird während der Reise in zwei Arbeitsgebieten operieren - in der östlichen Fram-Straße am Tiefseeobservatorium HAUSGARTEN und in der Gashydrat-Stabilitätszone vor Spitzbergen. Die Expedition endet am 9. September in Tromsø.

Die Fähigkeit, wichtige Fragen zur Veränderung unserer Ozeane zu untersuchen, ist grundlegend limitiert durch den Mangel an Schlüsseltechnologien, die uns erlauben in-situ Experimente durchzuführen, gezielt Proben zu entnehmen sowie langzeitstabile Sensormessungen im Ozean durchzuführen. Das Ziel der Polarstern-Expedition ist es, neue und innovative Unterwasser-Technologien, die im Rahmen der HGF Allianz ROBEX entwickelt und gebaut wurden, in der Tiefsee einzusetzen, um biogeochemische Prozesse im Ozean besser verstehen zu können. Hierzu zählen drei unterschiedliche benthische Crawler-Systeme, jedes entwickelt für spezielle wissenschaftliche Fragestellungen, ein Glider, unbemannte Flugsysteme (Unmanned Aerial Vehicle, UAV), die den Einsatz des AUVs unterstützen, sowie Sensorik für Langzeitmessung von Sauerstoffprofilen, Lab-on-Chip (LOC) Technologie und ein Unterwasser-Massenspektrometer. Dies demonstriert und verifiziert zum einen die Interoperabilität von robotischer Technologien für den Einsatz in extremen Lebensräumen und zur kontinuierlichen Meeresbeobachtung. Des Weiteren tragen die Messungen direkt zu Ökosystemuntersuchen in der Arktis bei. Hierbei werden arktische Ökosysteme untersucht, die stark vom Klimawandel beeinflusst sind, wie z.B. Gashydrate in arktischen Schelfsedimenten und benthische Tiefseegemeinschaften. Im Gebiet der Gashydrat-Stabilitätszone (GHSZ) sollen Gashydratvorkommen im Meeresboden sowie Gaskonzentrationen in der Wassersäule auf unterschiedlichen räumlichen und zeitlichen Skalen quantifiziert werden. Arbeiten am HAUSGARTEN-Tiefseeobservatorium dienen der Untersuchungen des Kohlenstoff-und Nährstoffflusses, sowie der Verknüpfung, Zusammensetzung und Struktur von benthischen und pelagischen Lebensgemeinschaften auf unterschiedlichen zeitlichen und räumlichen Skalen. Die Expedition dient darüber hinaus dazu, um weitere Installationen im Rahmen der HGF-Infrastrukturmaßnahme FRAM (Frontiers in Arctic marine Monitoring) vorzunehmen. Die gesamten Arbeiten werden dabei durch das ROV KIEL 6000 (Geomar) unterstütz.

 

 

PS107 - Wochenbericht Nr. 3 | 7. - 13. August 2017

Langzeituntersuchungen & “Angeln” von Mikroplastik

[14. August 2017] 

Unsere Arbeiten in der westlichen Framstrasse am Ostgrönlandhang waren abgeschlossen und darum konnten wir uns nun wieder dem zentralen Arbeitsgebiet des Langzeit-Observatoriums LTER-HAUSGARTEN - westlich von Spitzbergen - zuwenden. Wie jeden Sommer führen wir hier ein umfangreiches Beprobungs-Programm der Wassersäule und des Meeresbodens durch. Da wird an fast zwanzig Stationen in Tiefen von 200 m bis 5500 m Meerwasser analysiert und filtriert, Planktonnetze werden gezogen, Meeressedimente geborgen und Fotos und Videos vom Meeresboden...


PS107 - Wochenbericht Nr. 2 | 31.Juli - 6. August 2017

Wie man einen Wirbel findet

[07. August 2017] 

Während der HAUSGARTEN Fahrten untersuchen und beproben wir die ozeanographischen Bedingungen und die biologischen Gemeinschaften normalerweise auf einer relativ großen Skala. Benachbarte Stationen sind oft 20-40 km oder mehr voneinander entfernt. Viele wichtige Prozesse und physikalisch-biologische Interaktionen finden allerdings auf viel kleineren räumlichen Skalen statt. Um zu zeigen, wie neue Messmethoden, die in der Lage sind eine große horizontale Auflösung zu erzielen, zusammen mit interdisziplinärer Kooperation solche kleinskaligen Prozesse...


PS107 - Wochenbericht Nr. 1 | 23. - 30. Juli 2017

Endlich von der Leine

[31. Juli 2017] 

Am Nachmittag des 23. Juli sind wir, 48 Wissenschaftler, Ingenieure, Techniker und Studenten aus 11 Nationen, bei regelrechtem Kaiserwetter in Tromsø ausgelaufen. Die Sonne schien von einem blauen Himmel hinab, während POLARSTERN sich durch die Fjorde in Richtung Nord-Atlantik bewegte. Endlich ging es los. Insbesondere all jene, die das erste Mal auf einer Expedition oder zum ersten Mal in der Arktis sind, befiel eine ganz besondere Aufregung.


PS106/2 - Wochenbericht Nr. 9 | 16. - 23. Juli 2017

Woche 9: Endlich Fisch!

[20. Juli 2017] 

Mit dem Übergang in die offenere Eisrandzone der Barentssee östlich Spitzbergens konnten wir endlich die Fischerei mit dem Grundschleppnetz angehen. Durch die weit nach Süden reichende und dichte Eisbedeckung in unserem Untersuchungsgebiet konnte die Fischerei zum weit überwiegenden Teil nur gegen Ende der Expedition durchgeführt werden.


PS106/2 - Wochenbericht Nr. 8 | 09. - 16. Juli 2017

Woche 8: Zurück nach Spitzbergen

[17. Juli 2017] 

Nach Abschluss unserer vierten Eisstation am nördlichsten Punkt dieser Expedition setzte Polarstern Kurs Süd-West, in Richtung unserer bekannten PASCAL Eisscholle von PS 106/1. Dieses Mal erlaubten offene Wasserflächen zwischen den Schollen eine zügigere Fahrt durch das Eis.


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