DynAMo - Beagle Kanal Observatorium

Dynamik des Einflusses von Eismassenverlust in den Anden auf terrestrische, limnische und marine Ökosysteme in Patagonien

Im DynAMo Projekt (BMBF finanziert; ID: LAT16STRUC-039) arbeiten Wissenschaftler und Meerestechniker aus Deutschland, Argentinien, Chile und den USA an einem Konzept für ein marin-terrestrisches Beobachtungsnetzwerk im Beagle Kanal und im südlichen Patagonien. Durch massive Klimaänderungen im südlichen Patagonien und in der Westantarktis sind die Gletscher in den Anden auf dem Rückzug. Zudem verändern sich die marinen Ökosysteme unter dem Einfluss des Schmelzwassers. Gleichzeitig wächst die Bevölkerung in Argentinien und Chile, den beiden Ländern durch die der Beagle Kanal fließt, und damit verbunden nehmen auch die Einträge von Haushalts- und Industrie-Abwässern zu. Hinzu kommt, dass auch der der Nutzungsdruck durch Fischerei und Aquakultur steigt. In einem Gebiet, welches bisher als 'unberührte Natur' galt finden nun massive und schnelle Umweltänderungen statt.

Um diese Veränderungen zu verstehen, zu dokumentieren und zukünftig auch vorherzusagen erarbeiten Wissenschaftler des AWI, der Universitäten Oldenburg und Erlangen-Nürnberg, sowie des Instituts für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) in Wilhelmshaven mit Kollegen aus Argentinien (CADIC, Ushuaia) und Chile (IDEAL Center, Valdivia) ein Beobachtungsnetzwerk für die gesamte Länge des Beagle Kanal.

Dieses Beobachtungsnetzwerk besteht aus den folgenden 3 Komponenten:

  • Meteorologie und Gletschermassenbilanz in angrenzenden Gebieten der Anden
  • Hydrographie, Nährstoffe und Produktivität der Wassersäule
  • Biodiversität, Artenverschiebungen und Umweltrisiken (Auftreten toxischer Algenblüten)

Mit dieser internationalen Zusammenarbeit schaffen wir Beobachtungskapazitäten und Langzeitmessreihen in einer Region, welche aufgrund des Klimawandels als Brennpunkt menschlicher Einflussnahme auf die Natur angesehen werden muss. Schmelzende Gletscher im Bereich des Südozeans und der Antarktis wirken sich auf das globale Klima aus und bewirken unter anderem einen Meeresspiegelanstieg. Gemeinsam betriebene Beobachtungsnetzwerke helfen daher nicht nur der Bevölkerung vor Ort, sondern stellen einen wichtigen Beitrag zum Verständnis des globalen Klimawandels in der Küstenforschung dar.