Ein Jahr eingefroren im Nordpolarmeer

MOSAiC - Multidisciplinary drifting Observatory for the Study of Arctic Climate

Es ist die größte Arktisexpedition aller Zeiten: Ab Herbst 2019 driftet der deutsche Forschungseisbrecher Polarstern eingefroren durch das Nordpolarmeer. Auf der MOSAiC-Expedition erforschen Wissenschaftler aus 20 Nationen die Arktis im Jahresverlauf. Sie überwintern in einer Region, die in der Polarnacht nahezu unerreichbar ist. Allein die Naturgewalt der Eisdrift bietet ihnen diese einmalige Chance. Auf einer Eisscholle schlagen sie ihr Forschungscamp auf und verbinden es mit einem kilometerweiten Netz von Messstationen.

Kaum eine Region hat sich in den vergangenen Jahrzehnten so stark erwärmt wie die Arktis. Ziel der Expedition ist es daher, den Einfluss der Arktis auf das globale Klima besser zu verstehen. Sie wird damit ein Meilenstein für die Klimaforschung, ihre Daten wertvoll für Generationen sein. Die Mission unter Leitung des Alfred-Wegener-Instituts ist verbunden mit noch nie dagewesenen Herausforderungen. Eine internationale Flotte von Eisbrechern, Helikoptern und Flugzeugen versorgt das Team auf dieser extremen Route. Nur mit geeinten Kräften kann die Expedition gelingen.

News

Neueste Erkenntnisse zur MOSAiC-Scholle

Muscheleis mit Steinchen

Neueste Erkenntnisse zur MOSAiC-Scholle

Um die MOSAiC-Scholle gelangen während der sommerlichen Eisschmelze Sedimente, kleine Steinchen und Muscheln an die Oberfläche, die bei ihrer Entstehung vor den Neusibirischen Inseln mit eingefroren wurden. Ein immer seltener werdendes Phänomen, da heutzutage der größte Teil des schmutzigen Eises schmilzt, bevor es überhaupt in die zentrale Arktis gelangen kann, berichten Forschende jetzt in The Cryosphere.

Polarstern zurück an der MOSAiC-Eisscholle

MOSAiC-Expedition

Polarstern zurück an der MOSAiC-Eisscholle

Nach einem Monat hat die Polarstern am 17. Juni die MOSAiC-Eisscholle bei 82,2 °Nord, 8,4 °Ost wieder erreicht, die das deutsche Forschungsschiff für Crewwechsel und Versorgung vor Spitzbergen am 17. Mai 2020 verlassen hatte. Voller Tatendrang setzt das Forschungsteam des vierten Fahrtabschnitts mit Teilnehmenden aus 19 Ländern damit die einjährige MOSAiC-Expedition mit Untersuchungen von Ozean, Eis und Atmosphäre in der Arktis fort. Bereits Anfang dieser Woche sind ihre Vorgänger der dritten Etappe mit den beiden Forschungsschiffen Sonne und Maria S. Merian in Bremerhaven angekommen.

Pressegespräch zur MOSAiC-Expedition

Pressegespräch zur MOSAiC-Expedition

Die MOSAiC-Expediton wurde vor viele Herausforderungen durch die Corona-Pandemie gestellt. Ein wichtiger Meilenstein erfolgt nun durch den Fahrtteilnehmer-Austausch in Spitzbergen. Über den Stand der Expedition spricht AWI-Direktorin Antje Boetius mit Bundesministerin Anja Karliczek am 8.6, ab 12:30 Uhr, in einem live Pressegespräch. Aus Spitzbergen werden Expeditionsleiter Markus Rex und Torsten Kanzow, Fahrtleiter des 3. Abschnittes, live zugeschaltet. Die Pressekonferenz ist online abrufbar.