Wochenberichte Polarstern

Die Expedition PS104 von Punta Arenas nach Punta Arenas

Wie weit und wie schnell wird der globale Meeresspiegel in 100 oder 200 Jahren ansteigen? Eine der großen Unsicherheiten in den Vorhersagemodellen ist die Rolle der Eisschilde, insbesondere die des westantarktischen Eisschildes, der schon heute große Schmelzraten in einigen Regionen aufweist. Ein komplettes Abschmelzen des westantarktischen Eisschildes würde einen Meeresspiegelanstieg von 3 bis 5 Metern bedeuten. Dass der Eisschild in vergangenen Warmzeiten der Erde vollständig oder teilweise abgeschmolzen war, liefern Hinweise aus computergesteuerten Klimamodellen und vereinzelten geologischen Daten von Meeressedimenten aus diesen Warmzeiten.

Unsere POLARSTERN-Expedition PS104, die am 6. Februar vom südchilenischen Punta Arenas aus beginnt, hat den Kontinentalschelf des Amundsenmeeres vor der Westantarktis als Ziel. Die Gletscher, die in das Amundsenmeer ausfließen, wie z.B. die mächtigen Pine-Island- und Thwaites-Gletscher, weisen den zurzeit größten Eismassenverlust der Antarktis auf. Ging von diesem Gebiet schon immer ein möglicher Kollaps des westantarktischen Eisschildes in Warmzeiten aus? Mit Hilfe des über ein Kabel ferngesteuerten Meeresboden-Bohrgeräts MARUM-MeBo70 wollen wir Bohrkerne von Sedimenten gewinnen, die in relevanten Warmzeiten abgelagert wurden und Hinweise darüber liefern können, wie weit sich der Eisschild bei Atmosphärenbedingungen und Ozeantemperaturen, wie wir sie heute messen und in nächster Zukunft erwarten, zurückgezogen hat. Diese Erkenntnisse werden helfen, das Verhalten des westantarktischen Eisschildes bei Klimaänderungen besser zu verstehen und darüber die Prognosen für seine zukünftige Entwicklung zu verbessern. Im Zusammenhang mit dem Bohrprogramm an einzelnen Stationen werden wir geophysikalische Messungen durchführen, um die Bohrergebnisse in die Fläche zu übertragen. Auch werden wir Gesteinsproben vom Festland sammeln sowie geodätische Messungen zur Untersuchung der Landhebung durch den Eismassenverlust durchführen. Beide Landprogramme, die mit den Helikoptern der POLARSTERN unterstützt werden, zielen darauf ab, die vergangene und heutige Eisschildentwicklung zu untersuchen, und ergänzen dadurch hervorragend das Bohrprogramm des Schiffes.

Wir nehmen Sie durch unsere wöchentliche Berichte und Blogs mit auf eine spannende und hoffentlich aufschlussreiche Expedition.

PS95.2 Wochenbericht Nr. 3 | 23. bis 29. November 2015

Im Benguela Auftriebsgebiet

[01. Dezember 2015] 

Auf dem Weg nach Kapstadt setzten wir die regelmäßigen Messungen vom fahrenden Schiff aus weiter fort, unterbrochen von zwei vollen Stationen mit CTD und Planktonnetzen am Montag (ca. 10°S) und Donnerstag (20°15’S). Die letzte CTD am Donnerstag wurde gefeiert und es herrschte eine gewisse Traurigkeit, dass diese die letzte Station sei.


PS95.2 Wochenbericht Nr. 2 | 16. bis 22. November 2015

Über den Äquator

[24. November 2015] 

Nachdem wir die Cap Verdischen Inseln verlassen hatten verliefen die nächsten Tage sehr ruhig mit regelmäßigen Stationen an jedem Morgen mit XBT und Pütz-Proben vom langsam fahrenden Schiff. Da die Zeit für Probennahmen auf der Überfahrt sehr begrenzt ist, müssen wir die Schiffszeit auf diese Weise so gut es geht nutzen. Weitere laufende Messungen, die uns zur Verfügung stehen, sind die Schiffs Thermosalinographen, die Ferry Box und Satellitenbilder.


PS95.2 Wochenbericht Nr. 1 | 9. bis 15. November 2015

Unterm Sahara Staub

[16. November 2015] 

Nach 13 Tagen auf See lief Polarstern am 10. November Las Palmas auf den Kanarischen Inseln an. Das Team der drei Geophysiker verlässt das Schiff und sechs neue Leute kommen an Bord: Zwei Mann um unsere Antennenanlage zu überprüfen, Sören Krägefski zur Kalibrierung des EK60 Echolots, 2 Leute, die die Gruppe vom TROPOS (Leibniz-Institut für Troposhärenforschung, Leipzig) unterstützen sollen und Karin Lochte als neue Fahrtleiterin. Außerdem bekommen wir Besuch vom Direktor und  Kollegen vom IEO (Instituto Espanol de Oceanografia) und...


PS95.1 Wochenbericht Nr. 2 | 2. bis 8. November 2015

Eine unerwartete Begegnung und die Sache mit dem Motion Sensor

[09. November 2015] 

Wenn Engel reisen… sagt man. Danach müsste hier an Bord eine ganze Menge Engel unterwegs sein bei so viel gutem Wetter um diese Jahreszeit. Selbst in der Biskaya hat es nicht geweht und so konnten wir unsere geplanten Stationen ohne Abstriche abarbeiten.


PS95.1 Wochenbericht Nr. 1| 29. Oktober bis 1. November 2015

Die "schwimmende Sommerschule" beginnt

[03. November 2015] 

Donnerstag, den 29.10.2015, pünktlich um 13:00 heißt es Leinen los. Von zwei Schleppern gezogen wird Polarstern in die Schleuse bugsiert. In der Weser nimmt sie dann Fahrt auf, verlässt Bremerhaven in Richtung Süden zur Antarktis-Saison 2015/16. An Bord befinden sich 43 Besatzungsmitglieder und 52 Wissenschaftler und Studierende.


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