Kulturorganismen

Im Rahmen der am AWI durchgeführten Aquakulturforschung wird auch die Eignung verschiedener Aquakulturkandidaten biologisch untersucht. Für eine Umsetzung der Offshore Aquakultur in der Deutschen Bucht werden ausschließlich in der Nordsee heimische Arten ausgewählt und sind Gegenstand unserer Forschung.

Makroalgen

Als sogenannte “extraktive Spezies” werden auch Makroalgen untersucht, die gelöste Stoffe aus dem Wasserkörper entnehmen. Makroalgen haben in asiatischen Ländern eine lange Tradition in der Aquakultur und sind als hochwertige Lebensmittel bekannt. Der Markt in Europa muss sich in diesem Bereich erst noch entwickeln, vegetarische und vegane Ernährungsbewegungen bedeuten aber erhebliches Potenzial für Algenprodukte. Im Rahmen unserer Forschung werden hauptsächlich Zuckertang (Saccharina latissima) aus der Gruppe der Braunalgen, sowie Lappentang (Palmaria palmata) als essbare Rotalge untersucht. Darüber hinaus enthalten Algen eine Vielzahl an Naturstoffen, biochemischen Verbindungen und Molekülgruppen die auch für die medizinisch-pharmazeutische Forschung relevant sind und für die Aquakulturproduktion einen zusätzlich Mehrwert bedeuten.

Fresh Sea Lettuce

Mollusken

Im Fokus stehen auch extraktive Organismen aus der Gruppe der Weichtiere (Mollusca) wie Miesmuschel (Mytilus edulis), Europäische Auster (Ostrea edulis) und Pazifische Auster (Crassostrea gigas), die durch ihre filtrierende Lebensweise Plankton und partikuläres organisches Material aus der Wassersäule entnehmen und als Nahrung verwerten. Sie müssen als Aquakulturorganismus nicht gefüttert werden und tragen durch Bioextraktion zu einer Verringerung der organischen Partikel im Wasser bei.

Fische

Aus der Gruppe der intensiven Aquakulturkandidaten, Organismen die gefüttert werden müssen, werden drei in der Nordsee vertretene Fischarten Steinbutt (Scophthalmus maximus), Wolfsbarsch (Dicentrarchus labrax) und Kabeljau (Gadus morhua) auf ihre biologische Eignung untersucht. Um ihr Potential für die Offshore Aquakultur festzustellen werden bei den ausgewählten Organismen Parameter wie Wachstum, physiologische Fitness, biochemischer Gesamtzustand und Konditionsindices untersucht. Weiterhin werden z.B. Filtrationsleistung oder Assimilationsraten gemessen, um eine Einbindung in integrierte multitrophische Aquakultursysteme (IMTA) zu bewerten.