Optimierung der Wertschöpfung von Stachelhäutern durch nachhaltige Nutzungskonzepte

Ziel des Projekts InEVal ist die Optimierung der Wert-schöpfung von marinen Stachelhäutern (Seesterne, Seeigel und Seegurken) durch die Entwicklung nachhaltiger und innovativer Produkte und Dienstleistungen auf dem europäischen Markt.

Das Projekt nutzt drei Stachelhäuter-Arten (Seesterne, Seeigel und Seegurken) im Rahmen der Entwicklung innovativer Produkte und Dienstleistungen zur Optimierung ihrer Wert-schöpfung und nachhaltigen Nutzung. Hochwertige Produkte aus Seesternen und Seeigeln sollen für die Lebensmittel- und Futtermittelindustrie/Aquakultur entwickelt und hinsichtlich ihrer Nutzbarkeit und Vermarktungschance in Europa bewertet werden. Zudem wird das Potenzial der Seegurken als Ökosystemdienstleister zur Bioremediation an Aquakulturstandorten in Europa untersucht.

Die Nutzung der marinen Stachelhäuter ist meist nicht nachhaltig, da entweder nur ein Teil des Tieres (Seeigel-Rogen) verwendet wird, es überfischt ist (Seegurke) oder als unerwünschter Beifang verworfen wird (Seesterne). Bisher bedient ihre Biomasse auch nur den Nischenmarkt. In Europa sind Stachelhäuter, trotz ihres erhöhten Vorkommens, eine wenig beachtete marine Ressource. Dabei könnte ihr Nutzungspotenzial durch Vorbehandlungs-prozesse und Veredelungen oder durch den Einsatz bei der biologischen Aufreinigung von Ökosystemen stark erhöht werden.

Das Projekt adressiert die nachhaltige Nutzung dieser ungenutzten oder erschöpften Ressourcen in Europa ohne die Ökosystemrollen der Schlüsselarten zu beeinträchtigen. Zentrale Ziele des Vorhabens sind Entwicklung und Validierung von Ernte-, Verarbeitungs- und Extraktionstechniken, die Erkundung des Marktpotenzials von möglichen Produkten sowie die Abschätzung des Potenzials für Maßnahmen zur Bioremediation an nährstoffreichen Aquakultur-standorten. In enger Zusammenarbeit zwischen Forschungs-institutionen und Industriepartnern aus Europa werden hochwertige Produkte und Dienstleistungen entwickelt, die zu einer Diversifikation von Aquakulturprodukten beitragen.


AP 1: Seesterne als Futtermittel für Aquakulturen (Aquafeeds)

  •  Die Entwicklung und Optimierung der Ernteverfahren von Seesternen an deutschen und irischen Fischerei- und Aquakulturstandorten.
  • Die Entwicklung von Verfahren zur Verarbeitung und Behandlung der Seesternbiomasse zur Herstellung eines wertvollen Seesternmehls für die Anwendung in Aquafeeds.
  • Entwicklung neuer Aquafeeds und deren Anwendung in Fütterungsversuchen an Fischen und Garnelen.

Projektpartner: Coastal Research and Management GbR, Galway Mayo Institute of Technology, Údarás na Gaeltachta Research & Sectoral Development

Leitung: AWI

Link

AP 2: Veredelung und Vermarktung von Seeigeln

  • Die Verbesserung des Seeigel-Rogens sowohl in Qualität wie auch in Quantität durch die Optimierung der Prozesskette auf dem Weg vom Fang der Tiere bis zur Vermarktung.
  • Die Entwicklung und Einführung eines landgestützten Systems zur Verbesserung des Seeigelrogens.
  • Die Evaluierung und Weiterentwicklung von Methoden zur Verbesserung der Seeigelrogen-produktion außerhalb der Saison.
  • Die Optimierung der Transport- und Lagerbedingungen für Seeigel.
  • Die Identifizierung hochwertiger Nischenmärkte in Europa und die Beurteilung des Biomassepotenzials für diese Märkte.
  • Die Untersuchung möglicher Verwendungsmöglichkeiten für die ungenutzte Biomasse aus Seeigel-Brachsen, die sich nicht für die Rogenverbesserung eignen.

Projektpartner: ALGAFRES, S.L., Statsnail AS, University of Cagliari, Urchinomics

Leitung: Nofima

AP 3: Seegurken zur Bioremediation von Aquakulturstandorten

  • Die Implementierung eines Systems zur Bioremediation durch Seegurken an ausgewählten brachliegenden Aquakulturanlagen in Europa.
  • Die Überwachung und Bewertung des Einsatzes von Seegurken zur Bioremediation.
  • Die Untersuchung und Evaluierung der Vermarktungsmöglichkeiten von Seegurkenprodukten in etablierten, hochwertigen Exportmärkten.

Projektpartner: AWI, Marine Institute, University of Cagliari

Leitung: Galway Mayo Institute of Technology (GMIT)

AP 4: Öffentlichkeitsarbeit und Wissenschaftskommunikation

  • Die Entwicklung eines detaillierten Überblicks über die Märkte (Großmarkt und Retail) für jedes der vorgeschlagenen Produkte durch direkte Befragung der Interessengruppen.
  • Die Erstellung eines Fahrplans für die Umsetzung eines jeden Produkttyps, der durch die Einbeziehung von Interessengruppen und politischen Entscheidungsträgern an das regionale/ nationale Umfeld angepasst wird.
  • Der Austausch des erworbenen Wissens, aus AP 1-3, in Workshops und Konferenzen mit lokalen Aquakulturfachleuten/ Fischern und auf internationaler Ebene mit Nachwuchsforschern.

Projektpartner: ALGAFRES, S.L., Coastal Research and Management GbR, Galway Mayo Institute of Technology, Nofima, Údarás na Gaeltachta Research & Sectoral Development, University of Cagliari, Urchinomics

Leitung: AWI

AP 5: Projektkoordination

  • Die Partner AWI und Nofima übernehmen gemeinsam die Projektkoordination, schaffen eine Managementstruktur, organisieren Koordinierungsveranstaltungen und die Strukturierung der Berichts- und Kommunikationsaufgaben.

Leitung: AWI, Nofima

Partner

Förderung