Pressemitteilung

Polarstern startet Richtung Arktis

Expedition in das Langzeitobservatorium zwischen Grönland und Spitzbergen
Das deutsche Forschungsschiff Polarstern in der zentralen Arktis
Das deutsche Forschungsschiff Polarstern in der zentralen Arktis (Foto: Alfred-Wegener-Institut / Mario Hoppmann)

Am Pfingstmontag, den 24. Mai 2021 startet die Polarstern Richtung Arktis. In der Framstraße zwischen Grönland und Spitzbergen werden gut 50 wissenschaftliche Fahrtteilnehmende die seit über 20 Jahren laufenden Langzeitbeobachtungen im sogenannten AWI HAUSGARTEN fortsetzen. Sie erforschen hier den Einfluss von Umweltveränderungen auf das arktische Tiefseeökosystem.

Die Arktis verändert sich: Steigende Wassertemperaturen und der Rückgang des Meereises bewirken dadurch Ökosystemverschiebungen im offenen Wasser und im tiefen Ozean. „Wir wollen die Änderungen im Ökosystem ermitteln und quantifizieren sowie Rückkopplungen auf ozeanographische Prozesse untersuchen“, sagt Dr. Thomas Soltwedel, Tiefseebiologe am Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) und Leiter der Expedition. „Unsere Untersuchungen beinhalten die Identifizierung räumlicher und zeitlicher Entwicklungen in der Funktion ausgewählter Plankton- und Benthos-Gemeinschaften“, sagt Thomas Soltwedel, der am AWI die Sektion Tiefsee-Ökologie und -Technologie leitet. Die Beobachtungsdaten sollen zukünftig in ein umfassendes Repositorium einfließen, das sich derzeit im Aufbau befindet.

Die Expedition soll darüber hinaus genutzt werden, um weitere Installationen für das FRAM (FRontiers in Arctic marine Monitoring) Ozeanbeobachtungssystem aufzubauen. FRAM wird kontinuierliche Untersuchungen von der Meeresoberfläche bis in die Tiefsee ermöglichen und zeitnah Daten zur Erdsystem-Dynamik sowie zu Klima- und Ökosystem-Veränderungen liefern. „Daten des Beobachtungssystems werden zu einem besseren Verständnis der Veränderungen in der Ozeanzirkulation, den Wassermasseneigenschaften und des Meereisrückgangs sowie deren Auswirkungen auf das arktische, marine Ökosystem beitragen“, berichtet Thomas Soltwedel. Neben einem autonomen unbemannten Fluggerät (Unmanned Aerial Vehicle, UAV) setzt das Forschungsteam hierfür auch verschiedene autonome, in der Wassersäule agierende (Autonomous Underwater Vehicle, AUV) sowie auf dem Tiefseeboden operierende Unterwasserfahrzeuge (Benthic Crawler) ein. Darüber hinaus untersuchen die Forschenden den Eintrag von Plastikmüll in den Ozean. Dabei betrachten sie vertikale Plastikflüsse von der Meeresoberfläche zum Meeresboden und die Wechselwirkungen zwischen Plastik und marinen Organismen.

Die gut 50 wissenschaftlichen Fahrtteilnehmenden waren ebenso wie die gut 40 Polarstern Crewmitglieder rund zwei Wochen in strenger Quarantäne in einem Bremerhavener Hotel. Nach drei negativen Corona-PCR-Tests gibt es grünes Licht für den Expeditionsstart. Die Polarstern wird am 28. Juni in ihrem Heimathafen Bremerhaven zurückerwartet.

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medien(at)awi.de

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Das deutsche Forschungsschiff Polarstern in der zentralen Arktis
Das deutsche Forschungsschiff Polarstern in der zentralen Arktis, Aufnahme von der Sommer-Expedition 2015. (Foto: Alfred-Wegener-Institut / Mario Hoppmann)
Luftaufnahme Polarstern am Gakkelrücken, Arktis
Der deutsche Forschungseisbrecher Polarstern treibt für Forschungsarbeiten über dem Bereich der 'Aurora' Hydrothermalquellen am Westlichen Gakkel Rücken bei ca. 82°53'N und 6°15'W. Foto von der Polarstern-Arktis-Expedition AURORA (PS86); Sie war der Untersuchung von ... (Foto: Alfred-Wegener-Institut, Stefanie Arndt)
Arktische Packeisgrenze
Arktische Packeisgrenze (Foto: Alfred-Wegener-Institut / Stefan Hendricks)
Das deutsche Forschungsschiff Polarstern in der zentralen Arktis
Das deutsche Forschungsschiff Polarstern in der zentralen Arktis, Aufnahme von der Sommer-Expedition 2015. (Foto: Alfred-Wegener-Institut / Mario Hoppmann)
Das deutsche Forschungsschiff Polarstern in der zentralen Arktis
Das deutsche Forschungsschiff Polarstern in der zentralen Arktis, Aufnahme von der Sommer-Expedition 2015. (Foto: Alfred-Wegener-Institut / Mario Hoppmann)
Polarstern ROBEX Expedition Arktis
Recovery of Tramper, automomous crawler, after being deployed for 1 year in the Arctic. August 27, 2017, Arctic Ocean. (Foto: Alfred-Wegener-Institut / Esther Horvath)
Polarstern ROBEX Expedition Arktis
Tramper, autonomous crawler on board of Polarstern after being deployed in Arctic Ocean for 1 year. August 27, 2017, Arctic Ocean. (Foto: Alfred-Wegener-Institut / Esther Horvath)
Polarstern ROBEX Expedition Arktis
Deployment of Tramper autonomous crawler. September 3, 2017, ROBEX expedition, Arctic Ocean. (Foto: Alfred-Wegener-Institut / Esther Horvath)
Polarstern ROBEX Expedition Arktis
Deployment of NOMAD autonomous crawler. September 5, 2017, Arctic Ocean. (Foto: Alfred-Wegener-Institut / Esther Horvath)

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