Meldungen

Ansprechpartner Kommunikation + Medien
Pressemeldungen als RSS abonnieren

Studie in Nature Communications

Küstenerosion in der Arktis verstärkt die globale Erwärmung

Meeresspiegelanstieg führte in der Erdgeschichte zu Treibhausgasfreisetzung aus Permafrostböden

Vorbereiten des Multicorers auf dem FS Sonne - Von Links: Rolf Winhold (Matrose); Norbert Lensch (Technkiker AWI) und Johannes Ullermann (Doktorand AWI)

Obwohl der Südozean eine Schlüsselstellung im globalen Klimageschehen einnimmt, ist seine größte Region - der Südpazifik - kaum bearbeitet. Das Ziel der SO-213 Ausfahrt in den SE-Pazifik ist es, mit paläozeanographischen Rekonstruktionen die Kenntnisse über die pleistozänen und holozänen Wechselwirkungen zwischen Ozean, Atmosphäre und kontinentalen Eismassen, sowie über die Auslöse- und Übertragungsmechanismen von globalen Klimaänderungen zu verbessern. Insbesondere steht dabei die Lage und Ausdehnung der ozeanischen Frontensysteme (Subantarktische und Subtropische Front, Südpazifische Gyre) mit ihren Auswirkungen auf den atmosphärisch ozeanischen Kohlendioxidaustausch und die Nährstoffverwertung in der ozeanischen Deckschicht im Fokus. Dies soll anhand von Untersuchungen von Bor-Isotopen und B/Ca-Verhältnissen an planktischen Foraminiferen, von Wasseroberflächentemperaturen und Wärmetransfer des Humboldt-Stromes und der Veränderungen in der Zirkulation und Ventilation von Antarktischem Zwischenwasser, zirkumpolarem Antarktischem Tiefenwasser und Pazifischem Zentralwasser, sowie Änderungen in den Karbonatlösungsmustern anhand von geophysikalischen (Reflektionsseismik) und geochemischen Untersuchungen an Sedimentkernen von Sedimentkernen erreicht werden. Weiterhin sollen die ozeanischen Deckschicht in Abhängigkeit von Veränderungen der ozeanischen Fronten rekonstruiert, sowie die Änderungen der Tiefenwasserzirkulation, deren Bildungsgebiete und -phasen und der zeitliche Zusammenhang mit den paläoklimatischen Veränderungen untersucht werden.
[10. September 2018] 

Der Verlust arktischer Permafrostböden durch die Erosion der Küste könnte künftig zu einer Verstärkung des Treibhauseffekts führen. Das zeigen Untersuchungen von Sedimentproben aus dem ochotskischen Meer an der Ostküste Russlands, die AWI-Wissenschaftler analysiert haben. Ein Verlust von Permafrostböden in dieser Region führte zum Ende der letzten Eiszeit gleich mehrfach zu einer plötzlichen Zunahme der Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre.


Neue Studie

Entführung in antarktischer Tierwelt?

Flohkrebse nehmen Flügelschnecken Huckepack und schützen sich vor Räubern

Der Flohkrebs Hyperiella antarctica einer Flügelschnecke (Spongiobranchaea) Huckepack
[10. September 2018] 

Flügelschnecken produzieren abschreckende chemische Stoffe, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Einige Flohkrebsarten nutzen dies aus, indem sie Flügelschnecken Huckepack nehmen und so Schutz vor Räubern erlangen. Dabei ist ein Nutzen für die Flügelschnecken nicht erkennbar, im Gegenteil: Sie hungern, da die Beine der Flohkrebse sie bei der Nahrungsaufnahme behindern.


Höchstdotierte europäische Umweltauszeichnung

Prof. Antje Boetius erhält den Deutschen Umweltpreis 2018

Bundespräsident Steinmeier wird die Tiefsee- und Polarforscherin Ende Oktober ehren

Prof. Dr. Antje Boetius,deutsche Meeresbiologin und Professorin der Universität Bremen,
seit November 2017 leitet sie das Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven.
Geboren: 5. März 1967 (Alter 51 Jahre), Frankfurt am Main
Ausbildung: Universität Hamburg
Feld: Meeresbiologie
Auszeichnungen: Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis, Gustav-Steinmann-Medaille,Deutscher Umweltpreis 2018
[23. August 2018] 

Der deutsche Umweltpreis 2018 geht an Antje Boetius sowie ein Team von Abwasserexperten aus Leipzig. Die Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) freut sich, dass mit der Tiefsee und den Polarregionen die letzten großen Naturräume Aufmerksamkeit erlangen. Helmholtz-Präsident Prof. Otmar D. Wiestler würdigt sie als starke Fürsprecherin für den Schutz der Weltmeere.


Permafrost

Wie arktische Seen zum Klimawandel beitragen

Beitrag des tauenden Permafrosts zur Klimaerwärmung könnte sich bis 2050 verdoppeln

Arktische Seenlandschaft, Alaska
[20. August 2018] 

Die Freisetzung von Methan aus Seen in den arktischen Permafrostgebieten könnte sich künftig aufgrund des Klimawandels abrupt verstärken. Die Ursache: Durch den tauenden Permafrost wachsen die Seen und an ihrem Grund frisst sich das Wasser immer tiefer in den bisher gefrorenen Boden. Wie ein internationales Forscherteam unter Beteiligung von Experten des Alfred-Wegener-Instituts festgestellt hat, dürfte sich der bakterielle Abbau von Pflanzenresten in Seesedimenten dadurch schon in wenigen Jahrzehnten enorm verstärken – und damit auch der Ausstoß des Klimagases Methan.


Wissenschaftliche Studie

Neue Erkenntnisse über Frostschutzproteine

Wissenschaftler beschreiben neue Wirkungsphänomene, die Einsatzmöglichkeiten ausweiten könnten

Ein reiner, Eiskristall, beobachtet am Lichtmikroskop (grünes Bild) und gleichzig am Interferenzmikrokop (rotes Bild). Das Bild am Lichtmikroskop zeigt deutlich die Morphologie der Kristalle und das Wachstum der Dendriten. Aus den charakteristischen gestreiften Interferenzmuster im rechten Bild werden Informationen zu dem Wachstum der Kristalle in der Höhe, also senkrecht zu der basalen Fläche, abgeleitet. Die Maßstableiste entspricht 0,2 mm. Erschienen in Proceedings of National Academy of Science; DOI: 10.1073/pnas.1807461115
[01. August 2018] 

Proteine, die polare Organismen davor schützen, Frostschäden zu erleiden, könnten anders funktionieren, als bisher angenommen. Das ist das Ergebnis einer Studie, die ein internationales Wissenschaftlerteam jetzt in der Fachzeitschrift Proceedings of National Academy of Science veröffentlicht haben.


Seite