Pressemitteilung

Bremer Studienpreis geht an Diplomandin

[02. Februar 2004] 

Der jährlich verliehene Bremer Studienpreis für besonders hervorragende wissenschaftliche Leistungen geht in diesem Jahr im Bereich der Natur- und Ingenieurwissenschaften an die Diplom-Biologin Martina Keller. Im Rahmen ihrer Diplomarbeit am Alfred-Wegener Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven untersuchte die Biologin den Einfluss von Temperaturänderungen auf Wattwürmer der Nordsee und förderte dabei neue Erkenntnisse zu Tage. Die Preisverleihung findet am Montag, den 2. Februar 2004 um 18 Uhr im Festsaal des Bremer Rathauses statt. Die von der Gesellschaft der Freunde der Universität Bremen und der International University Bremen e.V. gestifteten Auszeichnungen sind insgesamt mit 3000 Euro dotiert und werden an vier Preisträger unterschiedlicher Disziplinen verliehen. Im Bereich Natur- und Ingenieurwissenschaften erhält Frau Keller 500 Euro für Ihre Arbeit.


Kälte macht Wattwürmern zu schaffen
Martina Keller beschäftigte sich mit dem Zellinneren von Wattwürmern und untersuchte dabei insbesondere die „Kraftwerke“ der Zellen - die Mitochondrien. Mitochondrien benötigen neben Nährstoffen auch Sauerstoff, um Energie zu produzieren. Aus einem bestimmten Anteil des Sauerstoffs, der in Mitochondrien umgesetzt wird, entstehen jedoch so genannte „Radikale“. Diese Sauerstoffradikale können die Erbsubstanz der Zellen angreifen und eine verminderte Leistungsfähigkeit der Mitochondrien bedingen. Frau Keller fand unter anderem heraus, dass Mitochondrien von Wattwürmern, die der Kälte ausgesetzt sind, einer besonders hohen Dosis von Zell schädigenden „Radikalen“ ausgesetzt sind.

Von der Schwäbischen Alb an die Meeresküsten der Welt
1977 in Reichenbach – einem kleinem Ort auf der Schwäbischen Alb – geboren, zog es Martina Keller nach dem Abitur Richtung Norden, wo sie in Bremen Meeresbiologie und Geologie studierte. Nach ihrem Grundstudium entschied sie sich, ganz zur Meeresbiologie zu wechseln und fand am AWI in Bremerhaven das Thema ihrer Diplomarbeit. Nach dem erfolgreichen Abschluss ihres Studiums im Mai 2003 entschied sich die 27jährige Biologin zunächst für praktische Arbeiten, um berufliche Erfahrungen zu sammeln und einen langen Traum, einmal mit Meeresvögeln zu arbeiten, zu verwirklichen. So konnte sie dank der finanziellen Unterstützung durch den Bremer Studienfonds für knapp drei Monate im argentinischen Nationalpark in Patagonien das Tauchverhalten von Felsenkormoranen studieren. Kaum zurück aus Südamerika ging sie im Rahmen eines Projektes der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit auf die Philippinische Insel Iloilo. Dort arbeitet sie als Projektassistent und Consultant noch bis voraussichtlich Juni nächsten Jahres in einem Fischerei- & Küstenzonenmanagement-Projekt. Da ihr die Vielfalt Ihrer Tätigkeiten viel Spaß macht, fällt es der Biologin noch schwer, sich auf Dauer auf einen Bereich festzulegen. „Ich kann nur sagen, dass ich auf jeden Fall meine Doktorarbeit nächstes Jahr antreten möchte und mich schon jetzt riesig darauf freue“, blickt Martina Keller positiv in die Zukunft.

Bremerhaven, 02. Februar 2004

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Das Institut

Das Alfred-Wegener-Institut forscht in den Polarregionen und Ozeanen der mittleren und hohen Breiten. Als eines von 19 Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft koordiniert es Deutschlands Polarforschung und stellt Schiffe wie den Forschungseisbrecher Polarstern und Stationen für die internationale Wissenschaft zur Verfügung.