Wochenberichte Polarstern

Die Expedition PS107 in die Arktis (Tromsø - Tromsø)

Die diesjährige Polarstern-Expedition PS107 in die Arktis (Tromsø – Tromsø) wird am 23. Juli 2017 beginnen und vorwiegend in Arbeitsgebiete in der zentralen und östlichen Framstraße, führen.

Sie wird Beiträge zu verschiedenen nationalen und internationalen Forschungs- und Infrastrukturprojekten (INTAROS, FRAM, SIOS, OceanSITES) sowie dem Forschungsprogramm PACES II (Polar Regions and Coasts in the changing Earth System) des Alfred-Wegener-Instituts Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) leisten. Im Arbeitspaket 'Arctic sea ice and its interaction with ocean and ecosystems' des PACES-II Programms werden die mit dem Rückgang des Meereises verbundenen Ökosystemverschiebungen im Pelagial und im tiefen Ozean ermittelt und quantifiziert, und Rückkopplungsprozesse auf zeitliche und räumliche Prozesse untersucht. Unser Beitrag zum PACES-II Arbeitspaket 'Large scale variability and change in polar benthic biota and ecosystem functions' beinhaltet die Identifizierung räumlicher und zeitlicher Entwicklungen in der Funktion ausgewählter Benthos-Gemeinschaften sowie den Aufbau eines umfassenden Repositoriums für Beobachtungsdaten. Die Arbeiten stellen einen weiteren Beitrag zur Sicherstellung der Langzeitbeobachtungen am LTER Observatorium HAUSGARTEN dar, in denen der Einfluss von Umweltveränderungen auf ein arktisches Tiefseeökosystem dokumentiert wird. Diese Arbeiten werden in enger Zusammenarbeit der HGF-MPG Brückengruppe für Tiefsee-Ökologie und -Technologie, der PEBCAO-Gruppe (Phytoplankton Ecology and Biogeochemistry in the Changing Arctic Ocean) des AWI und der Helmholtz-Hochschul-Nachwuchsgruppe SEAPUMP (Seasonal and regional food web interactions with the biological pump) durchgeführt.

Eine Arbeitsgruppe der Universität Bremen wird auf der Expedition Untersuchungen zu den Einflüssen des Klimawandels auf das arktische Zooplankton durchführen. Diese mit den Meeresströmungen treibenden Organismen sind besonders gute Indikatoren für etwaige Veränderungen, da sie auf diese sehr schnell reagieren.

Eine Gruppe des Instituts für Umwelphysik untersucht, warum die Erwärmung in der Arktis stärker ist, als im Rest der Welt und warum dies mithilfe von Klimamodelle nicht nachvollzogen werden kann. In diesem Projekt wird die Variabilität der Struktur dünnen Wolken, Aerosole und Spurengase der arktischen Tropossphäre detektiert. Im Vergleich mit ähnlichen Messungen in Ny Ålesund, Spitzbergen, wird dann herausgearbeitet, welchen Effekt diese Struktur auf die arktische Atmosphäre und die “Arctic amplification” hat.

Die Expedition soll darüber hinaus genutzt werden, um weitere Installationen im Rahmen der HGF Infrastrukturmaßnahme FRAM (Frontiers in Arctic marine Monitoring) vorzunehmen. Das FRAM Ocean Observing System wird kontinuierliche Untersuchungen von der Meeresoberfläche bis in die Tiefsee ermöglichen und zeitnah Daten zur Erdsystem-Dynamik sowie zu Klima- und Ökosystem-Veränderungen liefern. Daten des Observatoriums werden zu einem besseren Verständnis der Veränderungen in der Ozeanzirkulation, den Wassermasseneigenschaften und des Meereisrückgangs sowie deren Auswirkungen auf das arktische, marine Ökosystem beitragen. FRAM führt Sensoren in Observationsplattformen zusammen, die sowohl die Registrierung von Ozeanvariablen, als auch physiko-chemischer und biologischer Prozesse im Ozean erlauben. Experimentelle und ereignisgesteuerte Systeme ergänzen diese Beobachtungsplattformen. Produkte der Infrastruktur umfassen hochaufgelöste Langzeitdaten sowie Basisdaten für Modelle und die Fernerkundung.

Die Expedition PS107 wird am 19. August 2017 in Tromsø enden.

PS104 - Wochenbericht Nr. 6 | 13. - 18. März 2017

Resümee PS104

[21. März 2017] 

In diesem letzten Wochenbericht möchte ich ein kurzes Resümee von unserer spannenden Expedition ziehen. Mit dem Meeresboden-Bohrgerät MeBo und vielen weiteren geowissenschaftlichen Geräten sind wir vor 6 Wochen voller Erwartungen und Hoffungen in das Amundsenmeer der Westantarktis aufgebrochen, um Proben und Daten zu gewinnen, die uns helfen, die Geschichte des westantarktischen Eisschildes zu entschlüsseln.


PS104 - Wochenbericht Nr. 5 | 6. - 12. März 2017

Das Ende einer erfolgreichen Expedition

[13. März 2017] 

Durch eine Welt gigantischer Eisberge fuhr die Polarstern auf dem Weg von der Pine-Island-Bucht zur westlichen Amundsenmeerbucht. Die Eisberge sind hier so zahlreich, weil sich zwischen dem Westen und Osten des Kontinentalschelfs eine bathymetrische (unterseeische) Schwelle als nördliche Fortsetzung der Bear-Halbinsel erhebt, auf der die Eisberge aufliegen und sich nur kurz bei Hochwasser bewegen.


PS104 - Wochenbericht Nr. 4 | 27. Februar - 5. März 2017

Spannende Entdeckungen

[06. März 2017] 

Als ein Wechselbad der Forschergefühle lässt sich die vergangene Woche beschreiben. Auf der Suche nach alternativen Einsatzgebieten, die bessere Eis- und Windbedingungen versprachen, haben wir uns in den östlichsten Teil der Amundsenmeer-Bucht zwischen der Burke-Insel und der King-Halbinsel begeben.


PS104 - Wochenbericht Nr. 3 | 20. - 26. Februar 2017

Das MeBo-Bohrprogramm und Landstationen

[27. Februar 2017] 

Eine aufregende Woche liegt hinter uns. Eine Änderung der Planung folgt der nächsten. Warum ist es unmöglich, auf Tage hinaus einem Arbeitsprogramm in dieser Region verlässlich zu folgen? Unsere Arbeiten mit dem Schiff sind vor allem durch das Bohrprogramm mit dem MeBo-Gerät bestimmt.


PS104 - Wochenbericht Nr. 2 | 13. - 20. Februar 2017

Die zweite Woche

[21. Februar 2017] 

Ein breiter Gürtel von dichtem Packeis liegt normalerweise am nördlichen Zugang zum Schelf des Amundsenmeeres. Doch wir treffen hier auf relativ wenig Meereis, so wie ohnehin in diesem Südsommer rund um die Antarktis eine ungewöhnlich geringe Meereisbedeckung über Satellitendaten zu beobachten ist. Bei nur einer durchschnittlichen Eisbedeckung von drei bis fünf Zehntel der Fläche konnte Polarstern diesen Gürtel leicht durchfahren. Nicht allzu weit westlich der Thurston-Insel lag auch schon unsere erste Station zur Beprobung von Meeressedimenten.

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