OOMU

Obwohl die Deutsche Bucht gute Bedingungen für die extensive Aquakultur mariner Organismen bietet, so ist die tatsächliche Aquakulturproduktion sehr begrenzt. Die Wurzeln dieses Problems liegen in den Schwierigkeiten eines juristischen Rahmenwerkes, welches den zur Verfügung stehenden Meeresraum auf verschiedene Interessengruppen verteilen könnte, ohne dass es zu Nutzungskonflikten kommt. Die Verankerung von Aquakulturanlagen unter den rauen Bedingungen in der Nordsee ist äußerst kostspielig. Die hohen Investitionskosten für solche Anlagen würden eine wirtschaftlich sinnvolle Bewirtschaftung möglicherweise unmöglich machen.

Durch die Zusammenlegung der Infrastruktur für Offshore-Windenergieanlagen und Aquakulturanlagen könnten die Kosten für Bau, Betrieb und Wartung voraussichtlich deutlich gesenkt werden. Durch die Anbindung von Aquakulturanlagen an Windenergieanlagen könnten große Flächen für die Aquakultur zur Verfügung gestellt werden.

Das Hauptziel des Projektes "Opean Ocean Multi-Use" (OOMU) ist eine realistische Einschätzung der Umsetzung eines solchen Projektes unter biologischen, sozioökonomischen und technischen Aspekten sowie die Entwicklung praktischer Lösungen für die verschiedenen Probleme, die bei der Integration von Aquakulturanlagen in Offshore-Windenergieanlagen aufkommen. Beteiligte Forschungsinstitute sind neben AWI, das sich schwerpunktmäßig mit den biologischen und sozioökonomischen Aspekten dieses Projektes befasst, die Abteilung Fischereiökonomie des Heinrich-von-Thünen-Instituts Hamburg sowie das Franzius-Institut und das Institut für Stahlbau der Leibniz Universität Hannover, die sich mit der Technologie der integrierten Fischkäfiges befassen werden. Die Projektpartner "Frosta" und "Kutterfish" bieten Zugang zu und Informationen über die Logistik von Fischereierzeugnissen, während "Bard Engineering GmbH" und "EWE" wertvolles Wissen über Offshore-Betrieb und erneuerbare Energien liefern.

Das sozialwissenschaftliche Teilprojekt als zentraler Bestandteil des gesamten OOMU-Projektes arbeitet eng mit den anderen Partnern zusammen: Institut für Stahlbau, Franzius Institut für Wasserbau und Küsteningenieurswesen, Vti Institut für Seefischerei, Kutterfisch Zentrale GmbH, Bard Engineering GmbH, FRoSTA AG und EWE Aktiengesellschaft.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gefördert.