AquaInno

Im Projekt AquaInno (Ökologisch verträgliche Aquakultur mit schwimmenden Fließ-/Zirkulationsanlagen) wurden neuartige, schwimmende Fließ-/Zirkulationsanlagen getestet, um nachhaltige, ökosystemfreundliche Systemdesigns zu entwickeln. AquaInno war ein Gemeinschaftsprojekt mit Partnern aus Industrie und Forschung, in dem ökologisch funktionierende Alternativen zu den traditionellen Fischzuchtkäfigen entworfen wurden. Der Hauptansatz des Projektes war es, die ökologischen Auswirkungen von Aquakulturanlagen im Süßwasser, in Küstennähe und auf hoher See zu verringern. Das Projekt-Konsortium wurde im Rahmen der InnoNet - Förderung von innovativen Netzwerken gegründet und bestand aus Fachleuten aus den Bereichen Systemdesign, Kunststoffanlagenbau, Elektronik, Umweltrecht, Biologie und angewandte Aquakultur. In Zusammenarbeit mit dem AWI (Projektleitung), der Hochschule Bremerhaven und der Universität Rostock wurde ein Patent der Firma Aquanova GmbH weiterentwickelt. Das Projekt AquaInno wurde sowohl von den Industriepartnern Aquanova GmbH, GMA Gesellschaft für Marine Aquakultur mbH, Fischerei Müritz-Plau GmbH, Klävertec Kläranlagenbau GmbH, OPTIMARE Sensorsystems AG, Peehs Kunststoffwerkstatt, und Sasol Wax GmbH finanziert. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie finanziert.

Die in unserem Projekt eingesetzte Technologie bestand aus einer geschlossenen Aquakultur-Produktionsanlage für den Außeneinsatz (Küstengewässer, Teiche). Weitere innovative Teilbereiche waren die Modularität des Systems, Systemsicherheit, der reduzierte und sichere Einsatz von Personal sowie die Vorbeugung von Krankheiten. Je nach Betriebsart kann das System entweder als schwimmende Kreislaufanlage oder als Durchflusssystem eingesetzt werden.

Details zum AquaInno-System:

  • Die Aquakulturanlage verfügte über eine mehrstufige Filtertechnik. Im ersten Schritt, der Sedimentation, wurden die festen Partikel ausgefällt und gesammelt. Dieses ermöglichte die Nutzung als integriertes Aquakultur-System. In einem zweiten Schritt wurde ein Bioflow-Reaktor in Betrieb genommen, in dem eine Nitrifikations- und Denitrifikationseinheit Nährstoffe eliminiert. Ein spezielles Sensorsystem überwachte die Wasserqualität innerhalb und außerhalb des Systems und erlaubte somit die Art des Wasserflusses (Rezirkulation oder Durchfluss).
  • Die Effizienz der Fütterung lag bei nahezu 100 %. Eine integrierte Kippvorrichtung des Kulturtanks vereinfachte den Betrieb, die Wartung sowie das Ernten, da die Handhabung der Kultureinheit erleichtert und gleichzeitig den Stress auf die kultivierten Arten reduziert wurde. Dieses vermied außerdem die (1) schwierige und ungesunde Arbeitsbedingung, als auch (2) das Eindringen von Parasiten. Die Produktqualität wurde zusätzlich dadurch durch erhöht, dass eine geringere Stressbelastung stattfand und auf den Einsatz von Medikamenten verzichtet wurde.
  • Für die Energieversorgung wurden Solarmodule eingesetzt.
  • Der Wildfischbestand im Teich und seine Biodiversität wurde vor der Aquakultur, seinen Fäkalien, anderen freigesetzten Nährstoffen und Schadstoffen geschützt. Der Durchflussbetrieb wurde von Sensoren gesteuert, die den Durchfluss überwiegend als internes Recycling einstellte und somit die Kultur vor jeglichen Einflüssen aus dem Teich schützt, während auch die Umgebung durch eine Kontamination aus der Kultureinheit geschützt wurde.
  •  Die wirtschaftliche Machbarkeit war ein weiteres Teilprojekt, aber von höchster Priorität. Die Einsatzmöglichkeiten in der aktuell stattfindenden Süßwasseraquakultur in Europas wurden als enorm hoch eingeschätzt. Die Ersatz einiger Netzkäfige durch das AquaInno-System zur Reduzierung der Umweltbelastung wurde als sehr wichtig eingestuft. Wirtschaftlicher Erfolg könnte daher mit ökologischer Produktion einhergehen.