Fortbildung

„klimafit“ – Wissen für den Klimawandel vor der Haustür

Bundesweites Kursangebot für soziale Handlungskompetenz im Klimaschutz startet unter dem Schirm der Nationalen Klimaschutzinitiative
[01. März 2022] 

Steigende Temperaturen, extreme Wetterereignisse wie Starkregen und Stürme – der Klimawandel zeigt sich auch in Deutschland immer deutlicher. Dabei steht jede Region vor ihren ganz eigenen Herausforderungen. Mit dem Kurs „klimafit“ wollen der Helmholtz-Forschungsverbund REKLIM, der WWF Deutschland und die Universität Hamburg Bürgerinnen und Bürger auf die Auswirkung des Klimawandels direkt vor ihrer Haustür vorbereiten. Das Bildungsangebot wird mit 2,2 Millionen Euro für drei Jahre in der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert. Im März 2022 startet der nächste Kursdurchlauf an 128 Volkshochschulen in ganz Deutschland.

Wie wirkt sich der Klimawandel auf den privaten oder beruflichen Alltag aus? Auf welche Folgen müssen sich Bürgerinnen und Bürger in einzelnen Regionen einstellen? Wie können Kommunen gemeinsam ins Handeln kommen? Der Kurs „klimafit“ spricht Fragen wie diese direkt an.

Der Helmholtz-Forschungsverbund „Regionale Klimaänderungen und Mensch" (REKLIM), der WWF Deutschland und die Universität Hamburg wollen so Wissen zum Klimawandel vermitteln, Menschen in den Regionen miteinander vernetzen und konkrete Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Die Kurse tragen so aktiv und nachhaltig zum notwendigen Wandel der Gesellschaft bei, um das Klimaproblem als gemeinschaftliche Aufgabe zu verankern.
 

Die Kurse

Mit ihrem Leuchtturmprojekt „klimafit“ wollen REKLIM, der WWF Deutschland und die Universität Hamburg die Bildung für nachhaltige Entwicklung durch direkte Bürger:innenbeteiligung fördern und den Wissenstransfer zwischen Forschung und Gesellschaft aktiv umsetzen.

Das Kurskonzept besteht aus sechs Abenden mit Präsens- und Onlineterminen. In Expertenvorträgen, Gruppendiskussionen und digitalen Lernangeboten erfahren die Teilnehmenden, was die Ursachen und Folgen der Klimakrise sind und welche Faktoren diese verstärken. Dabei haben sie die Möglichkeit, mit führenden Forschenden sowie lokalen Fachleuten und Initiativen zu sprechen. Die Kurse stellen die regionalen Veränderungen der Veranstaltungsorte in den Mittelpunkt. Deshalb informieren die Klimaschutzbeauftragten der entsprechenden Kommunen, wie ihre Schutz- und Anpassungskonzepte aussehen.

Nach dem Kurs kennen die Teilnehmenden die wichtigsten wissenschaftlichen Grundlagen zum Thema Klima und Klimawandel. Sie haben einen Überblick über Veränderungen direkt vor ihrer Haustür und darüber, was sie tun können, um diesen Folgen zu begegnen.


Das sagen die Initiator:innen

„Mit den Teilnehmenden des klimafit Kurses haben Städte und Gemeinden neue Multiplikatorinnen und Multiplikatoren für den kommunalen Klimaschutz gewonnen, die wissen, wie sich der Klimawandel in der Region auswirkt, welche Maßnahmen die Kommune zur Klimaanpassung plant und was sie selbst zum Klimaschutz beitragen können“, sagt Bettina Münch-Epple, Leitung Bildung, WWF Deutschland.

„Es wird immer wichtiger, über die Folgen und die Möglichkeiten der Klimaanpassung Bescheid zu wissen. Extremwetterereignisse wie Starkregen und lange Hitzeperioden sind hier schon lange keine Seltenheit mehr. Deshalb brauchen wir Menschen, die Klimaschutz in ihre Region bringen. Und genau hier setzt klimafit an“, berichtet Dr. Klaus Grosfeld, Geschäftsführer REKLIM, Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, Bremerhaven.

„Klimawandel geht uns alle an und wir sollten uns nicht nur betroffen fühlen, sondern auch ins Handeln kommen. Gemeinsam fällt das leichter, als jeder für sich alleine. Gemeinsam lassen sich neue Routinen entwickeln und ein notwendiger Gestaltungswille kooperativ und solidarisch umsetzen“, erläutert Prof. Dr. Beate Ratter, Professorin für Integrative Geographie, Universität Hamburg.
 

Mehr zu „klimafit“

Der WWF Deutschland und der Helmholtz-Forschungsverbund „Regionale Klimaänderungen und Mensch" (REKLIM) haben den Kurs „klimafit“ 2016 gemeinsam entwickelt. Die Universität Hamburg führt Begleitforschung durch. Seitdem haben bereits etwa 2000 Menschen an den Kursen teilgenommen. Sie bewerten besonders positiv das neue Wissen über den Klimawandel und die regionalen Veränderungen, die Teil des Kurses sind.

Der Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse und innovativer Technologien in die Gesellschaft ist ein wichtiges Element im Forschungsprogramm „Erde und Umwelt“ der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz fördert das „klimafit“-Projekt seit Januar 2022 als Teil der Nationalen Klimaschutzinitiative. Bis 2024 soll das Kursangebot an 170 Standorten bundesweit angeboten und langfristig etabliert werden und somit einen konkreten Beitrag zum Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung leisten.

Weitere Informationen zum Projekt, zu den bundesweiten Standorten und zur Anmeldung auf www.klimafit-kurs.de und www.reklim.de.

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Das Alfred-Wegener-Institut forscht in den Polarregionen und Ozeanen der mittleren und hohen Breiten. Als eines von 18 Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft koordiniert es Deutschlands Polarforschung und stellt Schiffe wie den Forschungseisbrecher Polarstern und Stationen für die internationale Wissenschaft zur Verfügung.