EnviSim4Mare

Testbettentwicklung und Untersuchung des Einflusses marinen Bewuchses auf Tragstrukturen von Offshore Windenergieanlagen; Vorhaben: Experimentelle Untersuchungen des marinen Bewuchses an Testkörpern

Die Ziele des “EnviSim4Mare”-Projektes sind u.a. die Entwicklung einer Wachstumsüberwachung von marinen Invertebraten auf Testkörpern inklusive der taxonomischen Bestimmung der Artengemeinschaften und der Dokumentation ihrer Sukzession und Dominanzen zur Feststellung ihrer Oberflächenrauigkeit.

Im Rahmen dieses Projektes wurden daher Testkörper an zwei in der Außenweser ausgelegten Tonnen (nordöstlich Windpark Nordergründe, Nähe Alte Weser) und an einer Materialteststation (Universität Stuttgart, an Westmole Helgoland) als auch an einer hierfür entwickelten Stahlkonstruktion (Nordost-Hafen, Helgoland) befestigt, um die oben beschriebenen Untersuchungen zu dokumentieren. Bei diesen Testkörpern handelt es sich einerseits um größere Edelstahlrohre und -platten, welche die Oberflächen von Windparkelementen (Turm) widerspiegeln und für spätere Untersuchungen im Strömungskanal genutzt werden sollen. Für die erwähnten biologischen Untersuchungen (Sukzession) werden kleine Edelstahlplatten (ca. 10x15 cm) eingesetzt.   

Während bei Nordergründe geringe Tiefen mit einer klaren Durchmischung des Wassers (keine Zonierung durch Tidenströmung) vorliegt, wird das Tiefenprofil auf Helgoland berücksichtigt, um hier die Gezeitenzone (Eulitoral) und die Zone unterhalb (Sublitoral) zu vergleichen, da vorhergehende Studien darauf hinweisen, dass tiefenabhängige Lichtverhältnisse und andere abiotische Parameter (z.B. Wellengang, Strömung) den Bewuchs beeinflussen können. Für die biologischen Untersuchungen der Sukzession werden Testkörper monatlich entnommen und im Labor nach den oben genannten Kriterien (taxonomisch, Feststellung der Bedeckung, Abundanz) auswertet.

Ein wichtiger Bestandteil des Projektes ist die Entwicklung der Trägereinheiten der Testkörper (TTE) für die Nutzung z.B. an der Hafenmauer, als auch für die Studien im Freiwasser; hierfür werden Verankerungen (inkl. Markierungstonnen) und die notwendigen Trägergestelle für die Testkörper entwickelt. Zusätzlich wird innerhalb des Projektes ein geschlossenes Kreislaufsystem (Recirculating Aquaculture System (RAS)) am Leichtweiss-Institut für Wasserbau (LWI) (Braunschweig) entwickelt und installiert, um die Aufwuchsgemeinschaften auf den Testkörpern unter natürlichen Strömungsverhältnissen im Labor zu hältern. Im Verlauf des Projektes werden die größeren Testkörper (Stahlrohe, -platten) ein bis zweimal jährlich entnommen, um in einem neu gebauten Salzwasser-Strömungskanal am LWI eingesetzt zu werden, und Kraftbeiwerte zu ermitteln. Dieser Ansatz soll Hinweise auf die durch den Bewuchs veränderten Wellen- und Strömungslasten auf die eingebrachten künstlichen Strukturen geben.

Dieses Projekt wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) finanziert (Förderkennzeichen: 03SX495B) und die Verwaltung der Zuwendungen werden durch den Projektträger (Forschungszentrum Jülich GmbH, Fachbereich Maritime Technologien) selbständig vorgenommen.

 

Projekt Steckbrief

Projektname

EnviSim4Mare

Projektdauer

36 Monate

Projektebene

national

Projektpartner

4

Stakeholder

Forschung, Industrie, Ministerien, Behörden,

Links