Pressemitteilung

Bremerhavener Schüler fahren in die Barentssee

[10. August 2005] 

HIGHSEA–Projekt erkundet Meeresströmungen

Vom 14.-28. August 2005 fahren 15 Bremerhavener Schülerinnen und Schüler des Schulprojektes HIGHSEA (HIGHschool of Science & Education @ the AWI) zusammen mit einer Lehrerin und zwei Wissenschaftlern des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung auf eine Forschungsreise in die arktische Barentssee. Während der Reise von Longyearbyen/ Spitzbergen bis ins Norwegische Tromsø werden sie anhand der Frage nach der Tiefenwasserbildung in der Barentssee naturwissenschaftliches Grundlagenwissen erarbeiten.

Die Anreise nach Longyearbyen erfolgt von Hamburg aus mit dem Flugzeug. In Longyearbyen besteigen die Schüler den speziell für Gruppen- und Seminarreisen ausgebauten Traditionssegler „Lovis“. Sowohl vor Spitzbergen als auch während der Überfahrt nach Nordnorwegen bietet sich für die Gruppe die einmalige Gelegenheit, in der Arktis an einem eigenen Projekt forschend zu lernen. Im Mittelpunkt der Reise wird das eigenständige und selbstverantwortliche Arbeiten der Schüler stehen. Dabei eignen sie sich zum einen das zur Beantwortung ihrer Fragestellung nötige Fachwissen an und stellen weiterhin ihre Kommunikations- und Organisationsfähigkeit innerhalb des Projektes unter Beweis.

Unterstützt werden die Schülerinnen und Schüler von der Mathematiklehrerin Nicole Kindler und den am Alfred-Wegener-Institut tätigen Wissenschaftlern Dr. Michael Schodlok (Ozeanograph) und Dr. Susanne Gatti (Meeresbiologin). Die Gruppe wird mit Hilfe einer vom Alfred-Wegener-Institut entwickelten mobilen Winde mit Wasserschöpfern Proben in einem dichten Stationsnetz im Storefjord bei Spitzbergen nehmen. Über eine CTD (Conductivity = Leitfähigkeit, Temperature = Temperatur, Depth = Tiefe) Sonde werden parallel Temperatur, Salzgehalt und Wassertiefe gemessen. Aus diesen Daten wird dann die Stärke der Tiefenwasserbildung ermittelt.

Für die Meeresströmungen auf unserer Erde ist das Absinken von kaltem Wasser der entscheidende Antriebsmechanismus. In regional begrenzten Gebieten der Arktis geschieht dies aufgrund der Abkühlung warmen Wassers aus dem Süden und der Bildung von Meereis im Winter. Durch die Eisbildung erhöht sich der Salzgehalt des Wassers, welches dann aufgrund seines höheren spezifischen Gewichts in die Tiefe absinkt. Der hohe Sauerstoffgehalt in dem so entstandenen polaren Tiefenwasser ist wiederum lebenswichtig für alle Tiefseeorganismen. Mit ihren Forschungsarbeiten wollen die Schüler vor allem die starken Schwankungen in der Tiefenwasserbildung im Untersuchungsgebiet besser verstehen. Dass die jungen Forscher und Forscherinnen dabei auch ihr physikalisches, chemisches und mathematisches Basiswissen erweitern, ist ein wesentlicher Aspekt des Projekts.

Diese Lernmethode ist den Schülerinnen und Schülern schon aus dem Bremerhavener Schulalltag des Projektes HIGHSEA vertraut; alle sind Teilnehmer des zweiten Jahrgangs dieses Programms. HIGHSEA wurde vom Alfred-Wegener-Institut in Kooperation mit den Bremerhavener Schulbehörden entwickelt und richtet sich an naturwissenschaftlich besonders interessierte Schülerinnen und Schüler der Bremerhavener Oberstufen. Während der letzten drei Schuljahre erhielten sie an zwei Tagen in der Woche fächerübergreifenden Unterricht am Alfred-Wegener-Institut, der in Form von „Teamteaching“ sowohl von Lehrkräften als auch von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Alfred-Wegener-Instituts gestaltet wird.

Die Gesamtkosten der zweiwöchigen Forschungsfahrt belaufen sich auf etwa 35.000 Euro, von denen die Eltern der Schüler und das Alfred-Wegener-Institut jeweils etwa ein Fünftel tragen. Die verbleibende Summe wird von einer Reihe lokaler und überregionaler Sponsoren aufgebracht.

Weitere Informationen zur Reise und den einzelnen Sponsoren sind unter nachfolgendem Link zu finden.

www.awi-bremerhaven.de/ClickLearn/SchoolProject/Lovis.html



Bremerhaven, den 10. August 2005

Abo/Share

AWI Pressemeldungen als RSS abonieren




Das Institut

Das Alfred-Wegener-Institut forscht in den Polarregionen und Ozeanen der mittleren und hohen Breiten. Als eines von 19 Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft koordiniert es Deutschlands Polarforschung und stellt Schiffe wie den Forschungseisbrecher Polarstern und Stationen für die internationale Wissenschaft zur Verfügung.