Ice Roads

Die Klimaerwärmung und das Auftauen des Permafrosts führen nicht nur zu einer Destabilisierung des Bodens in den Permafrostregionen der Arktis, sondern auch zu einer tendenziell zunehmenden Einschränkung der Nutzbarkeit sogenannter Ice Roads. Bei den Ice Roads handelt es sich um jährlich im Winter neu angelegte Versorgungsstraßen, die vor allem der im unzugänglichen Norden angesiedelten Industrie als Transportwege dienen. Ausgehend von den Tundra Travel Rules dürfen die Ice Roads nur unter bestimmten Bodentemperaturbedingungen befahren werden. Die Sicherheit und die jährliche Nutzungsdauer dieser Verkehrswege sind unmittelbar von der Klimaerwärmung und den kürzer werdenden Frostperioden betroffen. Das Zeitfenster, innerhalb dessen Ice Roads benutzt werden dürfen, hat sich beispielsweise in den letzten 40 Jahren von etwa 200 Tagen im Jahr auf etwa 100 Tage im Jahr verringert.

Auf der einen Seite ist die Berechenbarkeit der Logistik von größter Bedeutung für Unternehmen, die in diesen schwer zugänglichen Regionen tätig sind (z. B. Ölindustrie). Auf der anderen Seite können schwerwiegende und irreparable Umweltschäden verursacht werden, wenn Transportwege über eine bestimmte Wärmestabilitätsgrenze hinaus genutzt werden. Eine zuverlässige und zeitnahe Risikobewertung ist daher sowohl aus wirtschaftlicher als auch aus ökologischer Sicht von entscheidender Bedeutung.

Das im Rahmen von PermaRisk weiterentwickelte Landoberflächen-Permafrostmodell CryoGrid soll hierbei helfen die Nutzbarkeit bzw. ökologischen Verträglichkeit der Ice Roads vorherzusagen. Das CryoGrid Modell ist technologisch bereits jetzt in der Lage die Stabilität solcher Transportwege mit Hilfe von meteorologischen Daten aus Wettermodellen zu prognostizieren. Im Rahmen dieses Projekts soll aus unserem wissenschaftlichen Modell eine Demonstrator-Software für Transportwege in Alaska entwickelt werden.