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Polarstern departs for the Arctic

Conducting research at the long-term deep-sea observatory Hausgarten
Das deutsche Forschungsschiff Polarstern in der zentralen Arktis, Aufnahme von der Sommer-Expedition 2015


The German research vessel Polarstern during an expedition into the central Arctic Ocean.
The German research vessel Polarstern (Photo: Alfred Wegener Institute / Mario Hoppmann)

On the evening of 10 August 2019, the research vessel Polarstern will leave her homeport in Bremerhaven. The purpose of the expedition is to conduct studies at a major long-term monitoring station in the Arctic: the AWI’s Hausgarten observatory in the Fram Strait, where experts from various disciplines are investigating all aspects of the ecosystem, from the water’s surface to the ocean depths, in order to determine the impacts of climate change on biodiversity in the Arctic. After roughly a month underway, in mid-September Polarstern will reach the Norwegian port of Tromsø, where she’ll receive her final preparations for the one-year-long MOSAiC expedition, prior to leaving for the Central Arctic on 20 September.

Lebewesen in der dunklen Tiefsee sind davon abhängig, Nahrung von der lichtdurchfluteten Wasseroberfläche zu erhalten, wo das Phytoplankton wachsen kann. Dabei gibt es erhebliche Schwankungen zwischen warmen und kalten Jahren. Deshalb erforschen Wissenschaftler verschiedenster Disziplinen um Expeditionsleiterin Dr. Katja Metfies vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) das marine Ökosystem im Untersuchungsgebiet von der Atmosphäre über die Wassersäule bis hin zum Tiefseeboden. Als besonders produktiv hat sich bei den Langzeituntersuchungen im sogenannten AWI-Hausgarten zwischen Spitzbergen und Grönland die Eisrandzone herausgestellt. Die Forscher vermuten, dass die hohe biologische Produktivität hier durch physikalische und chemische Prozesse in der oberen Wassersäule, sowie den Austausch mit der Atmosphäre ausgelöst wird. Um die Zusammenhänge zwischen Physik, Chemie und Ökologie an den Frontensystemen der Eisrandzone detailliert zu ergründen, taucht hier das autonome Unterwasserfahrzeug (AUV) namens Paul ab. Es kann neben grundlegenden physikalischen Werten (Temperatur, Salzgehalt, Tiefe) auch ökologische Daten erfassen. Zu diesen gehört Chlorophyll als Indikator für die Photosynthese, aber auch organische Substanzen und Nährstoffe wie Nitrat zeichnet das AUV während seiner Tauchgänge auf.

Erstmalig soll Paul jetzt bis auf den Meeresgrund tauchen – bei früheren Expeditionen war er nur in den oberen Wasserschichten unterwegs. Ausgerüstet mit einer Kamera und einem sogenannten Side-Scan-Sonar soll er den Meeresboden hochaufgelöst kartieren. So erhöht das Sonar die räumliche Abdeckung des sonst eingesetzten geschleppten Kamerasystems (OFOS), indem es weiter zur Seite anstatt nur gerade nach unten blicken kann. Bis zu 2.600 Meter tief ist der Ozean dort, wo Paul fünf Meter über dem Meeresgrund schweben soll und Details der Bodenbeschaffenheit in einer Auflösung von etwa 10 bis 15 Zentimetern aufzeichnet. Diese Karten erlauben es dann, den Probennahmestellen für den sogenannten Multicorer zu bestimmen, der Proben für mikrobiologische Untersuchungen aus dem Sediment sticht.

Diese Sedimente ermöglichen ergänzende Untersuchungen zu denen, die die Mikrobiologen mit autonomen Kettenfahrzeugen (Crawler) ganzjährig durchführen. Bereits zum dritten Mal ist der AWI-Tramper ein Jahr lang selbstständig am Meeresboden der Arktis unterwegs und misst beispielsweise regelmäßig den Sauerstoffverbrauch im Meeresboden als Anzeiger für die mikrobiologische Aktivität. Er soll während der aktuellen Polarstern-Expedition geborgen und sofort für den nächsten Einsatz ausgerüstet werden. Ergänzt wird der Tramper durch einen zweiten Crawler namens Nomad, der im Jahr 2018 einen erfolgreichen Test im Tiefseeobservatorium absolvierte. Beide Messroboter werden dieses Mal für einen zweijährigen Einsatz ausgerüstet, denn kommendes Jahr steht die Polarstern nicht für eine Expedition in den Hausgarten zur Verfügung.

Stattdessen wird der Eisbrecher dann – festgemacht an einer Eisscholle – mit dem Meereis durch die Zentralarktis driften. Die heiße Phase der Vorbereitungen für diese MOSAiC (Multidisciplinary drifting Observatory for the Study of Arctic Climate) genannte Expedition starten mit Einlaufen des Schiffes in Tromsø: Dort werden ab 13. September Mannschaft und Material ausgetauscht sowie Messgeräte installiert. Mit einer Farewell-Veranstaltung soll die Polarstern dann am 20. September für die größte Arktis-Forschungsexpedition verabschiedet werden.

Auf der MOSAiC-Expedition erforschen Wissenschaftler aus 19 Nationen die Arktis im Verlauf eines ganzen Jahres, einschließlich des kaum erforschten Winters. Von Herbst 2019 bis Herbst 2020 driftet der deutsche Eisbrecher Polarstern dazu eingefroren im Eis durch das Nordpolarmeer. MOSAiC wird unter Leitung des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) realisiert. Damit dieses einzigartige Projekt gelingt und möglichst wertvolle Daten gewonnen werden, arbeiten über 70 Institute in einem Forschungskonsortium zusammen. Das Budget der Expedition beträgt rund 140 Millionen Euro.

Neuigkeiten direkt aus der Arktis gibt es über die MOSAiC-Kanäle auf Twitter und Instagram über die Hashtags #MOSAiCexpedition, #Arctic und #icedrift. Weitere Informationen zur Expedition auf: www.mosaic-expedition.org.

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Science

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Press Office

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Das deutsche Forschungsschiff Polarstern in der zentralen Arktis, Aufnahme von der Sommer-Expedition 2015


The German research vessel Polarstern during an expedition into the central Arctic Ocean.
The German research vessel Polarstern during an expedition into the central Arctic Ocean. (Photo: Alfred Wegener Institute / Mario Hoppmann)
Tramper Bergung nach erfolgreichen zweitägigen Testeinsatz am Meeresgrund bei 1500 Metern Wassertiefe
Crawler Tramper after a successful test on the sea floor in 1500 metres water depth in the year 2016 (Photo: Alfred Wegener Institute / Johannes Lemburg)
AUV deployment from Polarstern in Arctic Ocean. August 27, 2017, Arctic Ocean. Photo: Alfred Wegener Institute / Esther Horvath
AUV deployment from Polarstern in Arctic Ocean. August 27, 2017, Arctic Ocean. (Photo: Alfred Wegener Institute / Esther Horvath)
NOMAD crawler after recovery in Arctic Ocean. August 5, 2017, Arctic Ocean. Photo: Alfred Wegener Institute / Esther Horvath
[Translate to English:] NOMAD crawler after recovery in Arctic Ocean. August 5, 2017, Arctic Ocean. (Photo: Alfred Wegener Institute / Esther Horvath)
Luftaufnahme Polarstern
RV Polarstern in the Arctic. (Photo: Alfred Wegener Institute / Martin Schiller)
AWI sea-ice physicists are working on the sea ice, while the wind is acclerating and the snow drift is increasing.
AWI sea-ice physicists are working on the sea ice, while the wind is accelerating and the snow drift is increasing. (Photo: Alfred Wegener Institute / Stefan Hendricks)
AUV of Alfred Wegener Institute. August 23, 2017, Arctic Ocean. Photo: Alfred Wegener Institute / Esther Horvath
AUV of Alfred Wegener Institute. August 23, 2017, Arctic Ocean. Photo: Alfred Wegener Institute / Esther Horvath (Photo: Alfred Wegener Institute / Esther Horvath)
Preparing AUV for deployment in the Arctic Ocean. August 30, 2017, Arctic Ocean. Photo: Alfred Wegener Institute / Esther Horvath
Preparing AUV for deployment in the Arctic Ocean. August 30, 2017, Arctic Ocean. (Photo: Alfred Wegener Institute / Esther Horvath)
Deployment of NOMAD autonomous crawler. September 5, 2017, Arctic Ocean. Photo: Alfred Wegener Institute / Esther Horvath
Deployment of NOMAD autonomous crawler. September 5, 2017, Arctic Ocean. (Photo: Alfred Wegener Institute / Esther Horvath)
Das deutsche Forschungsschiff Polarstern in der zentralen Arktis, Aufnahme von der Sommer-Expedition 2015


The German research vessel Polarstern during an expedition into the central Arctic Ocean.
The German research vessel Polarstern during an expedition into the central Arctic Ocean. (Photo: Alfred Wegener Institute / Mario Hoppmann)