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Site for the Oldest Ice core in Antarctica identified – drilling can commence

New high-resolution radar data from East Antarctica reveals 1.5 million-year-old ice at a depth of ca. 2550 metres in the ice sheet
The radar system in the cabin of a Pistenbully
The radar system in the cabin of a Pistenbully (Photo: Alfred-Wegener-Institut)

This week, an international team of researchers determined the final drilling coordinates for the oldest ice core in Antarctica, and began setting up camp on the Antarctic Plateau. When the time came to choose exactly where the drill should be used, the researchers relied on high-resolution data from a newly developed ice radar system, which they had used for the first time earlier this month in the target zone ‘Little Dome C’. In this region, located 40 kilometres to the west of the French-Italian research station ‘Dome Concordia’, the ice covering East Antarctica is ca. 2,800 metres thick. The experts now believe the oldest ice – up to 1.5 million years old – is at a depth of 2,550 metres. The goal of the European research project ‘Beyond EPICA’ is to collect an ice core that will make it possible to seamlessly reconstruct the climatic history of the past 1.5 million years; so far, we only have data on the past 800,000 years. The work currently going on at the drill site is only preparatory; the actual drilling is slated to begin in the Antarctic summer of 2020/21.

Messfahrten mit einem neuentwickelten Eisradar der US-amerikanischen Universität Alabama haben am Anfang dieses Monats die Suche nach dem ältesten Eis der Antarktis einen entscheidenden Schritt vorangebracht. „Wir konnten in einer deutlich höheren Auflösung als jemals zuvor in dieser Tiefe in den Ostantarktischen Eisschild schauen“, sagt Prof. Olaf Eisen, Glaziologe am Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven (AWI). 

Er und AWI-Kollege Prof. Frank Wilhelms gehören zu den führenden Wissenschaftlern im EU-Klimaforschungsprojekt „Beyond EPICA“, in welchem sich Forschende von 16 Institutionen aus zehn europäischen Ländern das Ziel gesetzt haben, einen Eisbohrkern zu gewinnen, dessen untere Eisschichten im Idealfall bis zu 1,5 Millionen Jahre alt sind. Dieser würde es den Forschenden erlauben, die Klimageschichte für den gleichen Zeitraum zu rekonstruieren – das heißt für die Entwicklungsphase der Menschen, seitdem sie Feuer nutzen. In dem Eis sind nämlich Luftbläschen aus jenem Jahrzehnt eingeschlossen als sich der damals gefallene Schnee zu Eis verdichtete.

 „Wir haben die große Hoffnung, dass uns dieser Eisbohrkern die einmalige Gelegenheit bietet, umfassende Informationen zum globalen Klima und zur Treibhausgaskonzentration während des sogenannten mittleren Pleistozän-Überganges vor 900 000 bis 1,2 Millionen Jahren zu sammeln“ sagt Projektkoordinator Carlo Barbante vom italienischen Polarforschungsinstitut ISP-CNR. Damals verlängerte sich der Zyklus, in dem Kalt- und Warmzeiten aufeinanderfolgten, von 40 000 auf 100 000 Jahre. Die Gründe dafür sind jedoch bis heute unbekannt.

Die Bohrung sowie die ersten anschließenden Analysen der im Eis eingeschlossenen Gase sollen in sechs Jahren abgeschlossen sein. So lange läuft die Förderung der Europäischen Kommission, die das Projekt „Beyond EPICA“ mit 11 Millionen Euro finanziert. Der Bohrung waren dreijährige Erkundungsarbeiten im Rahmen des Projektes „Beyond EPICA – Oldest Ice“ vorausgegangen, welche das AWI koordiniert hat. In dieser Zeit hatten die Wissenschaftler den Ostantarktischen Eisschild vor allem vom Flugzeug aus vermessen und durch weiträumige Arbeiten am Boden ergänzt. 

Der Titel des aktuellen Bohrprojektes leitet sich übrigens von einer Eiskernbohrung ab, bei der ein europäisches Konsortium zwischen 1996 und 2004 genau 3270 Meter tief in den Ostantarktischen Eisschild gebohrt hatte (EPICA - European Project for Ice Coring in Antarctica). Einer der zwei dabei gewonnene Eisbohrkern gab umfangreiche Informationen zur Klimageschichte der zurückliegenden 800 000 Jahre preis. Im neuen Projekt „Beyond EPICA“ wollen die Forschenden nun weit über diese Grenze hinausgehen.

Außer dem italienischen Polarforschungsinstitut und dem deutschen Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung sind folgende Hauptpartner an dem Projekt beteiligt:

·       British Antarctic Survey, Großbritannien

·       Institut polaire français Paul-Emile Victor (IPEV), Frankreich

·       Centre national de la recherche scientifique (CNRS), Frankreich

·       Agenzia nazionale per le nuove tecnologie, l'energia e lo sviluppo economico sostenibile (ENEA), 

        Italien

·       Norsk Polarinstitutt (NPI), Norwegen

·       Universität Stockholm, Schweden

·       Universität Bern, Schweiz

·       Universität Kopenhagen, Dänemark

·       Universität Brüssel, Belgien

Contact

Science

Frank Wilhelms
+49(471)4831-1551

Science

Olaf Eisen
+49(471)4831-1969

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The radar system in the cabin of a Pistenbully
The radar system in the cabin of a Pistenbully (Photo: Alfred-Wegener-Institut)
Antarctic expanse, Little Dome C with Sastrugi.
Antarctic expanse, Little Dome C with Sastrugi. (Photo: Alfred-Wegener-Institut)
Antarctic expanse, no traffic.
Antarctic expanse, no traffic. (Photo: Alfred-Wegener-Institut)
The radar system, mounted on a sled with air cushions, is pulled by a snow groomer. The generator for the power supply is charged on the first sled.
The radar system, mounted on a sled with air cushions, is pulled by a snow groomer. The generator for the power supply is charged on the first sled. (Photo: Alfred-Wegener-Institut)

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