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In East Siberia, Extreme Wildfires are on the Rise

Dense larch forests help prevent wildfires and mitigate the effects of climate change. However, they’re now at risk of thinning out.
On the road in the Republic of Sakha, Russia. A forest fire rages in the distance.
Forest fires cover large parts of the Republic of Sakha with dense smoke. (Photo: Alfred Wegener Institute / Ramesh Glückler)

In the past several years, East Siberia has repeatedly been hit by extreme wildfires. In order to understand which conditions promote the occurrence of wildfires in the region, a team of researchers led by Ramesh Glückler and Elisabeth Dietze from the Alfred Wegener Institute has now investigated the connections between wildfire activity and forest structures in East Siberia for a period beginning roughly 10,000 years ago. To do so, they used lake sediments to reconstruct environmental changes during the timeframe in question. The experts assume there could be a connection between open, i.e., not densely covered sections of forest and increased wildfire activity. In addition, they suspect that dense larch forests have a regulating effect on the climate-based intensification of wildfires. Their findings were just released in the journal Frontiers in Ecology and Evolution.

„Wir fanden heraus, dass es vor rund 10000 Jahren – als der Wald in Ostsibirien noch sehr offen und von weiten Graslandschaften geprägt war – sehr viele Waldbrände in der Region gab“, sagt Ramesh Glückler. „Im Gegenzug dazu nahm die Feueraktivität mit einem zunehmend dichten Wald bis in die letzten Jahrhunderte ab.“ Das Holozän, der gegenwärtige Zeitabschnitt unserer Erdgeschichte, der vor ca. 11000 Jahren begann, war in seiner Anfangszeit durch offene Lärchen-Birken-Wälder gekennzeichnet. Während des mittleren Holozäns änderte sich die Waldstruktur. Dichte Lärchenwälder dominierten fortan die Vegetation.

In den letzten Jahren gab es speziell in der Republik Sacha im nordöstlichen Teil Russlands häufiger extreme Waldbrände. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sehen einen möglichen Rückkopplungseffekt: Der Klimawandel führt dazu, dass immer mehr Bäume absterben und Wälder ausdünnen. Die so entstehende offenere Waldlandschaft kann wiederum zu einer höheren Waldbrandaktivität führen. Glückler erklärt weiter: „Wir gehen davon aus, dass der noch bestehende, dichte Lärchenwald den eigentlichen Einfluss des Klimawandels auf die Waldbrände derzeit noch abmildert.“

Die langfristigen Zusammenhänge zwischen den Veränderungen der Waldbrände und der Waldstruktur im Allgemeinen sind noch weitgehend unbekannt. „Da die Menschen vor Ort bereits mit den sich verändernden Umweltbedingungen und der Intensivierung der Feuersaison konfrontiert sind, ist es enorm wichtig zu verstehen, wie Vegetation und Brandrisiko langfristig zusammenhängen,“ so Glückler. Das wollen die Forschenden nun mit Hilfe eines Feuer-Vegetationsmodells simulieren und überprüfen. Die neuen Daten der Studie verbessern außerdem die Einbindung Ostsibiriens in globale Synthesestudien, in denen dieser wichtige Lebensraum oft unterrepräsentiert ist.

Originalpublikation

Ramesh Glückler, Rongwei Geng, Lennart Grimm, Izabella Baisheva, Ulrike Herzschuh, Kathleen R. Stoof-Leichsenring, Stefan Kruse, Andrei Andreev, Luidmila Pestryakova, Elisabeth Dietze: Holocene wildfire and vegetation dynamics in Central Yakutia, Siberia, reconstructed from lake-sediment proxies, Frontiers in Ecology and Evolution (2022), DOI: 10.3389/fevo.2022.962906

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Science

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elisabeth.dietze@uni-goettingen.de