On a current expedition with the US Research Vessel Atlantis, benthic studies are carried out with the deep-diving submersible Alvin. Felix Janssen, scientist in the HGF-MPG bridging group for deep-sea ecology and technology at the AWI and the Max Planck Institute for Marine Microbiology (MPI), is joining this expedition at the moment. Led by the former MPI group member Tina Treude, who is now Professor at the University of California in Los Angeles (UCLA), the expedition aims to study seafloor biogeochemistry in oxygen deficient waters of the Santa Barbara Basin and the role of sulfur-oxidizing microbial mats that are forming at the sediment-water interface. While the studies address fundamental questions of benthic biogeochemical functioning, the Santa Barbara Basin also serves as a natural laboratory to understand possible consequences of an extension of hypoxic zones in response to global warming and eutrophication. Felix’ task is to perform in-situ flux measurements with automated measuring modules that were specifically developed in workshops at MPI and AWI for deployment with robotic technologies.
Nachdem 2019 bereits ähnliche Studien mit dem Unterwasserroboter Jason durchgeführt wurden, ist dies nun die erste Gelegenheit, diese spannenden Ökosysteme direkt durch die Bullaugen des bemannten Tauchboots Alvin zu beobachten. Während des Transits vom Hafen in San Diego zum Arbeitsgebiet war die tragische Havarie des Tauchbootes Titan natürlich eines der Hauptgesprächsthemen, und einige erhielten besorgte Mitteilungen von Freunden und Familienangehörigen. Alle Expeditionsteilnehmenden waren jedoch überzeugt von der Leistungsfähigkeit des Tauchbootes Alvin, das bis heute mehr als 5.000 Tauchgänge absolviert und damit unzählige wissenschaftliche Entdeckungen ermöglicht hat. Die Konstruktion, der Betrieb und die Wartung von Alvin werden regelmäßig vom US Naval Sea Systems Command überprüft und zertifiziert, die auch für die Seetüchtigkeit der Schiff- und U-Boot-Flotte der US-Marine zuständig ist – und auch die Alvin-PilotInnen sind von der US Navy zertifiziert. Die Besatzungs-Druckkörper von Alvin besteht aus Titan und ist für eine Tauchtiefe von bis zu 6500 Metern ausgelegt.
Dr. Janssen hatte die Gelegenheit, beim allerersten Tauchgang der Expedition dabei zu sein und den Einsatz seiner benthischen Kammern zu überwachen. ‚Es war ein ganz besonderer Moment, als der Meeresboden in 530 m Wassertiefe nach dem Abtauchen durch die pechschwarze Wassersäule in Sicht kam‘, sagt Felix später. ‚Der direkte Blick durch das U-Boot-Bullauge vermittelt einen unmittelbaren Eindruck, dem man mit der Beobachtung über einen Monitor nicht vergleichen kann‘. Zunächst konnten die Wissenschaftler an Bord des U-Boots keine mikrobiellen Matten auf dem extrem einheitlichen Meeresboden ausmachen. Den Grund dafür konnte Dave Valentine, Projektleiter des von der National Science Foundation finanzierten Projekts BASIN, erst einen Moment später ausmachen. Wo 2019 noch separate Matten beobachtet wurden, war das Sediment jetzt vollständig von einer durchgehenden weißlichen Schicht aus Schwefelbakterien bedeckt. ‚Wir hatten es tatsächlich mit einer riesigen zusammenhängenden mikrobiellen Matte zu tun, deren Ende nicht auszumachen war.‘
Zurück an Deck waren die KollegInnen begeistert von der Ausdehnung der mikrobiellen Matte zu hören und wie ausgeprägt sich die Gegebenheiten von denen im Jahr 2019 unterschieden. Ebenso groß war die Freude darüber, dass der Einsatz der benthischen Kammern reibungslos verlief. Bei aller Begeisterung vergaßen die KollegInnen aber natürlich jedoch nicht, Dr. Janssen anlässlich seines ersten Alvin-Tauchgangs traditionsgemäß mit einem ordentlichen Eimer eiskalten Wassers zu taufen.
Mehr Informationen zum Schiff finden Sie hier: https://www.whoi.edu/what-we-do/explore/ships/ships-atlantis/
Hier können Sie das Schiff verfolgen: https://www.whoi.edu/what-we-do/explore/ships/ships-atlantis/ships-atlantis-tracker/