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Foreign Minister Annalena Baerbock visits Palau Atmospheric Observatory

The research station provides important data for studying the atmosphere and ozone depletion over the polar regions
Bei einem Besuch hat sich Bundesaußenministerin Annalena Baerbock über die aktuelle Forschung am Palao Atmosphären-Observatorium informiert.
Bei einem Besuch hat sich Bundesaußenministerin Annalena Baerbock über die aktuelle Forschung am Palau Atmosphären-Observatorium informiert. v.l.n.r.: Sharon Patris (Coral Reef Research Foundation, CRRF), Gustav Aitaro (Minister of State: Foreign and D (Photo: Alfred Wegener Institute / Thomas Schubert, Honorarkonsul Republik Palau)

About 1400 kilometers east of the Philippines lies the archipelago of Palau in the West Pacific. Here, the air is particularly pure and low in pollutants - perfect conditions for studying the distribution of particles in the atmosphere and their influence on the climate worldwide. The Alfred Wegener Institute has been operating the Palau Atmospheric Observatory here since 2015, together with the University of Bremen, the Palau Community College and the Coral Reef Research Foundation. Now a delegation led by German Foreign Minister Annalena Baerbock has visited the observatory and learned about the latest findings.

Auf dem Campus des Palau Community College in Koror, steht das Palau Atmosphären-Observatorium (PAO). Es wurde 2015 eingerichtet, als Teil des Europäischen Forschungsprojekts StratoClim, das die Rolle der Stratosphäre im Klimasystem untersuchte. Von hier aus erforscht das Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) mit seinen Partnern die Zusammensetzung der Atmosphäre in der Region. Prozesse, die sich hier abspielen, beeinflussen das Wetter und Klima weltweit, über Europa bis in die Arktis. Über die neusten Forschungsergebnisse der Sektion Physik der Atmosphäre am AWI hat die Wissenschaftlerin Dr. Katrin Müller vor Ort Außenministerin Annalena Baerbock und einer deutschen Delegation nun einen Überblick gegeben. Neben dem Observatorium, besuchte die Gruppe eine Insel in den Rock Islands, die der Klimawandel verwüstet hat sowie eine Taro-Plantage, die durch Salzwasser überflutet wurde und dadurch nicht mehr nutzbar ist.

Wie die Luft über Palau die Polregionen beeinflusst

Palau ist für die Atmosphärenforschung ein strategisch wichtiger Standort. Hier wirkt einer von zwei globalen „Fahrstühlen“ in die Stratosphäre: Luft steigt hier vom Boden in gewaltigen Gewittertürmen bis in 18 Kilometern Höhe auf, von wo sie nahezu ungehindert  langsam weiter bis in die Stratosphäre gelangt, dem zweiten Stockwerk unserer Atmosphäre, wo sich die Ozonschicht befindet. Von dort aus, wird die Luft weiter transportiert in Richtung der Pole. Schadstoffe, die in die Atmosphäre über Palau eingetragen werden, können so die  chemische Zusammensetzung der gesamten Stratosphäre beeinflussen und beispielsweise auch am Pol Ozon abbauen.

„Was über der Region von Palau in die Stratosphäre gelangt, beeinflusst das Klima weltweit. Hier werden Schwefel- und Halogenverbindungen in höhere Luftschichten transportiert, die dort eine große Zahl an Klimaprozessen beeinflussen und auch zum polaren Ozonverlust beitragen. Diese verstehen wir zwar recht gut, aber es gibt noch Unstimmigkeiten zwischen Messungen und Modellen“, sagt Prof. Markus Rex vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI). Um diese Unstimmigkeiten aufzulösen, haben der Atmosphärenforscher und sein Team um Dr. Katrin Müller am PAO eine Messreihe gestartet, mit der sie  Ozon und Aerosole im unteren Teil der Atmosphäre, der Troposphäre, kontinuierlich beobachten. Ozon agiert in der Troposphäre als Treibhausgas und ist ein Indikator für Luftverschmutzung durch etwa Waldbrände oder Industrie.

„Wir haben das komplexe Wechselspiel von Transport- und chemischen Prozessen in der Atmosphäre über einen längeren Zeitraum beobachtet. So können wir erstmals verstehen, wie sich troposphärisches Ozon über Palau während der Jahreszeiten entwickelt und wie ozonreiche Luft aus entfernten Regionen in die ansonsten saubere Luftsäule über Palau transportiert wird“, sagt Katrin Müller.

Weitere Informationen:

Palau Atmosphären-Observatorium

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Science

Katrin Müller
+49(331)58174-5248