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Arctic Ocean: Greater Future acidification in summer

A new study predicts that climate change could shift and intensify the seasonal acidification of the Arctic Ocean, with consequences for its ecosystem
The Arctic polar cod Boreogadus saida
The Arctic polar cod Boreogadus saida (Photo: Alfred Wegener Institute / Hauke Flores)

Over the past 200 years, our planet’s oceans have absorbed more than a quarter of all anthropogenic carbon dioxide from the atmosphere. As a result, their acidity has increased by nearly 30 percent their acidity has increased by nearly 30 percent since the beginning of the Industrial Revolution. In this regard, the water’s pH value isn’t constant; it varies both seasonally and regionally. The lowest values naturally occur in winter. But that could soon change, since they could be shifted to the summer by climate change, as an international team including experts from the Alfred Wegener Institute recently demonstrated. If this comes to pass, it could have far-reaching consequences for life in the ocean, as they report in the journal Nature.

Im Sommer ist die biologische Aktivität von Meereslebewesen am größten, denn in der Regel herrschen hier optimale Bedingungen für Leben, Nahrung und Fortpflanzung. Der Klimawandel bedroht jedoch diese Ausgangslage, denn er verschiebt den Zeitpunkt des niedrigsten pH vom Winter in den Sommer, wie Forschende des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) sowie des französischen Labors für Klima- und Umweltwissenschaften (CEA), LOCEAN – Laboratorium für Ozeanographie und Klimaforschung und des Instituts Pierre-Simon Laplace (IPSL) nun herausfanden. In einer aktuellen Studie kommen sie zu dem Ergebnis, dass sich die Versauerung im Sommer noch in diesem Jahrhundert um etwa ein Viertel verstärken könnte. Einige Organismen des Arktischen Ozeans würden diese Veränderung deutlich spüren und wären weniger tolerant gegenüber einer verstärkten Erwärmung im Sommer.

Verursacht wird diese saisonale Verschiebung durch den verstärkten Anstieg des CO2 im erwärmten Wasser. Im Sommer steigen die Lufttemperaturen in der Arktis, mehr Meereis schmilzt und die arktischen Oberflächengewässer erwärmen sich. Diese Erwärmung wird im Sommer so stark, dass die Versauerung des Meerwassers viel stärker zunimmt und nicht mehr durch die Photosynthese von Algen im Ozean ausgeglichen wird. „Diese Ergebnisse verschlechtern die Aussichten für einige arktische Fische wie den Polardorsch, die bereits durch den Klimawandel bedroht sind“, sagt Mitautor Hans-Otto Pörtner, Biologe und Klimaforscher am AWI. „Die erwarteten Höchsttemperaturen bringen arktische Lebewesen an ihre thermischen Grenzen und überschreiten diese sogar, dies gilt besonders für ihre empfindlichen Lebensstadien.“ Hauptautor James Orr vom LSCE und IPSL ergänzt: „Wer hätte gedacht, dass der Klimawandel die maximale Versauerung um sechs Monate verschieben könnte, während Studien über saisonale biologische Rhythmen Verschiebungen von nur etwa einem Monat ergeben haben.“ „Das Faszinierende an dieser Studie ist, dass die chemischen Winter tatsächlich zu chemischen Sommern werden“, sagt Lester Kwiatkowski, Mitautor vom LOCEAN und IPSL. 

In ihrer Studie haben die Forschenden Simulationen von 27 Erdsystemmodellen analysiert und zukünftige Klimaszenarien erarbeitet. Dabei haben sie zum ersten Mal das Potenzial für saisonale Verschiebungen der Versauerung bewertet, mit allen Variablen, die damit zusammenhängen. Denn die Versauerung wird nicht nur durch einen einzelnen Faktor bestimmt, sondern durch ein empfindliches Zusammenspiel von physikalischen und biologischen Prozessen, beeinflusst von der stärkeren Erwärmung der Oberflächengewässer im Sommer. Diese Veränderungen waren größer in den Szenarien mit mittleren und hohen Treibhausgas-Emissionen und deutlich geringer bei niedrigen Emissionen. Für die Forschenden ein Hoffnungsschimmer, dass Schlüsselelemente des Ökosystems des Arktischen Ozeans erhalten werden können, wenn die durchschnittliche globale Erwärmung unter 2 °C gehalten werden kann.

Original publication

James C. Orr, Lester Kwiatkowski & Hans-Otto Pörtner: Arctic Ocean annual high in pCO2 could shift from winter to summer. Nature (2022). DOI: 10.1038/s41586-022-05205-y

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The Arctic polar cod Boreogadus saida
The Arctic polar cod Boreogadus saida (Photo: Alfred Wegener Institute / Hauke Flores)
Stormy sea
The 'roaring forties' encompass the area of the westerly wind zone between the latitudes of 40°S and 50°S and denote one of the stormiest areas on our planet. (Photo: Alfred Wegener Institute / Frank Rödel)
Waves on the Southern Ocean
Waves on the Southern Ocean - a snapshot aboard Polarstern. (Photo: Alfred Wegener Institute / Mario Hoppmann)
A school of polar cod in the laboratory tank
A school of polar cod in the laboratory tank (Photo: Alfred Wegener Institute / Flemming Dahlke)