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A glance into the future of the Arctic

Thawing ice wedges substantially change the permafrost landscape
2014 expedition of the PETA-CARB young investigator group (Siberian Arctic) (Photo: Alfred Wegener Institute / Thomas Opel)

Throughout the Arctic, ice wedges are thawing at a rapid pace. Changes to these structures, which are very common in permafrost landscapes, have a massive impact on the hydrology of the tundra. This is the result of a study carried out by an international research team in cooperation with the Alfred Wegener Institute, Helmholtz Centre for Polar and Marine Research (AWI), which will be published in the journal Nature Geoscience today.

Eiskeile prägen die arktische Permafrostlandschaft: Sie ragen bis zu 40 Meter tief in den Boden und sind in hunderten bis tausenden von Jahren entstanden. Durch Frier- und Tauprozesse sind sie verantwortlich für die Permafrost-typischen Polygonstrukturen in den arktischen Tieflandsebenen. Wissenschaftler um die Erstautorin Anna Liljedahl von der Universität Alaska in Fairbanks haben jetzt die Ergebnisse von Felduntersuchungen rund um den Polarkreis zusammengetragen und analysiert. Dabei stellten sie fest, dass bereits sehr kurze überdurchschnittlich warme Phasen zu raschen Veränderungen in Permafrostböden führen können. In neun von zehn Untersuchungsgebieten beobachtete das internationale Forscherteam mit Hilfe von historischen Luftbildern und neuesten hochauflösenden Satellitendaten, dass Eiskeile an der Oberfläche tauen und in der Folge der Boden absackt.

„Mit dem Absinken ändert sich das Abflussregime im Boden und somit die ganze Wasserbilanz", sagt Dr. Julia Boike, Permafrostforscherin an der Forschungsstelle Potsdam des Alfred-Wegener-Instituts, die an der Studie beteiligt ist.  „Insbesondere der seitliche Abfluss nimmt zu, so dass beispielsweise Wasser aus der Frühjahrsschneeschmelze nicht in der Tundra in kleinen Polygontümpeln absorbiert wird, sondern über die neu entstehende Vernetzung der tauenden Eiskeilpolygone in größere Flüsse gelangt“, beschreibt die Wissenschaftlerin die Beobachtungen. In der Studie angestellte Modellrechnungen legen nahe, dass die Arktis viele ihrer Seen und Feuchtgebiete verlieren wird, wenn der Permafrost sich zurückzieht.

„Das Tauen sieht lokal auf den ersten Blick unbedeutend aus, da die Absenkung häufig nur wenige Dezimeter beträgt“, ergänzt Co-Autor Dr. Guido Grosse, ebenfalls vom AWI-Potsdam. Die mit der Absenkung des Bodens verbundene Umorganisation des Abflussregimes bedingt jedoch durchaus dramatische Änderungen in der Hydrologie. Damit verändern sich die biogeochemischen Prozesse, die sehr von der Bodendurchfeuchtung abhängen. „Wir sehen gerade, wie ein Permafrost-dominiertes System sich zu einem hydrologisch komplexeren, weniger Permafrost-dominierten System verändert“, ordnet Grosse die Untersuchungen ein.

Im Permafrost sind riesige Mengen Kohlenstoff aus abgestorbenen Pflanzenresten eingefroren. Steigt die Temperatur an und taut der Permafrost auf, so werden Mikroorganismen aktiv und zersetzen den bisher festgelegten Kohlenstoff. Es entstehen Methan und Kohlendioxid, die den Treibhauseffekt ankurbeln. Diese Prozesse sind für langsame, stetige Erwärmung und oberflächennahes Tauen des Permafrosts bereits untersucht. Tauende Eiskeile führen jedoch lokal zu massiven Regimeänderungen. „Die zukünftige Kohlenstoffbilanz in Permafrostgebieten hängt davon ab, ob es nasser oder trockener wird. Wir können zwar Niederschläge und Temperaturen vorhersagen, aber der Zustand der Oberfläche und die Art der mikrobiellen Zersetzung von Bodenkohlenstoff hängt auch davon ab, wie viel Wasser drainiert“, so Julia Boike.

Guido Grosse ergänzt: „Die Prozesse, die wir bei diesen Untersuchungen erkannt und in lokalen Maßstäben modelliert haben, können und müssen nun in die großen Landoberflächen-Modelle mit eingebaut werden, damit Hydrologie und Biogeochemie besser vorhergesagt werden können. Indirekt wird auch arktische Infrastruktur betroffen sein, die teilweise in Eiskeil-reichen Gebieten liegt und dementsprechend von deren Tauen beschädigt werden kann.“

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Original publication

Anna K. Liljedahl, Julia Boike, Ronald P. Daanen, Alexander N. Fedorov, Gerald V. Frost, Guido Grosse, Larry D. Hinzman, Yoshihiro Iijima, Janet C. Jorgenson, Nadya Matveyeva, Russian Academy of Sciences; Marius Necsoiu, Martha K. Raynolds, Jorg Schulla, Ken D. Tape, Donald A. Walker, Cathy Wilson, Hironori Yabuki, and Donatella Zona: Pan-Arctic ice-wedge degradation in warming permafrost and influence on tundra hydrology, Nature Geoscience 2016; DOI: 10.1038/ngeo2674

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AWI permafrost expert Dr. Guido Grosse in front of a thermokarst lake on the Bykovsky Peninsula, located east of the Siberian town Tiksi. (Siberia, Russia) (Photo: Alfred Wegener Institute / Thomas Opel)
Reticular structures of ice-wedge polygons in the permafrost landscape. (Photo: Alfred Wegener Institute / Konstanze Piel)
Coloured air photograph of reticular structures of ice-wedge polygons in the permafrost landscape Samoylov. (Photo: Alfred Wegener Institute / Julia Boike)
Lake sediment surface of a freshly drained basin near Cape Halkett. The lake drained catastrophically 40 days ago, North Slope Alaska. (Photo: Alfred Wegener Institute / Josefine Lenz)
Aerial photo of Low Centre Polygons - a typical feature of permafrost regions. (Photo: Alfred Wegener Institute / Josefine Lenz)
AWI permafrost expert Dr. Guido Grosse (right) and his colleague Matthias Fuchs (right) are taking sediment samples at Bykovsky Peninsula (Siberia, Russia) (Photo: Alfred Wegener Institute / Thomas Opel)
AWI permafrost expert Dr. Guido Grosse (right) and his colleague Matthias Fuchs (right) are taking sediment samples at Bykovsky Peninsula (Siberia, Russia) (Photo: Alfred Wegener Institute / Thomas Opel)