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Sunken ammunition: danger with long-term effects

Sampling in the North Sea with RV Heincke
[Translate to English:] Granaten
Bild_2__c__Vlaams_Instituut_voor_de_Zee__VLIZ_.JPG (Photo: Alfred Wegener Institute / Vlaams Instituut voor de Zee (VLIZ))

Stormy weather and strict hygiene regulations put the science crew to the test. After a delay of almost two days due to weather conditions and several days of scheduled quarantine, the captain of the HEINCKE gave the command "cast off" on Thursday morning and set course for Helgoland. The research team of the "North Sea Wrecks" project collected samples around the wreck of the warship SMS MAINZ off the North Sea island. They will be used to investigate the extent to which the ship from the First World War, which was sunk together with its ammunition, secretes toxic substances.

Sie ruhen seit fast 80 manchmal seit 100 Jahren auf dem Grund der Nordsee. Beispielsweise westlich von Helgoland – Wracks von Kriegsschiffen, die im Ersten und Zweiten Weltkrieg dort im Gefecht sanken. Noch immer an Bord: Waffen, Munition, Öle und Treibstoff. Bis zu 1,3 Millionen Tonnen Munition vermuten Forschende allein im deutschen Teil der Nordsee.

Das EU-geförderte Forschungsprojekt „North Sea Wrecks“ (NSW) mit Beteiligung des Deutschen Schifffahrtsmuseums (DSM) / Leibniz-Institut für Maritime Geschichte und des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) ergründet, welche Gefahren für Mensch und Umwelt von den Kriegshinterlassenschaften ausgehen und welche Geschichte hinter den Wracks steckt. Dazu arbeiten die Forschenden grenzübergreifend und interdisziplinär mit weiteren Fachleuten aus Deutschland, Belgien, Dänemark, Norwegen und den Niederlanden zusammen. NSW versteht sich als Nachfolger eines Projektes, für das Forschende Munition in der Ostsee untersuchten. Für NSW rücken nun die Kriegswracks am Grund der Nordsee samt Ladung in den Forschungs-Fokus. Auf dem Nordseeboden schlummern noch sehr viel mehr Kriegsgeräte als in der Ostsee.

Unter strengen Hygienebedingungen verbrachte das deutsch-belgische Team sechs Tage an Bord der HEINCKE, vier Tage forschte es westlich von Helgoland und nahm unterschiedliche Proben aus dem Umfeld der SMS MAINZ und setzte Miesmuscheln aus, die Ende Juni wieder eingeholt werden. Das Team rund um den AWI-Meeresbiologen Dr. Matthias Brenner erhofft sich von den Sediment- und Muschelproben beispielsweise Erkenntnisse darüber, welche Schadstoffe von der Munition und den Wracks ausgehen, ob sie von den dort lebenden Organismen aufgenommen werden und wenn ja, ob die Organsimen von den Substanzen gesundheitlich beeinträchtigt werden oder nicht.

Ein Taucherteam nahm Proben vom Wrack. Dank modernster Technik erstellte das Team zwei- und dreidimensionale Scans, die genaue Hinweise auf den Zustand und die Umgebung des Wracks geben. „Grundlagenarbeit“ nennt das Dr. Philipp Grassel vom DSM. „Mich reizt besonders das Spannungsfeld zwischen Gefahr und Lebensraum. Mittlerweile haben sich die Wracks nämlich zu Lebensräumen entwickelt“, sagt der Experte für maritime Archäologie.

Die SMS MAINZ ruht seit rund 107 Jahren in der Nordsee. Die britische Flotte versenkte den Kleinen Kreuzer im Seegefecht vor Helgoland im August 1914. Das NSW-Projektteam recherchierte in alten Akten, wie das Schiff vor dem Untergang ausgerüstet war: „Es war mit Schnellfeuerkanonen und Torpedos ausgestattet und hatte zum Zeitpunkt des Untergangs wohl noch einiges an Munition an Bord“, sagt Grassel.

Weitere Ausfahrten sind in Planung. Dann sollen Proben von der SMS ARIADNE, der V187 und anderen Wracks genommen werden. Ein Tauchteam will Sedimente und Organismen von der Wrackhülle sammeln. Die Ergebnisse des NSW-Projekts werden ab August 2021 in einer Wanderausstellung präsentiert. Nach dem Start in Bremerhaven macht sie Halt in allen am Projekt beteiligten Ländern.

Das Projekt „North Sea Wrecks“ verfügt über ein Budget von über vier Millionen Euro und wird von der EU über das Programm Interreg gefördert. Das DSM koordiniert es von Bremerhaven aus und ermöglicht, über einen Zeitraum von vier Jahren, eine enge Zusammenarbeit von ca. 30 europäischen Projektpartnern auf mehreren Ebenen.

Zur Pressemitteilung des DSM - bitte klicken Sie hier.

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DSM Press Office
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+49(471) 482 07 832
presse(at)dsm.museum

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[Translate to English:] Granaten
120 mm shells of a QF-Mk IX naval gun on a wreck off the Belgian coast. (Photo: Alfred Wegener Institute / Vlaams Instituut voor de Zee (VLIZ))
[Translate to English:] Granaten
120 millimetre grenades on a wreck off the Belgian coast. The grenades belong to a QF-Mk IX naval gun. (Photo: Alfred Wegener Institute / Vlaams Instituut voor de Zee (VLIZ))
 Matthias Brenner und Ute Marx
Marine biologist Dr Matthias Brenner and Ute Marx from AWI examine the sediment samples and biological samples on board RV HEINCKE. (Photo: Alfred Wegener Institute / Cornelia Riml)
[Translate to English:] Expeditionsteilnehmer
The ten expedition participants on board the HEINCKE. (Photo: Alfred Wegener Institute / Cornelia Riml)
[Translate to English:] CTD
Preparations for taking water samples with the CTD device. (Photo: Alfred Wegener Institute / Cornelia Riml)