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EU Funding for Innovative Borehole Monitoring System

AWI receives grant to develop climate observation technology in the polar regions
[Translate to English:] Neues Bohrloch Messsystem
New borehole measurement system (Photo: Alfred Wegener Institute / Nora Hirsch)

Continuous, high-precision temperature measurements under the extreme conditions of the polar regions are the aim of a new borehole measurement system, now funded by the European Union as an ERC Proof of Concept Grant with 150,000 euros for 1.5 years.

„Wir wollen mit Genauigkeit im Milli-Kelvin-Bereich zukünftig in Bohrlöchern in Eis und Permafrost die Temperatur aufzeichnen, um die globale Klimaerwärmung präziser und großflächiger als bisher aufzeichnen zu können“, sagt Prof. Dr. Thomas Laepple vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI). Im Rahmen des 2024 abgeschlossenen EU-Projektes SPACE entwickelte er mit seinem Team einen Prototypen des Messystems namens HIP-Bore (High-Precision Continuous Polar Borehole Temperature Monitoring System). Dieser erste Prototyp liefert seit Januar 2024 täglich Temperaturdaten aus 200 Metern Tiefe an der Kohnen-Station des AWI auf dem antarktischen Eisschild. „HIP-Bore schließt eine zentrale Lücke in der Klimabeobachtung“, sagt Thomas Laepple. „Gerade in der Antarktis fehlen bislang kontinuierliche Untergrundmessungen.“ Die vorläufigen Ergebnisse sind alarmierend: Sie zeigen eine deutliche Erwärmung der mittleren Temperatur in den vergangenen Jahrzehnten, die sich aus dem Temperaturprofil rekonstruieren lässt – sowie eine extreme Hitzewelle im Jahr 2024, deren Wärme bis tief in den Schnee eindrang.

Mit der ERC-Förderung wird das System nun technisch weiterentwickelt und auf eine zukünftige Kommerzialisierung vorbereitet. Weitere Tests sind in Spitzbergen, Kanada und an weiteren Standorten in der Antarktis geplant. Ziel ist es, HIP-Bore als Standardinstrument zur Überwachung der Klimaentwicklung in den Polarregionen zu etablieren. Projektleiter Thomas Laepple erklärt: „Der Klimawandel schreitet mit großer Geschwindigkeit voran – besonders in den Polarregionen. Dennoch fehlen dort bislang kontinuierliche Temperaturdaten aus dem Untergrund, um beispielsweise die Reaktion von Eisschilden und Permafrost auf die globale Erwärmung genau zu erfassen und Klimarekonstruktionen zu verbessern. HIP-Bore schließt diese Lücke und schafft eine wichtige Grundlage, um die Zukunft der Polarregionen besser prognostizieren zu können.“

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