Wochenberichte Polarstern

Die Expedition PS106 von Bremerhaven nach Tromsø

Die Expedition PS106 sticht am 24. Mai 2017 von Bremerhaven aus in See, um auf direktem Kurs einen Bereich in der zentralen Arktis zu erreichen, der eine 14tägige Drift an einer Eisscholle zur kontinuierlichen Erfassung des atmosphärischen Energiehaushaltes am Boden und des Zustands der bewölkten Atmosphäre ermöglicht (Projekt PASCAL: Physical feedbacks of Arctic PBL, Sea-ice, Cloud and Aerosol). Im Anschluss fährt Polarstern nach Longyearbyen, um von dort weiter im arktischen Eis östlich von Spitzbergen Meeresbiologie mit Schwerpunkt Polardorsch (Survival of Polar Cod in a Chaning Arctic Ocean: SiPCA), Meereisphysik, ozeanographische Messungen und Atmosphärenfernerkundung zu betreiben. Die Expedition PS106 endet am 20.07.2017 in Tromsø.

Die Polargebiete sind wichtige Bestandteile des globalen Klimasystems. Die großflächige Schnee- und Eisbedeckung beeinflusst maßgeblich die Bodenenergiebilanz, welche wiederum stark an die atmosphärische und ozeanische Zirkulation gekoppelt ist. Das Wechselspiel verschiedener arktischer Rückkopplungsmechanismen ist dabei noch nicht vollständig verstanden. Dies soll im Projekt PASCAL (PS 106/1 und PS106/2) untersucht werden, um letztlich unser Verständnis der aktuellen dramatischen Abnahme des arktischen Meereises zu erhöhen. Zu diesem Zwecke liefern eine hochsensible atmosphärenkundliche Instrumentierung an Bord von Polarstern sowie weitere spektrale Strahlungsmessungen die Oberflächenenergiebilanz und eine detaillierte Charakterisierung der Oberfläche, der Wolken und des Aerosols. Während Polarstern im Meereis verbleibt werden identische Messungen auf der deutsch-französischen Forschuzngsstation AWIPEV in Ny-Ålesund nahe des offenen Ozeans vorgenommen. Die Messungen auf Polarstern und AWIPEV werden durch koordinierte Flüge der AWI Messflugzeuge Polar5 und Polar6 zwischen den Stationen und entlang des Gradienten der arktischen Meereiskonzentration begleitet. Von einer Eisstation in der Nähe der Polarstern steigen mit Messinstrumenten bestückte Ballons und unbemannte Flugsysteme auf. PASCAL und Flugzeugmessungen sind Teil des Sonderforschungsbereiches TR 172 (Arctic Amplification). Parallel werden auf der Eisscholle ozeanographische, meereisphysikalische und biologisches Arbeiten durchgeführt. Im Rahmen des auf beiden Fahrabschnitten durchgeführten Projektes TEMPO (Evolution of Melt POnd characteristics in different Arctic sea ice) wird die raum-zeitliche Dynamik von Schmelzwassertümpels sowie deren Rolle im arktischen Klima- und Ökosystem untersucht.

In arktischen Ökosystemen kommt dem weit verbreiteten Polardorsch Boreogadus saida eine Schlüsselrolle zu, da er eine Hauptnahrungsquelle für Robben und Seevögel ist. Junge Polardorsche nutzen den Lebensraum an der Unterseite des Meereises, der ihnen als Jagdrevier und Unterschlupf vor Räubern dient. Bedingt durch den Klimawandel vermindert sich die räumliche Ausdehnung des Untereis-Lebensraumes zusehends. SiPCA (PS 106/2) möchte die Bedeutung des Meereises für den Polardorsch in der Barents-See und dem angrenzenden Arktischen Ozean genauer untersuchen. Die räumliche Verteilung des Polardorsches, seiner Nahrungsgrundlagen, seiner Fressfeinde und anderer Umweltparameter sollen simultan beprobt werden. Auf mehreren Meereisstationen werden die physikalischen und biogeochemischen Eigenschaften sowie die Biodiversität von Meereis und Schmelztümpeln untersucht. Die auf dieser Expedition gewonnenen Daten sollen u.a. helfen die Bedrohung überlebenswichtiger Habitate für den Polardorsch durch den Klimawandel abzuschätzen.

PS93.2 Wochenbericht Nr. 3 | 3. August bis 9. August 2015

Am Boden, zu Wasser und in der Luft – Meeresforschung Anno 2015

[10. August 2015] 

Wie im letzten Wochenbericht angekündigt, wollen wir heute zunächst über die Arbeiten unserer Benthologen (Kolleginnen und Kollegen, die am Meeresboden arbeiten) berichten. Dass zu einer modernen Meeresforschung natürlich mehr gehört, wird dann hoffentlich im weiteren Verlauf des Berichts deutlich.


PS93.2 Wochenbericht Nr. 2 | 27. Juli bis 2. August 2015

„Wasserspiele“ – Untersuchungen in der Wassersäule

[03. August 2015] 

Im zweiten Wochenbericht unserer diesjährigen Expedition zum Tiefsee-Observatorium HAUSGARTEN möchten wir die vielfältigen Arbeiten unserer Planktologen und Meeres-Chemiker im Detail vorstellen.


PS93.2 Wochenbericht Nr. 1 | 21. bis 26. Juli 2015

Alle Jahre wieder: „Gartenarbeiten“ im tiefen Arktischen Ozean

[28. Juli 2015] 

Am späten Abend des 21. Juli sind wir, insgesamt 46 Wissenschaftler, Ingenieure, Techniker und Studenten aus insgesamt zehn Nationen, bei strahlendem Sonnenschein in Tromsø an Bord des Forschungseisbrechers „Polarstern“ gegangen, um den zweiten Fahrtabschnitt der Arktisexpedition PS93 anzutreten.


PS93.2 Zusammenfassung | 21. Juli bis 15. August 2015

Die Polarstern-Expedition PS93.2

21.07.2015 bis 15.08.2015 - Tromsø - Tromsø

[21. Juli 2015] 

Die Forschungsaktivitäten während der Polarstern-Expedition PS93.2 stellen einen weiteren Beitrag zur Sicherstellung der Langzeitbeobachtungen am LTER (Long-Term Ecological Research) Observatorium HAUSGARTEN dar, in denen der Einfluß von Umweltveränderungen auf ein arktisches Tiefseeökosystem dokumentiert wird. Diese Arbeiten werden in enger Zusammenarbeit der HGF-MPG Brückengruppe für Tiefsee-Ökologie und -Technologie, und der PEBCAO-Gruppe (Phytoplankton Ecology and Biogeochemistry in the Changing Arctic Ocean) des AWI und der...


PS93.1 Wochenbericht Nr. 3 | 13. bis 18. Juli 2015

Noch zwei Tage Forschung und ein Dankeschön an alle

[18. Juli 2015] 

Montag 13.07.2015. Die Arbeiten im Eis sind abgeschlossen, wir dampfen gen Südosten, raus aus dem Eis.


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