Verankerungen sind autonome Systeme, die mehrere Jahre im Ozean verbleiben

Ozeanographische Messverfahren (Grafik: Simon McGlone) (Foto: Alfred-Wegener-Institut)

 

Da der Einsatz von Schiffen sehr eingeschränkt ist, sind verankerte Messgeräte am besten geeignet, um zeitliche Veränderungen lokal zu erfassen. Dabei kann eine Vielzahl von ozeanographischen Größen in hoher zeitlicher Auslösung gemessen werden.

Über eine ganze Kette von Verankerungen (array) lässt sich der Ein- und Ausstrom durch Ozeanpassagen untersuchen. Dabei kann z.B. die transportierte Wassermasse und deren Eigenschaften, wie z.B. die durchschnittliche Temperatur, abgeschätzt werden.  

Der Aufbau einer Verankerung im Detail. (Foto: Alfred-Wegener-Institut)

Eine Verankerung besteht aus einem Grundgewicht, einem Seil und den Auftriebskörpern, die das Seil senkrecht in der Wassersäule halten.

Am Seil sind Messgeräte befestigt, die z.B. Temperatur, Salzgehalt, Strömungsgeschwindigkeit und Richtung, Eisdicke und die Laute von Meeressäugern in internen Speichern aufzeichnen. Ist die Messzeit zu Ende, so wird mit Hilfe eines akustischen Signals, das mit der Posidonia-Anlage der Polarstern gesendet wird, das Seil mit den Geräten vom Grundgewicht getrennt, worauf es von den Auftriebskörpern an die Meeresoberfläche gezogen wird.

Dies kann auch mit dem Posidonia-System verfolgt werden. An der Meeresoberfläche wird ein Satellitensender aktiviert, der an Bord der Polarstern empfangen werden  kann.

Ist die aufgeschwommene Verankerung nicht mit bloßem Auge zu erkennen, dann hilft das Satellitensignal, sie zu finden. Sollte es an Bord mit dem Empfang Probleme geben, so wird die Position aus Bremerhaven übermittelt.

Eine Verankerung wird von einem "Mammy Chair" aus aufgenommen. Zwischen den Eisschollen sind die Auftriebskörper zu erkennen. (Foto: Alfred-Wegener-Institut)

Im offenen Wasser bereitet die Aufnahme normalerweise kein Problem, allerdings stellt auch der Nebel eine Herausforderung dar.
Im Eis muss man die Verankerung entweder akustisch einpeilen und frei brechen oder man hat Glück, dass sich die Auftriebskörper selbst ihren Weg zwischen den Eisschollen an die Oberfläche suchen – und finden.

Dann muss sich das Schiff geschickt der Verankerung nähern, ohne sie zwischen den Schollen zu zerquetschen.  Die letzten Meter werden mit Hilfe des Mammy-Chairs überwunden, von dem aus eine Seilverbindung zum Schiff hergestellt wird.

Doch auch im offenen Wasser ist die Bergung einer Verankerung nicht einfach, wenn der Wind mit einer Stärke bläst, wie es in den hohen Breiten häufig vorkommt.

Dann erfordert es besonderes Können der Schiffsführung, das große Schiff gegen den Wind behutsam an die verhältnismäßig kleine Verankerung anzunähern und sie dabei nicht zu beschädigen.