AWI koordiniert wissenschaftliche Vorbereitungen für die Errichtung von Meeresschutzgebieten im Weddellmeer
Bremerhaven, 29. Oktober 2012. Das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung übernimmt eine tragende Rolle bei den Vorbereitungen zur Errichtung von Meeresschutzgebieten im Weddellmeer. Wie es in einer heute veröffentlichten Pressemeldung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz heißt, werde das Bremerhavener Institut die wissenschaftlichen Arbeiten, welche als Basis für eine Schutzausweisung im Weddellmeer notwendig seien, koordinieren. Eine deutsche Delegation unter Führung des Bundesministeriums hatte heute auf einer Tagung der „Internationalen Kommission zum Schutz lebender Ressourcen in der Antarktis“ (CCAMLR) im australischen Hobart angekündigt, die Vorbereitungen zur Errichtung von Meeresschutzgebieten im Weddellmeer für die Kommission zu übernehmen.
"Im Weddellmeer finden sich marine Tiergemeinschaften und Ökosysteme, die sich über Jahrmillionen an die antarktischen Lebensverhältnisse angepasst haben. Die ozeanographischen Prozesse im Weddellmeer sind auch der Motor für globale Meeresströmungen, die für alle Weltozeane und unser Klima wichtig sind“, erläutert AWI-Direktorin Prof. Dr. Karin Lochte die ökologische Bedeutung der Region. „Das AWI und die deutsche Antarktis-Forschungsgemeinde sind deshalb gerne bereit, die umfangreichen Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen der letzten 30 Jahre zusammenzustellen, zu analysieren und als Basis für einen effektiven Schutz des Weddellmeeres aufzuarbeiten. In der Region befinden sich einige biologische Schatzkammern, die es zu bewahren gilt, außerdem ist die Region ein wichtiges Referenzgebiet für die wissenschaftliche Grundlagenforschung. Deshalb haben wir selbst großes Interesse daran, dass künftige Forschungsarbeiten in diesem einzigartigen und weitgehend unberührten Gebiet nicht durch zerstörerische menschliche Aktivitäten gefährdet werden", sagt die Institutsleiterin.
Das Alfred-Wegener-Institut forscht seit seiner Gründung im Jahr 1980 intensiv im Weddellmeer. Die Region zählt zu seinen wissenschaftlichen „Hausmeeren“. Hier geht es zur Pressemeldung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.
Die AWI-Forschungsstelle Potsdam ist Gastgeber für die EUROFLEETS General Assembly
Bremerhaven, 19. Oktober 2012. Die AWI-Forschungsstelle Potsdam wird vom 22. bis 25. Oktober Gastgeber für die diesjährige EUROFLEETS General Assembly sein, an der 70 Wissenschaftler aus 20 europäischen Ländern teilnehmen werden. An dem von der Europäischen Union geförderten Projekt EUROFLEETS beteiligen sich 24 Partner aus 16 EU-Ländern beziehungsweise EU assoziierten Staaten, um die Vernetzung der europäischen Forschungsflotte weiterzuentwickeln. Die Projektleitung liegt beim französischen Forschungsinstitut IFREMER. Das Alfred-Wegener-Institut leitet ein Teilprojekt, das die nationalen Forschungsschiffflotten EU-weit koordiniert. In diesem Rahmen wurde ein einheitliches Antragsverfahrens entwickelt, das allen europäischen Wissenschaftlern den Zugang zu Plätzen auf Forschungsschiffen öffnet. Es richtet sich vor allem an Forscher aus Ländern ohne eigene Forschungsschiffe und an Nachwuchswissenschaftler. Dazu nutzten die Mitarbeiter des AWI ihre langjährige Erfahrung mit der Bewertung von nationalen und internationalen Anträgen auf Schiffszeit zum Beispiel auf dem Forschungsschiff Polarstern.
Außerdem hat das Alfred-Wegener-Institut auch Schiffszeit an Bord der POLARSTERN für eine Gruppe polnischer Wissenschaftler zur Verfügung gestellt, die durch EUROFLEETS finanziert wurde. Auf dem Transit vom Punta Arenas (Chile) nach Bremerhaven vom 10. April – 15. Mai 2012 nahmen fünf polnische Wissenschaftler unter der Leitung von Dr. Piotr Kowalczuk vom Institute of Oceanology, Polish Academy of Sciences, Warschau teil. Sie führten erfolgreich ozeanographische Messungen auf einem Transekt durch den Atlantik durch und waren von den Arbeitsmöglichkeiten an Bord der Polarstern begeistert.
Das Projekt EUROFLEETS wird von der EU eine zweite Phase finanziert bekommen, die am 1. März 2013 beginnen wird. In EUROFLEETS 2 wird das AWI gleich zwei Teilprojekte leiten, von denen eines die Entwicklung von Zukunftsperspektiven für die eisgängigen Forschungsschiffe zum Ziel hat. Erstmalig soll auch Schiffszeit in den Polargebieten, unter anderem auf der POLARSTERN, zur Verfügung gestellt werden.
AWI-Direktorin Karin Lochte erhält Ehrendoktorwürde der naturwissenschaftlichen Fakultät an der Universität Oldenburg
Bremerhaven, 11. Oktober 2012. Prof. Karin Lochte, wissenschaftliche Direktorin des Alfred-Wegener-Institutes für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft, hat heute im Rahmen der Feierlichkeiten zum 25. Jubiläum des Instituts für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) an der Universität Oldenburg die Ehrendoktorwürde der Fakultät für Mathematik und Naturwissenschaften erhalten. Mit dieser Auszeichnung ehren die Oldenburger Forscher Karin Lochte für ihre herausragenden wissenschaftlichen Erfolge. Im Rahmen ihrer Forschungsarbeit hatte Karin Lochte unter anderem die Rolle von Bakterien in Sedimenten sowie die Limitierung von Nährstoffen für das Wachstum von Kieselalgen im südlichen Ozean und im nährstoffarmen subtropischen Nordatlantik untersucht. Darüber hinaus erforschte sie die Reaktion von Bodenlebewesen in der Tiefsee auf Sedimentationsereignisse. „Die Fakultät ehre mit Karin Lochte nicht nur eine hervorragende Wissenschaftlerin, sondern auch ‚eine unermüdliche Streiterin für die Weiterentwicklung und Qualitätsverbesserung der Meereswissenschaften’, heißt es in der Begründung.
Karin Lochte leitet seit dem 1. November 2007 das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung und ist Mitglied zahlreicher nationaler und internationaler Gremien. So fungiert sie unter anderem als Vorsitzende der Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsen (WKN), ist Kuratorin der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe sowie Vorsitzende des Konsortiums Deutsche Meeresforschung (KDM). Im Sommer 2012 wurde sie als erste Frau zur Vizepräsidentin in das Führungsgremium des Scientific Committee on Antarctic Research gewählt. Dieses internationale Gremium initiiert, fördert und koordiniert Forschungsprojekte in der Antarktis und berät politische Entscheidungsträger zum Beispiel in Fragen zum Antarktis-Schutzvertrag. (Hier geht es zur Pressemeldung der Universität Oldenburg)







