Die Hauptaufgabengebiete des geophysikalischen Observatoriums an der Neumayer Station III konzentrieren sich auf die Bereiche Seismologie und Geomagnetik. In Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) wird zusätzlich für das globale Monitoring System der Comprehensive Nuclear-Test-Ban Treaty Organization (CTBTO) das Infraschall Array I27DE betreut. Für geodätische Zwecke und verschiedene Untersuchungen physikalischer Vorgänge in der hohen Atmosphäre werden kontinuierliche GPS-Messungen durchgeführt.

Das externe Observatorium befindet sich 1,8 km südlich der Station und besteht aus einem in eine Firnkaverne eingebrachten Meßcontainer. Erstmals werden hier nun auch seismographische Registrierungen neben den erdmagnetischen Messungen durchgeführt. Auf weiter entfernteren Eiserhebeungen werden weitere seismographische Außenstationen betrieben, an denen das Eis auf Fels aufliegt (Watzmann, Olymp). Diese beiden Standorte zeichnen sich im Vergleich zum Observatorium auf dem Ekström-Schelfeis durch erheblich bessere Bedingungen für qualitativ hochwertige seismographische Breitbandregistrierungen auf. Am Watzmann ist ein Array mit 15 1-Komponentenseismometern und einer Breitbandstation ausgelegt, während am Olymp eine Breitbandstation aufgebaut ist. Beide Standorte weden mit Wind- und Solarenergie betrieben.

Dieses kleine lokale seismographische Netzwerk wird ergänzt durch mehrere Breitbandstationen im westlichen Dronning Maud Land. Damit steht ein Netzwerk von regionaler Ausdehnung zur Verfügung, welches eine detaillierte Erfassung der regionalen Erdbebentätigkeit ermöglicht. Die Daten des lokalen seismographischen Netzwerkes an der Neumayer-Station III werden kontinuierlich zum AWI in Bremerhaven und weiter zum National Data Center am GFZ Potsdam (GEOFON) übertragen. Dort werden sie archiviert und sind jederzeit online abrufbar. Die manuell gepickten Einsatzzeiten aller detektierten lokalen und globalen Erdbeben werden täglich an das International Seismological Center (ISC) verschickt.

Im Magnetikobservatorium werden die zeitlichen Veränderungen des Erdmagnetfeldes kontinuierlich registriert. Dafür stehen zwei leicht unterschiedlich orientierte Flux Gate Systeme zur Verfügung, mit denen 3 Komponenten des Erdmagnetfeldes erfasst werden (NS, EW, Vertikal und H, D, Vertikal). Die Totalintensität wird mit einem Overhauser Protonenmagnetometer gemessen. Aufbereitete Stundenmittelwerte werden jährlich an das World Data Center WDC-1 in Edinburgh gemeldet. Ab 2015 werden Minutenmittelwerte online an das INTERMAGNET Datenzentrum übermittelt.

Geophysikalische Beobachtungen in Dronning-Maud-Land, Antarktis

Lage der Neumayer Station in der Antarktis
Lage der Neumayer Station in Dronning Maud Land
Lage der Neumayer-Station auf dem Ekströmschelfeis

Geophysikalische Obervatorien