Exzellente Wissenschaft

Schmelztümpel auf dem Arktischen Ozean. Polargebiete und Meere sind zentrale Treiber im Klimageschehen. (Foto: Stefan Hendricks, Alfred-Wegener-Institut)

Siebzig Prozent der Erdoberfläche sind von Meeren bedeckt. Die Ozeane sind faszinierend in ihrer Vielfalt, ihre Ressourcen lebensnotwendig für die Menschheit. Meere und ihre Ökosysteme spielen eine Schlüsselrolle in der Steuerung globaler Umweltprozesse, sind gleichzeitig Gegenstand menschlicher Nutzung. Besonders deutlich wird ihre Beanspruchung in Küstenregionen und Schelfmeeren, in denen sich Besiedlung und Nutzungsansprüche häufig konzentrieren. Aber auch die riesigen, menschenleeren Gebiete in Arktis und Antarktis befinden sich in einem tiefgreifenden Wandel. Die Polarregionen reagieren einerseits höchst sensibel auf klimatische Änderungen, gehören andererseits selbst zu den bestimmenden Einflussfaktoren für die Entwicklung des Weltklimas.

Als international anerkanntes Kompetenzzentrum der Polar- und Meeresforschung gehört das Alfred-Wegener-Institut zu den wenigen wissenschaftlichen Einrichtungen in der Welt, die in Arktis und Antarktis gleichermaßen aktiv sind. Es koordiniert die deutsche Polarforschung, erforscht aber auch die Nordsee und ihre deutschen Küstenregionen. Mit seiner innovativen Forschung, einer ausgezeichneten wissenschaftlichen Infrastruktur und langjähriger Expertise untersucht das Alfred-Wegener-Institut praktisch alle Bereiche des Erdsystems - von der Atmosphäre bis zum Grund der Meere. Das Klimageschehen der Erde zu verstehen, ist dabei zunehmend in den Mittelpunkt der wissenschaftlichen Arbeit gerückt.

Fünf Fakten

  • Benannt wurde das AWI nach dem deutschen Polarforscher und Entdecker der Kontinentaldrift, Alfred Wegener
  • Das Institut wurde 1980 mit wenigen Mitarbeitern gegründet - heute beschäftigt es mehr als eintausend Menschen
  • Das AWI ist eine Stiftung öffentlichen Rechts und gehört zur Helmholtz-Gemeinschaft - in Deutschland die größte Wissenschaftsorganisation
  • Der Hauptsitz liegt in Bremerhaven. Unsere Außenstellen befinden sich in Potsdam, auf Helgoland und in List auf Sylt
  • Als familienfreundliches Institut hat das AWI den Anspruch, ein attraktiver Arbeitgeber für Menschen aus aller Welt zu sein
Wertvolle Langzeitdaten: AWI-Wissenschaftler Jölund Asseng kontrolliert den "Solar Tracker" am meteorologischen Observatorium der Neumayer-Station III. (Foto: Thomas Steuer)
Exzellente Logistik: Das Forschungsflugzeug Polar 5 während einer Messkampagne in der Arktis. (Foto: Alfred-Wegener-Institut / Stefan Hendricks)
Moderne Laborausstattung: AWI-Wissenschaftler Dr. Sebastian Rokitta misst den Gaswechsel von Mikroalgen mit einem Membraneinlass-Massenspektrometer (MIMS). (Foto: Peter Duddek)

Leistungsfähige Infrastruktur

Wer das Klima der Zukunft verstehen will, muss gegenwärtige Veränderungen analysieren, die Klimageschichte des Planeten kennen und kurzfristige Schwankungen von langfristigen Trends unterscheiden können. Die Forscher am AWI betreiben eine Vielzahl von Observatorien, die Messdaten über lange Zeiträume erheben. Sie erforschen Atmosphäre, Eis, das Meer und die Küste. Sie gehen der Tiefsee, den Eisschilden und den Dauerfrostböden der Polarregionen auf den Grund. Und sie werten Klimaarchive wie Meeressedimente und Eisbohrkerne aus.

Charakteristisch für die Forschungsarbeit des Instituts sind seine starke internationale Vernetzung und die breite wissenschaftliche Basis, auf der sie erfolgt. Am Alfred-Wegener-Institut arbeiten Bio-, Geo- und Klimawissenschaftler eng zusammen. Die Feldforschung unter extremen Bedingungen gehört im Institut genauso zum Alltag wie modernste Laborausstattung und leistungsfähige Großrechner. Weil die Polar- und Meeresforschung auch eine logistische Herausforderung ist, verfügt das AWI über eine exzellente Infrastruktur, die sie der nationalen und internationalen Wissenschaft zur Verfügung stellt. Hierzu gehören mehrere Forschungsschiffe, Forschungsflugzeuge und Forschungsstationen in Arktis und Antarktis.

Gesellschaft und Klimawandel. Welche Zukunft liegt vor uns? AWI-Wissenschaftler haben in leitender Funktion an mehreren Weltklimaberichten mitgearbeitet. (Foto: Stefan Hendricks)
Diatomee Autofelge
Wissens- und Technologietransfer. Den Prototyp einer besonders leichten Autofelge entwickelten AWI-Wissenschaftler nach dem Vorbild einer Kieselalge. (Foto: Christian Hamm)
Ausbildung und Nachwuchsförderung. AWI-Biologe Dr. Christian Buschbaum (rechts) bei der Ausbildung von Studenten des "NF-POGO Centre of Excellence in Observational Oceanography". (Foto: Tina Wagner)

Forschung für die Gesellschaft

Zu den Aufgaben des Instituts gehört auch die Beratung von Politik und Gesellschaft. Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts haben - auch in leitender Funktion - an mehreren Weltklimaberichten mitgearbeitet. Die Geschäftsstelle des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) ist angegliedert an das AWI. Wir waren auch an der Entwicklung eines Tsunami-Frühwarnsystems für Indonesien beteiligt. Das Institut koordiniert außerdem die Helmholtz-Initiative zur Erforschung regionaler Klimaänderungen (REKLIM) und ist Teil der Helmholtz-Wissensplattform Erde und Umwelt (ESKP).

Die Erforschung von Polar- und Meeresregionen geht immer einher mit der Entwicklung von technischen Innovationen. Über den Technologietransfer entstehen neue Produkte und Dienstleistungen. Last but not least engagiert sich das Alfred-Wegener-Institut kontinuierlich in der Ausbildung von jungen Wissenschaftlern, Schülern und Fachkräften.

Dies sind nur einige Beispiele von vielen, in denen unsere Forschung hilft, aktuelle Herausforderungen für die Zukunft zu lösen.

Welten, in denen wir forschen - ein Kurzporträt in Bildern