Helmholtz-Verbund Regionale Klimaänderungen

 

Die regionalen Auswirkungen des Klimawandels rücken in den Blickpunkt

Seit jeher bestimmen Wechselwirkungen zwischen Atmosphäre, Eis, Ozean und Landoberflächen das Klimageschehen der Erde. Um die damit verbundenen Austauschprozesse und langzeitigen Entwicklungen im Klimasystem besser beschreiben zu können, haben in den vergangenen Jahren globale Klimamodelle erfolgreich dazu beigetragen, ein erstes Verständnis großskaliger natürlicher Klimaschwankungen und des menschlichen Einflusses auf das Klima aufzubauen. Allerdings sind viele Prozesse, die das Klima auf verschiedenen zeitlichen und räumlichen Skalen beeinflussen, noch nicht gut erforscht.

Aktuell existiert in der Wissenschaft ein breiter Konsens, dass die gegenwärtige Erwärmung der Erde mit hoher Wahrscheinlichkeit überwiegend auf erhöhte Konzentrationen von Treibhausgasen und auf veränderte Landnutzung zurückzuführen ist. Die konkreten Auswirkungen auf einzelne Regionen sind jedoch bisher wenig verstanden. Ob der Klimawandel beispielsweise bedingt, dass in einer Region die Sommer trockener oder die Winter feuchter werden, ist wissenschaftlich nicht ausreichend abgesichert. Für die landwirtschaftliche Nutzung ist aber genau dies die entscheidende Frage. Ebenso sind für politische und wirtschaftliche Entscheidungsprozesse zum Beispiel detaillierte Szenarien zum Anstieg des Meeresspiegels wichtig, um die Küstenschutzmaßnahmen entsprechend anpassen zu können.

Um diese Fragen beantworten und Lücken in der Erforschung von Ursachen und Folgen von Klimaänderungen schließen zu können, ist 2009 die Klimainitiative „Regionale Klimaänderungen (REKLIM)“ in der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation in Deutschlands, gegründet worden. Der Forschungsverbund umfasst neun Zentren des Forschungsbereichs Erde und Umwelt und deckt hiermit Kompetenzen über einen weiten Bereich der Erdsystemforschung ab. Darüber hinaus wird der Verbund in drei Themenfeldern durch Kooperation mit weiteren neun universitären Partnern ergänzt und verbindet somit die universitäre mit der außeruniversitären Forschung.

Inhaltlich befasst sich REKLIM mit verschiedenen Aspekten der regionalen und lokalen Wechselwirkungen und Mechanismen im Klimasystem mit detaillierten Beobachtungen, Prozessstudien und gekoppelten, regionalen Modellsimulationen. Der REKLIM Verbund verfolgt einen multidisziplinären Ansatz und ihm steht dafür eine umfangreiche Infrastruktur zur Erfüllung dieser gesellschaftlichen wichtigen Aufgaben zur Verfügung. So vereint der REKLIM Verbund eine Vielzahl von Beobachtungen und kombiniert diese mit Weiterentwicklungen von Modellen auf globaler bis hin zur regionalen Skala.

Peter Lemke

Wissenschaftlicher Koordinator:
Prof. Dr. Peter Lemke

Geschäftsführer:
Dr. Klaus Grosfeld

Kontakt Koordinationsstelle:
Marietta Weigelt
marietta.weigelt@awi.de
0471/4831-1750

Die REKLIM Verbundpartner

Die REKLIM-Verbundpartner

Im Rahmen des Helmholtz-Verbundes „Regionale Klimaänderungen“ (REKLIM) bündeln neun Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft ihre Kompetenzen zur Erforschung insbesondere des regionalen Klimas. Ziel der Forschungsaktivitäten ist ein besseres Verständnis der regionalen Prozesse. Die Erkenntnisse sollen dazu beitragen, Anpassungs- und Vermeidungsstrategien zu optimieren und sollen somit eine wichtige Hilfestellung für entsprechende Entscheidungsträger liefern.

Die REKLIM Forschungsthemen

REKLIM ist aktuell in folgende Themenbereiche gegliedert:

  • Thema 1: Gekoppelte regionale Klimamodelle
  • Thema 2: Meersspiegeländerungen von globaler, regionaler zu lokaler Skala
  • Thema 3: Regionale Klimaänderungen in der Arktis
  • Thema 4: Landoberflächen im Klimasystem
  • Thema 5: Atmosphärische Zusammensetzung und Klima: Wechselwirkungen von globalen zu regionalen Skalen
  • Thema 6: Modellierung und Verständnis extremer meteorologischer Ereignisse
  • Thema 7: Risikoanalyse und Risikomanagement für integrierte Klimastrategien
  • Thema 8: Schnelle Klimaänderungen aus Proxy-Daten

Basierend auf Beobachtungen, Prozessmodellierung und Parametrisierung, steht in den Themen 2 bis 6 die Erforschung von spezifischen Regionen und Prozessen im Erdsystem im Mittelpunkt. Die Forschungsergebnisse werden in das Thema 1 transferiert, wo die entsprechenden Prozesse und Parametrisierungen innerhalb des gekoppelten regionalen Modell-Systems untersucht werden. Ziel ist hierbei die Entwicklung einer nächsten Generation von Modellkonfigurationen.

Im Rahmen von Thema 7 werden sozio-ökonomische Aspekte der regionalen Klimaänderungen untersucht. Im Fokus liegen hierbei Risiko-Kosten-Analysen (einschließlich Risikowahrnehmung), das Verknüpfen von regionalen Politikzielen und die Ökonomie von Anpassungsmaßnahmen.

Eine Querschnittsaufgabe für das ganze Forschungsprogramm ist es zu gewährleisten, dass sich die Erkenntnisse mit dem Bedarf der „Wissens-Vermittler“ wie den Regionalen Helmholtz-Klimabüros oder des Climate Service Centres decken.


Weitere Informationen zum Helmholtz-Verbundprojekt REKLIM: www.reklim.de