c-Achsenmessung mit dem automatischen Fabric Analyser (Grafik: Ilka Weikusat, Alfred-Wegener-Institut)

Kristallorientierungen (auch Fabrics oder Gefüge genannt) sind ein wichtiges Thema der Mikrostrukturuntersuchungen im Eis. Aufgrund der hohen mechanischen Anisotropie von hexagonalem Eis auf der Erde beeinflusst die Richtungsverteilung der Kristalle das Materialverhalten unter Spannung und damit das Fließen von Eis. Die Verteilung von C-Achsen-Orientierungen im polykristallinen Eis entwickelt sich von einer nahezu isotropen Zufallsverteilung an der Oberfläche von Eisschilden oder Gletschern zu Orientierungsmustern mit bevorzugten Kristallausrichtungen (Gürtelverteilung oder Cluster-Verteilungen) in tieferen Teilen des Eiskerns.

Der hier am AWI verwendete Fabric Analyser ist ein automatisiertes Polarisationsmikroskop zur Messung von C-Achsen-Orientierungen an Dünnschnitten. Die automatische Steuerung von Polarisationsfiltern, Lambda-Viertel-Plättchen und Beobachtungswinkel, als auch die automatische Probenpositionierung ermöglichen eine schnelle und effiziente Datenerfassung. Damit können Untersuchungen der physikalischen Eigenschaften langer Eiskerne mit großen Probenmengen (mehrere hundert Dünnschnitte) durchgeführt werden. Der FA erstellt Rasterbilder mit einer Auflösung von bis zu 5 μm. Die Anwendung von bildanalytischen Methoden ermöglicht es, C-Achsen-Verteilungen im Polykristall statistisch zu erfassen und inter- und intragranulare Veränderungen der Kristallorientierungen zu untersuchen.