Globale und regionale bathymetrische Modelle

Wenn Sie sich in einem heutigen Atlas die Weltmeere anschauen, könnten Sie vermuten, dass wir die Meerestiefen der Erde sehr gut kennen. Wussten Sie aber, dass nur etwa 18 % des Meeresbodens durch akustische Schiffslotungen vermessen sind und es teils mehrere 100 km breite Datenlücken gibt? Diese Datenlücken werden zur Erstellung von Karten interpoliert oder mit Hilfe von Satellitenaltimetriedaten genähert. Die AWI Bathymetrie Gruppe arbeitet in der internationalen Gemeinschaft des 'General Bathymetric Chart of the Ocean' (GEBCO) mit daran, solche Karten zu erstellen und zu verbessern. GEBCO teilt hierbei die Welt in einzelne Gebiete, die durch regionale Kartierungsprogramme bearbeitet werden. Das zugehörige Programm für die Antarktis, 'International Bathymetric Chart of the Southern Ocean' (IBCSO), ist am AWI beheimatet. Im Jahr 2013 wurde hier die erste Version von IBCSO veröffentlicht. Diese besteht aus einem digitalen bathymetrischen Modell sowie einer digitalen Karte, die beide kostenfrei über die website www.ibcso.org heruntergeladen werden können. Außerdem ist die AWI Bathymetriegruppe in den Programmen 'International Bathymetric Chart of the Arctic Ocean' (IBCAO) und 'Indian Ocean Bathymetric Compilation' (IOBC) involviert und produziert separate bathymetrische Modelle für kleinere Regionen.

IBCSO Karte und GEBCO Globe (Grafik: Jan Erik Arndt)
Madiba Sea Mount, südlich von Südafrika, 2013 mit FS Polarstern entdeckt (Grafik: Jan Erik Arndt)