Der Einsteinturm - Wissenschaft und Architektur
Bei diesem wichtigen Gebäude des deutschen Expressionismus handelt es sich um ein Sonnenobservatorium, mit dem die Beobachtung der Sonnen-Atmosphäre möglich ist. Der Einsteinturm wurde von dem Architekten Erich Mendelsohn entworfen und nach seiner Fertigstellung 1924 nach dem Nobelpreisträger für Physik des Jahres 1921 benannt. Der Astrophysiker Erwin Finlay Freundlich war einer der ersten, der Albert Einsteins Relativitätstheorie experimentell zu bestätigen suchte. 1917 plante er in Übereinkunft mit dem bedeutenden Physiker ein Observatorium, das für die speziellen Anforderungen geeignet war. Seinen Freund und Architekten Erich Mendelsohn unterrichtete Freundlich ausführlich über die Entwicklung der Allgemeinen Relativitätstheorie. Er interessierte ihn für den Entwurf des Observatoriums, wobei sich Mendelsohns Planung natürlich nach den wissenschaftlichen Anforderungen zu richten hatte. Das zukünftige Teleskop sollte auf einem eigenen Fundament unabhängig vom sonstigen Bau im Inneren des Turms installiert werden. Das eigentliche Gebäude diente vor allem als seine Schutzhülle.
Organisch!
Erst 1924 war die langwierige Installation der wissenschaftlichen Geräte beendet. Das Gebäude ist ein herausragendes Beispiel expressionistischer Architektur, erkennbar sind aber auch Elemente des Jugendstils. Als „Organisch!“ bezeichnete Albert Einstein das wissenschaftliche Bauwerk im Nachhinein. In seinem Baustil bildete der Architekt Mendelssohn die komplexen Aspekte moderner Technologie, Mathematik und Physik durch kompliziert schwingende Formen und elegant gekrümmte Kurven ab.




